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Tour mit Fahrlehrerin Sabine Deutsch: Vollbremsung am Zebrastreifen

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Von: Markus Wienken

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Wechsel vom Radweg auf den Fahrradschutzstreifen auf der Artilleriestraße in Verden.
Wie aus dem Lehrbuch: Wechsel vom Radweg auf den Fahrradschutzstreifen auf der Artilleriestraße. © M. Wienken

Auf der Artilleriestraße in Verden herrscht ordentlich Betrieb. Also, Vorsicht, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer, das lernen auch die Fahrschüler.... aber man lernt nie aus...Fast hätte es beim Fototermin geknallt...

Verden – Zur Stadtwaldtrasse ist sie (noch) nicht geworden, aber als Strecke für den Durchgangsverkehr oder wenn’s auf den umliegenden Hauptstraßen hakt, ist die Artilleriestraße für viele Autofahrer gesetzt. Sich trotzdem und bei zunehmendem Verkehr an die Regeln zu halten, ist da, wo Tempo 30 gilt, nicht immer selbstverständlich.

Radfahrerin auf der Artilleriestraße in Verden
Überholen ist nur eingeschränkt möglich. © M. Wienken

Artilleriestraße in Verden: Abwechslungsreich und auf ihre Art auch anspruchsvoll

Von der Lindhooper Straße nach links in die Artilleriestraße, Fahrlehrerin Sabine Deutsch nimmt die Strecke mit ihren Prüflingen gerne ins Programm. „Abwechslungsreich und auf ihre Art auch anspruchsvoll“, so könnte das Kapitel der Unterrichtseinheit überschrieben werden. Die Verkehrsführung im Verlauf eher unübersichtlich, gibt’s zudem einen Zebrastreifen. Er verbindet ein angrenzendes Wohnviertel über die Artilleriestraße mit dem gegenüberliegenden Einkaufsmarkt. Durchaus sinnvoll. Finden längst nicht alle, also wird, egal ob Radfahrer oder Fußgänger, kreuz und quer die Fahrbahn gewechselt. Überall! Spannend und eine ausführliche Beobachtung wert, denn auch die Autofahrer scheinen sich von der Unruhe anstecken zu lassen.

Vollbremsung vor dem Fußgängerüberweg.
Vollbremsung vor dem Fußgängerüberweg: Für Autofahrer heißt es allerhöchste Vorsicht. © M. Wienken

Zebrastreifen in der Artilleriestraße: Fußgängerin droht unter die Räder zu kommen

Obwohl gut sichtbar und alles richtig gemacht, droht eine Fußgängerin an besagtem Zebrastreifen buchstäblich unter die Räder zu kommen. Zuvor setzt die Frau einen Fuß auf die markierte Fahrbahn. Nach Vollbremsung und leicht rutschend kommt eine schwere Limousine gerade noch rechtzeitig vor der Passantin zum Stehen. Fahrschulgerecht war das auf keinen Fall. Hätte schlimm ausgehen können und auch wenn nichts passiert ist, die Führerscheinprüfung hätte der Fahrer kaum bestanden.

Artilleriestraße in Verden: Es herrscht Tempo 30 - aber nicht überall

Die Straße wirft weitere Fragen auf, die gelöst werden müssen. Es herrscht Tempo 30, nicht überall, aber fast. Warum nicht durchgehend? Darauf gibt es allerdings keine – logische – Antwort. Sicher ist allerdings, dass sich die meisten Fahrzeuge, da wo gefordert, an die beschränkte Geschwindigkeit nicht halten, mindestens Tempo 50 auf dem Tacho haben. Dann wäre noch die Frage, wann gilt „rechts vor links“? „Gilt nicht, wo der Bordstein abgesenkt ist“, so Sabine Deutsch. Also zum Beispiel da, wo eine vermeintliche Seitenstraße vom Gelände des Landkreises hinter dem Ökozentrum auf die Artilleriestraße führt. Wer genau hinguckt, tatsächlich, der Bordstein ist abgesenkt, die Artilleriestraße hat Vorfahrt, wer vom Landkreis-Gelände kommt, muss warten. Macht auch nicht jeder! „Also, auch wenn man im Recht ist, immer damit rechnen, dass es der andere nicht weiß und trotzdem fährt“, gibt die Fahrlehrerin ihren Schülern mit auf den Weg.

Nur ein paar Hundert Meter weiter lernt der Fahrschüler etwas zum Kapitel Fahrradschutzstreifen. Es ist der Knotenpunkt, wo sich Lönsweg und Artilleriestraße kreuzen. Eher beschaulich unter dem Dach der Linden, geht es dennoch kreuz und quer zu. Auch eine Ampel gibt es, um vor allem die Schüler sicher von und zu der benachbarten Lönsweg-Schule zu bringen.

Die Kreuzung Artilleriestraße/Am Lönsweg in Verden.
Klein, aber mit ordentlich Betrieb: Die Kreuzung Artilleriestraße/Am Lönsweg. Nach links geht’s an dem Knotenpunkt zur Lönswegschule. © M. Wienken

Fahrradschutzstreifen in der Artilleriestraße in Verden

Besagter Fahrradschutzstreifen hält nur bedingt, was er verspricht. Es müssen alle Beteiligten mitspielen. Eine breite Markierung trennt einen Teil der Fahrbahn ab und macht sie zum Radweg. Aber nur dann, wenn dort ein Fahrrad fährt, müssen die Autofahrer den Streifen verlassen, um den Radfahrer zu schützen, so die freie Interpretation. Ist kein Radfahrer zu sehen, wird dessen Schutzstreifen wieder zur Fahrbahn. Das ganze Wechselspielchen funktioniert nur, wenn sich jeder an die Regeln hält. „Eng kann es vor allem dann werden, wenn sich zwei Autos begegnen und zeitgleich ein Radfahrer auf dem Schutzstreifen unterwegs ist“, so Deutsch. Für alle drei Beteiligten reicht die Fahrbahn nicht. So hängt das Auto dem Radfahrer dicht auf dem Rücklicht. „Überholen ist da unmöglich, ausgeschlossen und verboten“, betont Sabine Deutsch. Da heißt es Nerven bewahren – für den Radfahrer!

Von Markus Wienken

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