Vierte „Stallgasse“ in der Verdener Innenstadt / „In diesem Jahr ist hier noch mehr los als 2014“

Ein tierischer Ausflug auf das Land

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Kinder konnten im Rahmen der „Stallgasse“ Nägel um die Wette in Holzbalken schlagen.

Verden - Tierisch was los war gestern in der Verdener Innenstadt. Die City hatte sich mit Boxen, Stroh und lebendigen Tieren kurzerhand in eine „Stallgasse“ verwandelt. „Ich habe darauf vertraut, dass das Wetter besser wird. Und es hat geklappt. Die Veranstaltung ist gut besucht“, freute sich Imke Sievers, federführende Organisatorin vom Kaufmännischen Verein zu Verden.

Auf der Flaniermeile zwischen Lugenstein und Norderstädtischem Markt präsentierten sich Kunsthandwerker und Firmen sowie Vereine und Verbände. Insgesamt gab es 89 Stände und somit fast 30 mehr als im vergangenen Jahr. Der Kaufmännische Verein hatte bereits zum vierten Mal in Kooperation mit der Stadt Verden und der Turniergesellschaft das besondere Stadtfest im Rahmen des Internationalen Dressur- und Springfestivals organisiert. Die Verantwortlichen hatten ein vielfältiges Programm mit Musik, Aufführungen und Aktionen auf die Beine gestellt.

Daher zog die „Stallgasse“ auch mehrere Tausend nationale und internationale Besucher in die Fußgängerzone. Alle wollten gelehrige und sportliche Jagd-, Hüte-, Lauf- sowie Familienhunde und die Reiterstaffel der Polizei Hannover sehen.

Die neunjährige Vivienne und der fünfjährige Finn besuchten zusammen mit ihren Eltern die Veranstaltung. Die beiden durften in das vom Wasserbüffelhof Warpe aufgestellte Gehege und mit dem Kalb Babalu schmusen. „Er hat ein niedliches Gesicht“, schwärmte Vivienne, bevor sie und ihr Bruder weiterzogen zu den gescheckten Bergschafen. Der 17-jährige Torben Schwarze war mit seinen „Wollknäueln“ zu der Veranstaltung gekommen, weil er die Rasse bekannter machen wollte. „Die Tiere mag ich, weil sie eine tolle Ausstrahlung haben. Ihr schmaler ramsnasiger Kopf, das gescheckte Vlies und die großen, breiten, hängenden Ohren sind ihre Markenzeichen“, sagte der Verdener.

Ein paar Meter weiter zeigten Mitglieder des Deutschen Falkenordens ihre Greifvögel. „Ich habe hier einen jungen Wanderfalken auf dem Arm. So viele Menschen hat der noch nie gesehen“, sagte Werner Grützner, der umringt war von Interessierten. Sein Raubvogel habe noch keinen Namen. Den bekomme er erst, wenn er das erste Mal Beute gemacht habe. Ab August dürfe er mit seinem Liebling Rabenkrähen jagen.

Die Besucher waren aber nicht nur damit beschäftigt, Tiere zu bestaunen und zu streicheln. Sie stöberten ebenfalls ausgiebig an den Ständen, die Kunsthandwerk, Futter und Zubehör anboten. So gab es Konfitüren, Ketten, Taschen, Dekoratives aus Eisen, Leckerlis und vieles mehr zu erwerben.

„Ich habe von meinen Eltern und Großeltern gelernt, wie man die Korbimkerei betreibt“, erklärte Heinrich Inselmann. Er zeigte gemeinsam mit Helmut Gose das Flechten von Bienenkörben, den sogenannten Lüneburger Stülper. Währenddessen verarbeiteten die Ehefrauen der beiden, Helga und Ulrike, Wolle am Spinnrad.

Die großen und kleinen Gäste ließen sich aber auch vom vielfältigen Musikprogramm und den Tanzvorführungen der Aller-Liners unterhalten. Besonders viel Interesse weckte das Programm „Das Pferd in Beruf und Freizeit“ auf der Bühne am Lugenstein, durch das Dr. Enno Hempel souverän führte.

Die Verdener Geschäfte, die bis 21 Uhr geöffnet waren, trugen teils durch eigene Aktionen zum Erfolg der Veranstaltung bei. Im Schaufenster der Buchhandlung Vielseitig waren zum Beispiel Spielzeugpferde versteckt. Wer genau hinschaute und die richtige Anzahl entdeckte, konnte einen von mehreren Gutscheinen gewinnen. In der Buchhandlung Heine lasen Mitarbeiter Kindern hingegen die Geschichte „Cowboy Klaus und das pupsende Pony“ vor.

„In diesem Jahr ist hier noch mehr los als 2014. Es sind vor allem viele Gäste aus Dänemark da“, berichtete Corina Coors aus Walsrode, die Kissen für Menschen und Hunde verkaufte.

as

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