Viele Kinder mit Migrationshintergrund besuchen Nicolaischule

Ein kunterbunter Haufen

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Sehen Multikulturalität als Bereicherung: Pia Nürnberg-Duda, Dirk Heitkötter und Schulleiterin Regine Meyer-Bolte (v.l.).

Verden - Dass Multikulturalität durchaus eine Bereicherung sein kann, dafür ist die Nicolaischule das beste Beispiel. An der Grundschule gibt es schon lange viele Kinder mit einem Migrationshintergrund. Trotzdem kommt niemand zu kurz, der Spagat zwischen der Förderung von hochbegabten Kindern und Kindern mit sprachlichen Schwierigkeiten scheint zu gelingen

„Die Nicolaischule stellt sich dieser Herausforderung. Sie kann dabei auf die Erfahrung der letzten 20 Jahre zurückgreifen, denn die multikulturelle Zusammensetzung der Schüler führt schon seit vielen Jahren zu einer sehr intensiven inneren Differenzierung und enger Teamarbeit aller an der Schule beteiligten Personen“, so Schulleiterin Regine Meyer-Bolte.

So gehört die Nicolaischule seit 2005 gemeinsam mit den beiden Gymnasien und dem katholischen Kindergarten dem Begabtenverbund in Verden an. Für den individualisierten Unterricht begabter Schüler stehen der Nicolaischule wöchentlich fünf zusätzliche Unterrichtsstunden zur Verfügung. Diese werden dazu genutzt, Angebote über den normalen Unterricht hinaus durchzuführen, zum Beispiel in den Fächern Deutsch, Mathematik, Kunst, Computer-AGs oder einer zusätzlichen Fremdsprache.

„Neben der intensiven Förderung der Hochbegabten ist es jedoch ebenso wichtig, Kindern mit nicht ausreichenden Deutschkenntnissen einen guten Start in einer Regelklasse zu ermöglichen“, betont Meyer-Bolte. Auch dieses hat an der Nicolaischule schon eine lange Tradition. Bereits 1986 gab es mit großem Erfolg die erste Sprachlernklasse an der Schule.

Am 1. Februar wurde nun wieder eine solche Klasse mit zusätzlichen Lehrerstunden für Flüchtlingskinder eingerichtet. 15 Stunden stellt die Landesschulbehörde für spezielle Deutschstunden für Flüchtlingskinder zusätzlich zur Verfügung. „Was bedeutet, dass die Förderung dieser Kinder nicht zu Lasten deutscher Kinder geht“, erklärt die Schulleiterin.

In der Sprachlernklasse werden Kinder mit nicht ausreichenden deutschen Sprachkenntnissen in der Regel in 23 Wochenstunden in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht auf den Alltag in der Regelklasse vorbereitet. „Somit werden die Regelklassen entlastet und es wird für alle Schüler eine gerechte Differenzierung möglich“, so Meyer-Bolte.

Dass auch die Eltern voll hinter dem Konzept der Nicolaischule stehen, bestätigen die Elternratsvorsitzende Pia Nürnberg-Duda und der Vorsitzende des Fördervereins, Dirk Heitkötter.

„Bunt wie unsere Gesellschaft sind die Kinder an dieser Schule. Die Eltern müssen wirklich keine Angst haben, dass ihre Kinder wegen der Flüchtlinge hinten runter fallen“, so Pia Nürnberg-Duda.

„Dadurch, dass so viele Kinder an dieser Schule einen Migrationshintergrund haben, gibt es praktisch in jeder Klasse einen Dolmetscher. So lernen die Kinder viel schneller deutsch und werden auch viel schneller integriert. Der kunterbunte kulturelle Haufen wird als Bereicherung gesehen. Das ist eine tolle Schule, hier lernen die Kinder auch etwas fürs Leben“, ergänzt Heitkötter. Der Vorsitzende des Fördervereins ist außerdem begeistert vom freiwilligen Engagement der Eltern. „Viele sind dabei, wenn es gilt, Zeit zu investieren; ein Zeichen, dass es stimmt.“

Im Januar gab es nun von offizieller Seite durch die niedersächsische Schulinspektion anerkennende Bestätigung für die Grundschule. Analysiert wurden die Qualität des Unterrichts, des Schulmanagements sowie die Qualität von Partnern und Projekten.

Darüber hinaus wurden Schüler und Eltern über Unterricht, Partizipation, Leitbild, Transparenz der Arbeit oder Zufriedenheit befragt. „Alles in allem haben die Inspektoren unserer Schule ein, so wörtlich, sensationelles Ergebnis bescheinigt“, freut sich Regine Meyer-Bolte.

ahk

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