In der vierten Generation Orthopädie-Schuhmacher / Juniorchef mit 24 Jahren

Familie Horstmann macht Menschen mobil

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Leisten immer noch überwiegend Handarbeit: Karl und Matthias Horstmann.

Verden - In der Familie Horstmann hat das Schuhmacherhandwerk eine lange Tradition. Schon 1934 hat Karl Horstmann senior die Schuhmacherei gegründet, die 1983 Sohn Karl-Heinrich übernommen hat. Fünf Jahre später bestand wiederum dessen Sohn Karl die Meisterprüfung im Orthopädieschuhmacherhandwerk. Er machte sich später mit einer eigenen Werkstatt in Verden selbstständig. Seit 1999 ist die Firma in der Eitzer Straße ansässig und wird mittlerweile in vierter Generation von dem erst 24-jährigen Orthopädie-Schuhmachermeister Matthias Horstmann geführt.

Es sind keine gewöhnlichen Schuhe, die dort hergestellt werden. „Der Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Planung und Anfertigung von Maßschuhen mit orthopädischen Elementen und von Einlagen“, erklärt der 24-Jährige. Dazu müsse man viel über die Zusammenhänge von Fuß, Schuh und Bewegung wissen.

Man kann auch sagen, dass die Horstmanns der Kundschaft wieder auf die Füße und zu einem harmonischen Gangbild verhelfen, zumal das Tragen von individuell angepassten Schuhen oder Einlagen auch Schmerzen lindern oder sogar ganz beseitigen kann.

Obwohl Matthias Horstmann schon als Jugendlicher zunächst in der Werkstatt seines Großvaters Karl-Heinrich in Neddenaverbergen und später bei seinem Vater Horst Schuhmacherluft geschnuppert und hin und wieder auch ausgeholfen hat, war sein Weg als Orthopädieschuhmacher zuerst nicht unbedingt vorgesehen. „Ich konnte mir auch eine Ausbildung im Bereich Kfz oder Elektrotechnik vorstellen. Einzig ein Handwerksberuf, der sollte es schon sein“, erzählt der junge Mann.

Doch dann wurde das Fortführen der Familientradition doch zum Traumberuf. „Es macht mir einfach Freude zu helfen, dass Menschen mobil bleiben. Besonders schön ist es, wenn man die Erfolge der Arbeit an Kindern sieht“, so der junge Meister, der seinen Beruf als sehr vielseitig beschreibt: von der Beratung bis zur Fertigung.

Die Schuhe mit den orthopädischen Elementen werden zunächst präzise geplant und dann über die Leisten individuell hergestellt. „Die Schuhe, die wir hier herstellen, sind allesamt Maßanfertigungen“, sagt er.

„Obwohl unser Beruf längst auch technisiert ist und wir beispielsweise spezielle Computerprogramme einsetzen, ist alles noch immer von viel Handarbeit geprägt“, erzählt Horstmann junior, der auch für seine Meisterprüfung einen ganz besonderen Schuh anfertigen musste. „Jeder Meisterprüfling bekam einen speziellen Fall zugeteilt und hatte dann mit Augenmerk auf die orthopädisch relevanten Details einen Schuh zu planen und herzustellen“, erklärt er.

Eine Aufgabe, die Matthias Horstmann, der bereits als Geselle Kammer- und Landessieger sowie Vierter auf Bundesebene wurde, bravourös gemeistert hat. „Ich bin stolz auf Matthias und überzeugt von seinem Können“, lobt sein Vater, der daher keine Probleme damit hat, den Betrieb selbst Stück für Stück loszulassen.

Mit der Meisterwerkstatt im Haus können dort auch gekaufte Schuhe direkt geändert, neu geschustert oder diverse Hilfsmittel fußgenau angepasst werden. Zudem führt das kleine Ladengeschäft eine Auswahl an bequemen Schuhen, die aber trotzdem modern aussehen.

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