Vier Verdener strampeln für den guten Zweck / 30588 Euro schon an Spenden

Hauch von Tour de France

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Jürgen Jakob und Rolf Zepp zeigen das Plakat der Radtour Ride for Help.

Verden - So ein Radmarathon kann schon eine echte Schinderei sein, aber für den guten Zweck beißt man schon mal die Zähne zusammen. Das dachten sich auch Rolf Zepp und Jürgen Jakob von der Firma Mars sowie Wolfgang Struif und Peter Krohn von der Cycling Community Verden, die beim elften Ride for Help, der Mars Cycle Challenge 2015, für die Ausbildung von Assistenzhund Ole für Stefanie Eckhoff aus Kirchlinteln in die Pedale getreten haben.

Beim Ride for Help werden Sponsorengelder für erbrachte Kilometer-Leistungen von jedem Teilnehmer in Spenden umgewandelt und damit auf besondere Weise die Ausbildung von Begleithunden als Partner und Helfer für behinderte Menschen in verschiedenen Ländern unterstützt. Dass der Kraftakt der insgesamt 29 durchtrainierten Radler viel Spendengeld einbringt, hat am Montagvormittag bereits die beeindruckende Zwischenbilanz von bislang 30588 Euro gezeigt.

Über 500 Kilometer lang, elf Alpenpässe und Steigungen von annähernd 20 Prozent: Das sind nur ein paar nackte Zahlen, die hinter dem Ride for Help (wir berichteten), der Charitytour auf den Spuren der Tour de France, stehen. Am Sonntag ist das Verdener Radler-Quartett von seinem Muskeleinsatz für den guten Zweck zurückgekehrt, und alles ist zur Zufriedenheit der vier Radler verlaufen. „Es geht uns allen gut; auch unseren Kehrseiten“, sagen lachend Zepp und Jakob, die am Montagmorgen bereits wieder am Schreibtisch saßen.

Ganz nüchtern ausgedrückt ist der Ride for Help eine Radtour über fünf Tagesetappen von Aix les Bains über die Alpen bis ins bei Grenoble gelegene Uriage (beides in Frankreich). Dass dabei beachtliche Höhenmeter zu überwinden sind, ist der Region geschuldet und stellt für die Teilnehmer eine große Anstrengung dar. Zepp und Jakob erzählen von den Strapazen, die jeder der Teilnehmer auf sich genommen hat. So haben die Radler schon am ersten Tag der Tour ordentlich was auf die Mütze bekommen, weil es den ganzen Tag über wie aus Eimern geschüttet hat.

Am zweiten Tag war der Spuk aber vorbei und die nächsten Tagesetappen wurden bei trockener Witterung geradelt. Die teils große Hitze und die gewaltigen Höhenmeter hätten sich auch bei den routiniertesten Sportlern bemerkbar gemacht. „Man kommt an die Grenzen der physischen Leistungsfähigkeit und fragt sich zuweilen auch, „warum tue ich mir die Schinderei eigentlich an?“, sagt Zepp. Er selbst sei am Ende der Tour noch einmal besonders heftig auf seinen „inneren Schweinehund“ getroffen: elf Kilometer Anstieg, 1200 Höhenmeter und eine Steigung von acht Prozent, wo doch schon über 400 Kilometer in den Beinen steckten. „Die Welt wird dann ganz klein, weil man nur noch minimalistisch denkt, keine Kilometer mehr zählt, sondern sein Denken höchstens noch auf die Umdrehungen der Pedale richtet“, reflektiert Zepp.

Für ihn ist der Ride for Help im Grunde genommen bereits Routine. Zepp stellte sich bereits zum elften Mal der Herausforderung, während es für Jakob die Jungfernfahrt war. „Die Tour mit den großen Alpen-Pässen zu fahren ist allen Strapazen zum Trotz toll und für jeden Radsportler eine besondere Herausforderung“, findet er. Denn so, wie ein Langstreckenläufer einmal im Leben einen Marathon laufen wolle, treibe es einen Radler auf die Spuren der Tour de France. „In den steilen Anstiegen kommt man zwar ans Limit, aber die Abfahrten mit Geschwindigkeiten von über 70 Stundenkilometern sind nicht zu unterschätzen“, sagt Jakob, der sich gut vorstellen kann, dass seine Beteiligung am Ride for Help keine Eintagsfliege bleibt. „Ich weiß zwar nicht wann, aber ich werde sicher nochmal mitfahren“, sagt er. Und sein Kollege Zepp? Der ist bei der Mars Cycle Challange 2016 dabei.

Wer sich über den aktuellen Spendenstand informieren oder eine Spende leisten möchte, kann das im Internet unter www. Mars-ride-for-help.betterplace.org tun. Spenden sind über das Konto des Vereins Hunde für Handcaps unter dem Stichwort „Stefanie Eckhoff – Mars Ride for help“, Spendenkonto 5202420003 bei der Berliner Volksbank, BLZ 10090000, Iban DE51 1009 00005202420003 möglich.

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