Vorstellung am Freitag

Theater-AG führt „Mrs. Pilks Irrenhaus“ auf

+
Auf die Zuschauer wartete eine völlig durchgeknallte Aufführrung. Ein Kellner (Maximilian Kopp) und ein Gast (Anna Zitz) diskutieren über stinkende Socken.

Verden - Was tut man, wenn man auf einem Hochhausdach steht und plötzlich ein Lebensmüder auftaucht, der sich vor einem in die Tiefe stürzen will? Na klar. Man fragt in aller Ruhe nach, ob man seine Jacke und Hose haben kann, da er sie ja sowieso nicht mehr braucht.

Und sein Geld samt lederner Geldbörse natürlich auch. Die Theater AG am Verdener Domgymnasium hat den wahnsinnig schrägen Stoff von Ken Campbells „Mrs. Pilks Irrenhaus“ noch gesteigert. Am Mittwochabend zeigten sie ihre wunderbar durchgeknallte Inszenierung dieses Wahnsinns.

Unter der Regie von Vanessa Galli, Adeline Schumacher und Justus Wahlers haben 15 Schüler das Verrückte, das Durchgeknallte in 15 Szenen auf die Bühne gebracht und damit die Aula für zwei Stunden zum Irrenhaus gemacht. Dabei erscheint einem anfangs immer alles „völlig normal“, bis die jeweilige Situation dann zunehmend kippt und letztlich ins Gegenteil umschlägt.

Schmale Grenze zwischen normal und verrückt

Denn sehr schmal ist der Grat auf dem sich hier bewegt wird, angelegt zwischen dem, was man gemeinhin als normal bezeichnet, dem was davon abweicht, dem, was gerade noch tolerierbar ist und dem, was über Grenzen hinausgeht.

Da palavert etwa ein Urlaubspaar in Italien wortreich mit einem Carabiniere über die verblichene Großmutter. Ein Penner schwatzt einem Lebensmüden seine Habseligkeiten ab. Ein Spionagepärchen scheitert an seiner Geheimsprache und ein Mann tarnt seine Notdurft unter einem Hut als „seltenen Schmetterling“, sodass zwei habgierige Polizisten im wahrsten Sinne des Wortes in die Scheiße greifen.

Vom Ohrwurm befreit wird eine Patientin. Doch die Freude währt nicht lange, denn der Ohrwurm hatte vorher Eier gelegt. Zwei WG-Bewohnerinnen philosophieren über die Echtheit ihres Zuhauses und über Sockengestank oder ein Gast findet die Socke des unhöflichen Kellners in seiner Suppe. Und weil das immer noch nicht genug Merkwürdigkeiten sind, wird das Publikum mit chronischen Sprachverwirrungen, einer männermordenden Nymphomanin, einem Huhn oder mit den Unwägbarkeiten eines Hammerzehs konfrontiert.

Darsteller geben alles

Die jungen Nachwuchsschauspieler geben alles. Sie haben ganz offensichtlich großen Spaß an den hanebüchenen Alltagssituationen und den ins Absurde gipfelnden Dialogen und tiefschwarzen Pointen. Als roter Faden kommt immer wieder die Ärztin Mrs. Pilks (Anna Zitz) zu Wort. Die Schülerin führt die eigentlich autarken Episoden zu einem köstlich verschrobenen Ganzen zusammen. Verbunden werden die einzelnen Szenen von passender Musik.

Theater am Verdener Domgymnasium

Am Ende der „Irrsinnsfahrt“ gab es viel Beifall und teils stehende Ovationen für die Beteiligten. Die Frage, was verrückt ist und was nicht, blieb allerdings ungeklärt.

Die zweite und und dritte Aufführung von „Mrs. Pilks Irrenhaus“ finden heute, 17. März, und Montag, 20. März, um 19 Uhr in der Aula des Domgymnasiums statt. Karten zum Preis von drei beziehungsweise fünf Euro sind in der Buchhandlung Vielseitig und an der Abendkasse erhältlich.

nie

Mehr zum Thema:

Mercedes-AMG GT Roadster: Sturmwarnung aus Stuttgart

Mercedes-AMG GT Roadster: Sturmwarnung aus Stuttgart

Geheimdienst-Kontrolleure: Umgang mit Gefährdern neu ordnen

Geheimdienst-Kontrolleure: Umgang mit Gefährdern neu ordnen

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Trump wendet sich radikal vom Klimaschutz ab

Trump wendet sich radikal vom Klimaschutz ab

Meistgelesene Artikel

Wartehäuschenbau unter keinem guten Stern

Wartehäuschenbau unter keinem guten Stern

Mit 2,24 Promille in einen Vorgarten

Mit 2,24 Promille in einen Vorgarten

Kreatives mit Kehrseite inklusive

Kreatives mit Kehrseite inklusive

Achimer Wolfgang Mindermann singt in der Elbphilharmonie

Achimer Wolfgang Mindermann singt in der Elbphilharmonie

Kommentare