Vier Stunden lang über die Festmeile der Domweih

So viele Leute wie nie begleiten den Trauerzug

Die Beerdigungsgemeinschaft in der Innenstadt in Höhe der Verdener Aller-Zeitung. - Fotos: Röttjer

Verden - Ganz schön ins Schwitzen kamen die Mitglieder der Beerdigungsgemeinschaft der Verdener Domweih, die am Donnerstag dem Anlass entsprechend in Schwarz gekleidet das 1033. Volksfest „zu Grabe“ trugen. „So extrem heiß haben wir es eigentlich noch nie erlebt“, stellte der Vorsitzende der Gemeinschaft, Franz-Josef Jurdzik, fest.

Seit Mitte der 1970er-Jahre gibt es den Brauch, die „tollen sechs Tage“ in der Reiterstadt mit einem Sarg und dessen standesgemäßer „Bestattung“ in der Aller enden zu lassen.

Das Akzent-Hotel Höltje war Treffpunkt für etwa 20 Mitglieder der Gemeinschaft, darunter dem „Pastor“ des Trauerzuges, Udo Grotzsch, sowie für die Musiker des Bläserkorps Dörverden, die sich hier für den etwa vierstündigen Gang über den Festplatz mit dem Grillangebot von Höltje stärkten. Wie seit etlichen Jahren üblich, ging es vom Pöttjermarkt über den Festplatz bis zur Bodega, wo kurz vor Mitternacht der Abmarsch zur Südbrücke startete. Unterwegs wurden mehrere Festzelte angesteuert und da auch eine Karussellfahrt üblich ist, dauerte es eben seine Zeit.

Viel beachtet vom Publikum: Das Domweih-Modell über dem Sarg.

„Da wir diesmal unseren Sarg mit der auf dem Deckel aufgebauten und durch eine Plexiglas-Abdeckung geschützten Miniatur-Domweih dabei hatten, waren noch Fragen von interessierten Festbesuchern zu beantworten“, hieß es von Jurdzik. Darunter seien erstaunlich viele Verdener gewesen. Bei jedem Halt staunten die Besucher und hier vor allem die Kinder über die filigrane Arbeit. Die vorher angefragten Festwirte und Schausteller versorgten den „Trauerzug“ mit Getränken, und nach einem Ehrentanz und einem von Jurdzik überreichten Geschenk bedankte sich der mit einem gerahmten Foto mit einem Domweihmotiv, bedankten.

Kurz vor Mitternacht machte sich der inzwischen auf mehrere hundert Gäste angewachsene Trauerzug zur Südbrücke auf den Weg, wo mit dem Verdener Allersturz und einem Feuerwerk die Domweih endete.

Diesmal kommen alle richtig ins Schwitzen

„So viele Leute wie nie haben uns begleitet und verfolgten das Szenario an der Südbrücke“, so Petra Schnedler aus Bendingbostel, die sich seit mehr als 20 Jahren in der Gemeinschaft für den Brauch engagiert und diese Tradition äußerst spannend findet. Sie freut sich schon auf die 1034. Domweih, die am 1. Juni 2019 beginnt. Auch Jörg Uhlig wird dann wieder dabei sein. Als jetzt in Daverden wohnender echter Verdener Junge ist er seit zehn Jahren begeistertes Mitglied. 

Domweih endet mit traditionellem Allersturz

 © Harald Röttjer
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