Viren auf dem Rückzug

Corona-Maßnahmen sorgen für Rückgang von diversen Infektionskrankheiten

Trotz des Rückgangs anderer Infektionskrankheiten hatten sämtliche Hausärzte um Landkreis mit Corona alle Hände voll zu tun.
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Trotz des Rückgangs anderer Infektionskrankheiten hatten sämtliche Hausärzte um Landkreis mit Corona alle Hände voll zu tun.

Verden – Regelmäßiges Händewaschen, starke Kontaktreduzierung zu anderen und bei Nicht-Einhaltung des Mindestabstandes eine Maske tragen: Seit nunmehr einem Jahr gelten aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus überall strenge Hygieneregeln. Genau diese Maßnahmen haben im vergangenen Jahr dazu beigetragen, dass andere Infektionskrankheiten deutlich seltener aufgetreten sind.

So auch im Landkreis Verden – das bestätigen Ralf Bergmann von der DAK-Gesundheit, Dr. Peter Ahrens, Ärztlicher Direktor der Aller-Weser-Kliniken, und Michael Schmitz, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung in Verden, im Pressegespräch.

„In der Summe waren, ohne Berücksichtigung des Coronavirus, 46,3 Prozent weniger Nachweise für Infektionskrankheiten gemeldet worden“, berichtet Bergmann. Laut einer Analyse der DAK-Gesundheit von Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) gingen Norovirus-Infektionen sogar um 50 Prozent zurück. „Diese sich gerade in Gemeinschaftseinrichtungen rasch verbreitende Erkrankung wurde im vergangenen Jahr somit deutlich weniger gemeldet“, so Bergmann weiter. Aber auch sogenannte Kinderkrankheiten kamen weniger häufig vor: So gingen beispielsweise die Windpocken um 81,6 Prozent zurück und Erkrankungen durch Rota-Viren sogar um 88,2 Prozent.

Corona-Regeln zur Eindämmung der Pandemie wirken

Als Grund für den Rückgang gerade dieser Viren nennt die Krankenkasse die Corona-Maßnahmen der Regierung. „Der positive Effekt zeigt, dass die Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie prinzipiell wirken“, schildert Ralf Bergmann. „Die Maßnahmen wie etwa Schul- und Kitaschließungen, Homeoffice, Abstandsregeln, Kontaktbeschränkungen und Hand-Hygiene haben beispielsweise die Übertragung von Atemwegs- und Magen-Darm-Erkrankungen verhindert und damit insgesamt einen positiven Einfluss.“

Außerdem weise die Statistik des RKI bei der typischen Reiseerkrankung Denguefieber einen rückläufigen Trend auf. So gingen hier die Fallzahlen von eins auf null zurück.

„Auch wir merken deutlich, dass die Zahl an gemeldeten Infektionskrankheiten seit dem Beginn der Pandemie zurückgeht“, berichtet Michael Schmitz. „Die Grippewelle ist 2020 quasi weitestgehend ausgefallen.“ Allerdings müsse dazugesagt werden, dass dieser Trend nicht nur auf den Kreis Verden zutreffe, sondern auf ganz Deutschland. So seien laut Angaben des RKI im gesamten Bundesgebiet 29,7 Prozent weniger meldepflichtige Erkrankungen registriert worden.

Hausarztpraxen im Landkreis Verden ausgelastet

„Trotz dieses Rückgangs waren sämtliche Hausarztpraxen im Landkreis mehr als ausgelastet“, so der Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung. „Die Ärzte stehen seit Monaten vor maximalen Herausforderungen.“ Natürlich habe es wegen der rückläufigen Infektionszahlen zwar eine Entlastung gegeben. Das sei allerdings direkt durch das Coronavirus, Impfungen und andere, nicht weniger wichtige Aspekte wieder wettgemacht worden.

Ebenfalls vor großen Herausforderungen, die sie soweit aber gut meistern, stehen die Aller-Weser-Kliniken. „In der Tat haben die Pandemie und der damit einhergehende Lockdown zu einer Reduktion von diversen Infektionskrankheiten geführt“, berichtet Ahrens, Ärztlicher Direktor und Leiter der Hygienekommission. Er könne sich an gerade einmal drei gemeldete Influenza-Fälle in 2020 erinnern. „Die Zahl der Lungenentzündungen ist auch stark zurückgegangen, gerade bei älteren Menschen.“

Leitender Ärztlicher Direktor der AWK geht von keiner hohen Dunkelzahl aus

Von einer hohen Dunkelzahl an nicht gemeldeten Infektionskrankheiten geht Ahrens nicht aus. „Es mag im Einzelfall vorgekommen sein, das Leute nicht ins Krankenhaus gegangen sind und das zu Hause durchlebt haben, aber das war keinesfalls die Regel“, erklärt er.

Positiv aufgefallen sei ihm, dass seit Pandemiebeginn viele eher dazu bereit sind, sich gegen Influenza und Grippe impfen zu lassen als vorher. „Allein bei uns im Krankenhaus haben sich ein Drittel Menschen mehr zur Impfung angemeldet“, berichtet der Ärztliche Direktor. Das habe eine vor Kurzem durchgeführte Abfrage ergeben.

Sobald die Pandemie vorbei ist und Sicherheitsabstand sowie das Tragen einer Maske nicht mehr vorgeschrieben sind, wird die Anzahl an Infektionskrankheiten laut Ahrens allerdings zweifelsohne wieder höher werden.

Weitere Informationen unter www.dak.de/presse oder www.twitter.com/dakgesundheit.

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