1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Verden
  4. Verden

Vom Alpaka bis zu den Trecker-Oldies

Erstellt:

Von: Heinrich Kracke

Kommentare

Kleine Kinder mit großem Segeltuch.
Großes Programm vor allem für die Allerkleinsten: Hier die Gruppe „Fit for Fun“ beim Scharnhorster Familienfest zum 50. Jubiläum der Gemeindereform. © Kracke

Scharnhorster „sehr zufrieden“ nach Familienfest zur Gebietsreform / Großes Angebot

Scharnhorst – Auf ihrem Rundgang lag irgendwann auch der Stand des Alpakahofes. Wolle, Decken, Socken und vieles mehr, was diese Andentiere so abwerfen. „Sehr interessant“, fand die Scharnhorsterin Susanne Menser und war wieder um eine Erfahrung reicher. Sie befand sich in guter Gesellschaft. Alles, was die Ortschaft ausmacht, und das ist eine ganze Menge, all das war vertreten beim Familienfest anlässlich des 50. Jubiläums der Gemeindereform, und es lockte bei herrlichem Wetter am Sonntag zahlreiche Besucher an. „Wir können sehr zufrieden sein“, zog Ortsbürgermeister Gerard-Otto Dyck eine Bilanz.

Familienfest, das hieß vor allem eine ganze Reihe von Anlaufpunkten für die Jüngsten. Ob eine Runde auf dem Pony, ob das Kreativ-Angebot des Kindergartens Elisabeth Selbert, ob das mächtige Segeltuch von Fit vor Fun, ob die beiden großen Hüpfburgen der Feuerwehr, mal ein riesiges, aufblasbares Feuerwehrauto, mal eine hoch hinausragende Rutsche, ob die Treffsicherheit, die beim Stand des Schützenvereins gefragt war und beim Wasserziel-Wettbewerb der Brandschützer – manche brauchten den ganzen Tag, um wirklich alles ausprobiert zu haben. „Wir hatten ordentlich zu tun“, sagte Ortsbrandmeister Michael Müller.

Leute in Verkaufshütte
Der Alpakahof Baden löste mit seinen Produkten Interesse aus. © Kracke

Begonnen hatte der Tag mit einem Gottesdienst, den Pastor Dieter Sogorski im kleinen Festzelt hielt. Zur Eröffnung der Marktmeile warf der Ortsbürgermeister dann einen Blick zurück auf die Umstände der Gemeindereform. „Vorher wurde in den kleineren Dörfern alles ehrenamtlich geleistet. Ohne wirkliche Rechtssicherheit und häufig ohne echtes Fachwissen. Das war nicht zukunftsfähig“, so Dyck. Scharnhorst gehörte zu jenen Ortschaften, denen sich mehrere Möglichkeiten boten. Eine Abstimmung führte zur Entscheidung. Rund 200 Bürger sprachen sich für den Anschluss nach Verden aus, ein gutes Dutzend für Kirchlinteln und einige wenige für Dauelsen. Am Ende entstand eine der größten Ortschaften der Kreisstadt, vom Osterkrug bis zu den heutigen Neubaugebieten in Neumühlen war alles zusammengefasst. „Im Verbund mit Verden ist vieles entstanden, was wir uns allein nicht hätten leisten können“, so Dyck.

Auf ihrem Rundgang erlebten die Erwachsenen geballt, was sonst über alle Teile der Ortschaft verstreut ist. Die Oldtimer des Dorfvereins zum Beispiel, von Hanomag bis Fendt war alles vertreten, was Klang und Namen hat. Ein Vorgeschmack auf das Oldtimertreffen am 3. Juli, das ebenfalls am Dorfgemeinschaftshaus stattfindet. Oder die Wildtierausstellung der Jäger, die Infos zu den Wildbienen, der Flugplatz mit einem Segelflieger, der Shantychor, der mit Titeln wie „Die Aller und die Weser sind unser Ozean“ begeisterte, die Orts-Ausstellung, die viel über die Geschichte Scharnhorsts erzählte, dann Speis und Trank, nicht jede Ortschaft hat noch eine Gaststätte, und die selbstgebackenen Torten des Dorfvereins haben einen guten Ruf weit über die Ortschaft hinaus erworben.

Nicht ausgeschlossen, dass dieses „familäre“ Format eines Ortsteilfestes eine Neuauflage erlebt. „Eine sehr schöne Gemeinschaftsaktion aller Kräfte, die die weit verzweigte Ortschaft zusammenbringt“, war verschiedentlich zu hören.

Gut möglich, dass daraus eine Regelmäßigkeit entstehen wird. Der federführende Ortsrat will darüber schon bald in einer Nachbesprechung befinden. kra

Redner vor sitzendem Publikum.
Berichtete über die Gemeindereform: Ortsbürgermeister Gerard-Otto Dyck. © Kracke

Auch interessant

Kommentare