Vier Störche suchen Paten

Wenn der Horst zu voll und der Nachwuchs zu verhungern droht, dann wird der schwächste Vogel entnommen. Foto: wienken

Verwaist, verstoßen oder vernachlässigt: Die vier kleinen Störche, die Petra Müller in Dauelsen, in der Storchenstation aufpäppelt, haben in den wenigen Wochen ihres Daseins schon allerhand mitgemacht. Jetzt sucht der Förderverein zum Schutze des Weißstorches im Landkreis Verden Paten für die Nestlinge.

Verden/Landkreis – Aus Rethem im benachbarten Heidekreis, aus Blender und aus Armsen stammen die vier Küken, die derzeit noch liebevoll in der Intensivpflege der Storchenstation betreut werden. „Und bei normaler Witterung rechnen wir nicht damit, dass es in diesem Jahr noch mehr werden“, sagt Silke Brünn, Schatzmeisterin des Fördervereins.

Dem Quartett, zwischen zwei und vier Wochen alt, gehe es gut, sagt Betreuerin Petra Müller mit einem Lächeln. Die beiden Kleinen aus Armsen hatte Wildstorchbetreuer Joachim Winter aus dem Nest geholt, nachdem ein Elternteil durch den Flug in eine Windkraftanlage ums Lebens gekommen war (wir berichteten). Auch das Blender Küken, laut Brünn „ein ganz kleines Würmchen“, hatte man vorsorglich aus dem Horst geholt. Hier hatten die Eltern bereits ein jüngeres Geschwisterchen aus dem Nest geworfen.

Ein ähnliches Schicksal war auch dem kleinen Storch aus Rethem widerfahren. Nach seinem Rausschmiss sei er aber zunächst auf ein Dach und erst von dort auf den Boden gefallen, weiß Silke Brünn. Das habe den Sturz gemildert, sodass sich der Knirps nur ein paar Prellungen zugezogen habe.

In Kooperation mit der Verdener Aller-Zeitung bietet der Weißstorch-Verein unter dem Vorsitz von Landrat Peter Bohlmann Interessierten die Möglichkeit, sich um eine Patenschaft für eines der Jungtiere zu bewerben.

Die Übernahme dieses Amtes ist mit der einmaligen Zahlung von 50 Euro verbunden. Dafür darf der Pate den Namen für den Storch aussuchen. Er erhält eine Urkunde und wird informiert, falls es Neuigkeiten über „seinen“ Storch gibt. Nur ein Besuch des Tieres auf der Intensivpflegestation ist coronabedingt in diesem Jahr nicht möglich. „Es ist einfach zu eng, um hier den Abstand von 1,50 Meter einzuhalten“, sagt Petra Müller. So können sich Mensch und Tier frühestens Ende Juni/Anfang Juli kennenlernen, wenn die Störche fit genug sind, um in die große Station umzuziehen.

Jedes Tier auf der Station erhält einen Ring mit einer individuellen Nummer. Taucht der Zugvogel anderenorts auf, kann über die Ziffernfolge seine Heimat lokalisiert werden. „Wenn wir dann eine Meldung kriegen, geben wir das an den Paten weiter“, sagt Silke Brünn.

Insgesamt, so die Schatzmeisterin, sei es bislang ein recht gutes Jahr für die Störche gewesen. Die Nester im Kreisgebiet seien ausreichend besetzt, sogar ein neuer Naturhorst, also nicht von Menschenhand vorbereitet, sei entstanden. „Alles andere muss man abwarten.“ Ein totaler Kälteeinbruch in Kombination mit starkem Regen könnte zum Problem werden. „Aber wenn sie jetzt die erste trockene Phase überstehen, ist alles gut.“  kp

Bewerbungen

um eine Patenschaft können ab sofort unter dem Stichwort „Storchenpatenschaft“ per E-Mail an redaktion.verden@kreiszeitung.de geschickt werden. Einsendeschluss ist Dienstag, 19. Mai, um Mitternacht. Aus allen Einsendungen werden die Gewinner ermittelt und ihre Namen dann an den Förderverein zum Schutze des Weißstorches im Landkreis Verden weitergegeben. Er setzt sich dann mit den Paten in Verbindung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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