Voll, voller am vollsten: Jazz- und Bluesnacht füllt Verdens Gaststätten

Kneipenhopping mit ganz viel Körperkontakt

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Astreine Stimmung herrschte nicht nur – aber sichtlich auch – in der Nagelschmiede.

Verden - Das Publikum jubelte, das Schwergewicht und seine Musiker auf der Bühne verausgabten sich, die Stimmung war auf dem Siedepunkt: Memo Gonzales mit „Alegra & the Özdemirs“ lieferten in der Aula des Domgymnasiums ein Programm, das sicher zu den absoluten Höhepunkten der Verdener Kneipennacht im Rahmen der Jazz- und Blues-Tage gehörte. Das Energiebündel entpuppte sich als wahres Show-Talent und zog die Gäste mit Gesang und Harpmusik und einer Mischung aus Blues, Swing und Rock'n‘Roll in den Bann. Da rockte die historische Stätte, da zuckten Körper im Rhythmus der Musik.

Es drängte die Tanzwütigen ebenso wie reine Musikgenießer in die Innenstadt, wo an insgesamt 14 Veranstaltungsorten ebenso viele Liveacts unterschiedlicher Stilrichtungen auf das Publikum warteten, denn wie in den Jahren zuvor war der musikalische Bogen weit gespannt. Es wurde zu gutem alten Rock’n’Roll, Irish Folk, Blues, Soul und Jazz oder bei Country, Funk und Pop gefeiert.

Wer in der Nacht zum Sonntag mit dem pinkfarbenen All-Inclusive-Bändchen am Handgelenk alles schaffen wollte, musste sich allerdings sputen. Vor allem in den kleineren Kneipen herrschte schnell drangvolle Enge und das Domgymnasium, Sottis oder Pades zählten zu den weiteren Spielorten, in denen der Musikgenuss durchgehend mit maximaler Tuchfühlung zum Nachbarn verbunden war, getreu der Devise: voll, voller, am vollsten. Es war Dauerkuscheln angesagt, freiwillig oder unfreiwillig, jeder mit jedem, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. So beurteilte Henning Schumacher, der mit seiner Freundin zum Kneipenhopping nach Verden gekommen war, die Kneipennacht durchweg positiv: „Tolle Veranstaltung, tolle Musik und super Stimmung“, meinte er knapp, da in der Kornbrennerei an eine Unterhaltung nicht zu denken war.

"Jugend jazzt" in Verden

Doch es waren auch unzufriedene Töne unterwegs zu hören. „Man kommt ja nirgendwo rein“, kritisierte ein Damentrio, das möglichst viele Bands erleben wollte. „Das hatten wir uns nicht so schwierig vorgestellt.“

„So viel wie möglich mitnehmen“, das hatten sich auch Elke und Martin auf ihre Fahnen geschrieben, die gerade die unterschiedliche Musik lockte. „Und wir kommen immer rein. Zur Not wird halt ordentlich gedrängelt“, geben sie zu. „Aber alle 14 Orte werden auch wir nicht schaffen.“

Bei Anne und Jörg Meier stand daher von vorneherein nur Ausgewähltes auf dem Abendprogramm. In Glanders No 13. lauschten die Musikliebhaber zunächst dem Berliner Jazzquintett The Toughest Tenors und wollten danach noch Damian Lynn bei Pades genießen. Doch dort ging an der Tür zum Restaurant nichts mehr. Und so zogen die zwei weiter. „Damit muss man halt rechnen“, nahm es Jörg entspannt. „Mal schauen, wo wir jetzt landen. Alles ist gut.“

Das Konzept der Veranstalter vom Verein Verdener Jazz und Blues-Tage hat sich demnach bei der jüngsten Kneipennacht bewährt, auch aus Sicht der Gastronomie, die sich überwiegend zufrieden zeigte.

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