66 Aktive waren mit dabei

Aktion „Saubere Ufer“ der Verdener Sportfischer

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Ordentlich zu tun: Große und kleine Dinge sammelten die Verdener Sportfischer an Aller und Weser ein.

Verden - Alle Hände voll zu tun hatten die Verdener Sportfischer. 60 Aktive machten sich auf den Weg, um die Ufer von Aller und Weser zu säubern. „So viele waren noch nie dabei“, freute sich zweiter Vorsitzender Rainer Becker über das Engagement. Und noch jemand durfte sich freuen. Gemeinsam mit seiner Gruppe stieß Gewässerwart Michael Weisenfels unter der Nordbrücke auf einen „dicken Fisch“ – ein gut erhaltenes Portemonnaie.

„Gleich, als ich zu Hause angekommen war, habe ich das Fundstück genauer untersucht und festgestellt, dass wichtige Papiere wie Personalausweis, Führerschein und andere Nachweise eines Verdeners darin steckten“, berichtete Weisenfels. Da der Besitzer nicht allzu weit weg wohnte, machte sich der Sportfischer auf den Weg, um ihm seine Papiere zu bringen. „Die Freude des Mannes war riesengroß, als ich ihm seine Papiere wieder aushändigen konnte.“ 

Und damit nicht genug. Als Finderlohn gab es 20 Euro. Das Geld wird gut angelegt. Bernd Hundertmark, Jugendwart und Leiter der „Krabbelgruppe“ der Jungangler, darf sich über die Spende für die Nachwuchsarbeit freuen. Die Geldbörse, so erfuhr Weisenfels von dem Besitzer, war diesem drei Tage zuvor in der Kreissparkasse gestohlen worden. Die Polizei war bereits eingeschaltet, hatte aber nicht helfen können.

Neben den „dicken Fischen“ gab es im Verlauf der Aktion „Saubere Ufer“ noch weitere ungewöhnliche Fundstücke, die bei den Beteiligten vielfach für Kopfschütteln und Unverständnis sorgten. Rainer Becker zählte auf: „Klappstuhl, Kissen, Grill mit Essensresten, verschiedene Plastikreste, Ketchup-Flaschen, Glas-Flaschen aller Art, Sprühdosen, Spaten, Besen, ein komplettes Zelt mit Gestänge, eine Plane, Reifen mit Felge, eine volständige Garnitur Oberbekleidung, eine Sonnenliege, eine abgebrannte Mülltonne, mehrere Bündel Zeitungen, eine Wolldecke, Paddel, Bohlenbretter und eine endlose Menge Kleinkram aller Art. 

Das macht einen schon sprachlos.“ Und wo lag das ganze Zeug? „Wie üblich in Ritzenbergen, Panzerstraße, Maulohe, Eystrup, Stedorf, an der Weser in Döhlbergen-Hutbergen, an der Alten Aller und der Aller in Verden. Aber Gottseidank gibt es ja uns, die Müllsammler vom Verein der Sportfischer Verden“, nahm es Becker mit Fassung.

Er war dankbar über die zahlreiche Unterstützung der Aktiven. Zur Ehrenrettung der Sportfischer sei zudem ausdrücklich erwähnt, dass angeltypische Hinterlassenschaften wie Mais- oder Madendosen, Schnurreste und Ähnliches kaum gefunden wurden, berichtet der zweite Vorsitzende. 

Damit das so bleibt, weist er noch mal auf die aktuelle Satzung hin: „Verschmutzungen von Ufer und Gewässer sowie Angeln an verunreinigten Angelplätzen wird mit einer Gebühr von 75 Euro geahndet. Campingähnliche Zustände wie Feuerstellen, Zelten und Grillen sind verboten und werden mit einem Bußgeld von 100 Euro bestraft.“

Die 66 Aktiven durften sich nach getaner Arbeit über die obligatorische Gulaschsuppe freuen. Die Zahl brachte die Organisatoren zunächst in Verlegenheit. „Wir mussten nachbestellen, aber die zuständige Schlachterei hat uns bestens unterstützt, alle wurden satt“, so Becker. 

Und noch eine gute Nachricht gab es für die engagierten Mitglieder: „Gemäß unserer Vereinssatzung ist jedes Mitglied verpflichtet, aktiven Umweltschutz durch Pflegearbeiten an von uns betreuten Gewässern zu leisten. Alle Teilnehmer an der Aktion dürfen sich ihren Einsatz als Arbeitsdienst anrechnen lassen“, sagte Becker.

mw

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