Bequem und warm für die Gäste: Nun soll doch Holz auf den Stein

Verdener Verwaltung gibt nach: Dickes Brett für das Podest vor dem Rathaus

Das Podest ist immer wieder Treffpunkt. Die Aufnahme stammt aus der Zeit vor der Pandemie.
+
Sitzen auf warmen Holz, statt stehen vor kaltem Granit: Das Podest ist immer wieder Treffpunkt. Die Aufnahme stammt aus der Zeit vor der Pandemie.

Verden – Manchmal lohnt es halt, dicke Bretter zu bohren, könnte so mancher denken! Denn: Nun darf also doch Holz auf das Podest vor dem Verdener Rathaus. So lautet der jüngste Vorschlag der Stadtverwaltung zu dem Thema, womit die Behörde von ihrer ursprünglichen Ablehnung abrückt. Bereits am Donnerstag soll darüber im Fachbereich Straßen und Stadtgrün entschieden werden. Dann könnte es ganz schnell gehen und im Sommer dürften die ersten Gäste – wenn auch mit Abstand – auf dem warmen Untergrund an der frischen Luft Platz nehmen.

Auf dem Podest vor dem Rathaus Verden: Vollholzauflage auf jeweils zwei Stufen und ohne Fugen

Accoya-Holz auf dem Podest: So könnte die künftige Auflage aussehen.

Was sich die Verwaltung unter Federführung von Silke Schwarz ausgedacht hat, hört sich einfach und praktisch an. Vollholzauflage auf jeweils zwei Stufen und ohne Fugen, so lautet die Grundidee. „Wir sind bei unseren Recherchen auf zertifiziertes Accoya-Holz gestoßen, nachweislich dauerhaft stabil, je nach Wunsch mit unbehandelter Oberfläche oder bereits eingegraut“, erklärt Silke Schwarz. Die durchgehende Auflage soll, so der Plan, auf einem circa ein Zentimeter hohen, eingerückten und dadurch verdeckten Edelstahlrahmen montiert und in einem Stück mit mehreren Schrauben befestigt werden. Sogenannte Innengewindeanker, im Granit des Steins eingelassen, halten die Unterlage fest. „Zwecks Grundreinigung oder bei Veranstaltungen sind die Auflagen mit dem passenden Werkzeug relativ leicht abnehmbar“, weiß Silke Schwarz. Nachdem On-Off-Prinzip: Holz rauf, sitzen – Holz runter fegen.

Podest vor dem Rathaus: Eine komplette Verkleidung schließt sich aus

Die Bretter sollen also drauf, doch wo genau hin damit? Eine komplette Verkleidung, auch wenn es sich der eine oder andere vielleicht wünschen würde, schließt sich aus. Aber die Verwaltung hat sich bereits Gedanken gemacht: Jeweils auf den beiden kürzeren Stirnseiten des rechteckigen Granitblocks, einmal mit Blickrichtung Rathaus und dann entgegengesetzt zum Dom, kommen die Planken, und zwar auf der jeweils zweiten Stufe. Die Abmessungen sind circa 180 mal 52 Zentimeter, mittig positioniert. So bleibe die Multifunktionalität des Bauwerks erhalten. Die Höhe der Sitzauflage misst circa 25 Millimeter, weitere zehn Millimeter die Unterkonstruktion. „Um Stolperkannten oder Fangstellen für spielende Kinder zu vermeiden, schließt die Rückseite der Sitzauflage bündig an die Senkrechte der nächsten Stufe an“, erklärt Silke Schwarz.

Das Holz soll in Sitzhöhe auf die mittlere Stufe.

Mit der neuerlichen Vorlage und dem damit verbundenen Vorschlag einer Holzauflage, beugt sich die Verwaltung in zweiter Runde dem Willen des Ausschusses für Straßen und Stadtgrün. Der hatte sich bereits im September des vergangenen Jahres – allen voran Grünen-Vertreterin Johanna König – für die Idee stark gemacht. Auch SPD und CDU wollten den Weg mitgehen und kippten damit die damalige Vorlage der Verwaltung. Die hatte sich wegen möglicher Stolperfallen und vor allem der Ansammlung von Kippen und Dreck in den Fugen gegen die Montage der Holzauflagen ausgesprochen. In der Sitzung des nachfolgenden – nichtöffentlichen – Verwaltungsaussschusses war die Empfehlung des Fachausschusses genau aus diesen Gründen wieder kassiert worden. Das Holz war damit vom Tisch.

Verdener Verwaltungsausschuss hatte in nichtöffentlicher Sitzung gegen das Holz gestimmt

Was zum Teil auf heftige Kritik stieß. „So nicht“, sagten sich die Grünen und kündigten einen neuerlichen Anlauf an. Nägel mit Köpfen machte zudem Tischlermeister Florian Münter, der einen Feldversuch startete und auf dem Podest eine Kurzzeit-Holzauflage platzierte (wir berichteten). Der Vorschlag kam – auch in der Bevölkerung – an.

Gibt der Ausschuss Straßen und Stadtgrün am Donnerstag grünes Licht, bleibt erneut die Frage, was sich nachfolgend im Verwaltungsausschuss abspielt. Das Gremium tagt – wie üblich – in nichtöffentlicher Sitzung am 27. April.

Die Kosten für Holz und Montage, so die Berechnungen, bewegen sich im überschaubaren Rahmen. Laut Vorlage geht die Verwaltung von circa 2 000 Euro aus, die aus dem laufenden Haushalt beglichen werden könnten. „Eine Ausschreibung ist allerdings noch nicht erfolgt. Da würden wir erst die endgültige Entscheidung in den politischen Gremien abwarten“, so Silke Schwarz.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Meistgelesene Artikel

Die Nerven im Wolfcenter in Dörverden liegen blank: „Das ist ein Sterben auf Raten“

Die Nerven im Wolfcenter in Dörverden liegen blank: „Das ist ein Sterben auf Raten“

Die Nerven im Wolfcenter in Dörverden liegen blank: „Das ist ein Sterben auf Raten“
Brutaler Überfall in Kirchlinteln: Täter fesseln älteres Ehepaar und Enkel im Haus

Brutaler Überfall in Kirchlinteln: Täter fesseln älteres Ehepaar und Enkel im Haus

Brutaler Überfall in Kirchlinteln: Täter fesseln älteres Ehepaar und Enkel im Haus
Achimer Polizeichef über Kriminalität in Ottersberg 2020

Achimer Polizeichef über Kriminalität in Ottersberg 2020

Achimer Polizeichef über Kriminalität in Ottersberg 2020

Kommentare