Viertes Urkundenbuch der Bischöfe und des Domkapitels von Verden in Arbeit

Ein Schatz für Heimatforscher

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Präsentierten gestern die Bände des Urkundenbuches der Bischöfe und des Domkapitels (v.l.): Dr. Hans-Eckhard Dannenberg, Dr. Arend Mindermann, Bürgermeister Lutz Brockmann und VGH-Regionaldirektor Dirk Wurzer.

Verden - Von Volkmar Koy. Seit 1997 arbeitet Dr. Arend Mindermann an einem Projekt, das sich ohne weiteres als sein Lebenswerk bezeichnen ließe. Drei feuerrote Bände stehen schon in den Büchereien, 2017 folgt der nächste. Gestern stellte Mindermann die fortgeschrittenen Arbeiten in Form von Band vier der Presse vor.

Der Geschäftsführer des Landschaftsverbandes Stade, Dr. Hans-Eckhard Dannenberg, sprach gestern gar von einem „Jahrhundertwerk“, dem sich der gebürtige Achimer Mindermann angenommen habe. Im einzelnen geht es um das Urkundenbuch der Bischöfe und des Domkapitels von Verden. Der Autor selbst bezeichnete die bisherigen Bände als eine Darstellung des „prallen Alltagslebens“, die überdies viele mittelalterliche Quellen zur Geschichte Verdens und der Region für Wissenschaft und Heimatforschung erschließt.

Legt man die Anzahl der von Mindermann gesichteten Urkunden zugrunde, dann hat der Experte täglich 0,9 Dokumente bearbeitet. Das wird noch ein paar Jahre so weitergehen, ist doch die Herausgabe des fünften und damit letzten Bandes im Jahre 2020 geplant. Auch die Finanzierung ist gesichert. Die VGH-Stiftung stellte 20000 Euro in Aussicht. ÖVB/VGH-Regionaldirektor Dirk Wurzer sprach gestern von gut angelegten Geldern, die selbst Laien- und Familienforschern zahlreiche neue Erkenntnisse bieten dürften.

Als Mindermann vor 18 Jahren ans Werk ging, war nicht klar, was ihm in den Folgejahren „blühen“ würde. Ein Archiv nach dem anderen wurde in zahlreichen europäischen Ländern gesichtet, ständig kamen neue Erkenntnisse hinzu. Es sei von ihm deutlich gemacht worden, warum solche Projekte so viel Zeit kosteten, ergänzte Dannenberg.

Mindermann hatte ferner mit erheblichen Verlustmeldungen zu kämpfen. Viele Urkunden wurden Opfer von Kriegen oder anderen Widrigkeiten. Manchmal war es ein regelrechtes Puzzlespiel, zum Ziel zu gelangen. Mindermann: „Von 50 päpstlichen Urkunden sind bis auf zwei alle weg.“ Bürgermeister Lutz Brockmann dazu: „Eine unheimlich spannende Geschichte.“ Das scheint auch mit ein Beweggrund zu sein, warum Mindermann so „viel Herzblut und Begeisterung“ nach eigener Darstellung an den Tag gelegt habe.

Auch die Stadt lässt sich bei so viel Engagement nicht lumpen, gibt pro Jahr 7600 Euro dazu. Und wer jetzt noch ein passendes Weihnachtsgeschenk sucht, wird im örtlichen Buchhandel fündig. Die ersten drei Bände kosten allerdings die Kleinigkeit von 45, 49,80 und 55 Euro. Ob es jemals eine digitalisierte Ausgabe der Forschungen Mindermanns geben wird, steht noch aus Kostengründen in den Sternen. Brockmann jedenfalls sieht die Bände vielmehr noch jahrelang in diversen Buchregalen.

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