Eine Austellung im Domherrenhaus zeigt, was in 50 Jahren aus Lego geworden ist

Viele bunte Plastiksteine

+
Christian Lange hat beim Aufbau von Legolandschaften eine unglaubliche Geduld.

Verden - Das Domherrenhaus, Historisches Museum Verden, widmet seine aktuelle Sonderausstellung einem Thema, das kleine wie große Besucher begeistern dürfte: „Stein auf Stein – Bausteinwelten aus Lego“, lautet der Titel der Ausstellung, die ab Dienstag besichtigt werden kann und die sich der rund 50-jährigen Lego-Geschichte widmet.

Die Exponate stammen aus der Sammlung von Andrea und Christian Lange aus Eschede, ergänzt durch Ausstellungsstücke ihres Neffen Johannes Lange und dessen Freundin Tanja Rode. Auf diese Weise gibt die Schau einen umfangreichen historischen Überblick über das vom dänischen Tischler Ole Kirk Christiansen erfundene Spielzeug.

Hauptsammler und Architekt Christian Lange ist seit seiner Kindheit von der Baustein-Welt aus Dänemark fasziniert. Mit dem Sammeln fing er bereits Ende der 60er-Jahre an. Inzwischen hat er in über 400 Umzugskartons fünf Jahrzehnte Lego Geschichte zusammengetragen – von den Anfängen aus Holz über die ersten Steine und Figuren, Modelle und Themengebiete von Star Wars über Ninjas und Harry Potter bis hin zu Tierfiguren und nostalgischen Szenen. Schätzungsweise 2 500 Modelle besitzt er bereits. Doch so genau weiß er das gar nicht, geschweige denn die Anzahl der einzelnen Legosteine. „Wer Lust hat, sie einmal zu zählen, kann gerne in Kontakt mit mir treten“, sagt er schmunzelnd.

Als Junge hätten ihn primär die Möglichkeiten des Konstruierens und Bauens an Lego interessiert. „Später hat sich mein Interesse verlagert und es kam mir zunehmend auf die Botschaften hinter den Legosteinen an, auf die geschichtlichen Hintergründe, gesellschaftliche Entwicklungen etwa“, erzählt Lange, der 1969 von den Eltern das erste Legospielzeug geschenkt bekam. „Das war ein Tieflader mit Kran, die Kartonnummer 337“. Von diesem allerersten Modell hat er noch den Aufbauplan, wie er überhaupt alle Pläne gesammelt und ordentlich archiviert hat. Viele Themen hätten sich im Laufe der Jahrzehnte wiederholt, angepasst an die jeweilige Zeit. „Das ist für mich interessant, weil ich in Epochen denke“, sagt der Architekt, der in der Ausstellung auch einige Holzarbeiten aus Christiansens Werkstatt zeigt.Neben Lange ist auch dessen Ehefrau der Sammel- und Bauleidenschaft verfallen: „Sie baut am liebsten die Stadthausmodelle zusammen. Und sie schimpft auch nie, dass ich zu viel Geld für das Hobby ausgebe“, berichtet Lange. Eher sei das Gegenteil der Fall.

„Beispielsweise habe ich einmal die Chance vertan, das begehrte Taj Mahal-Modell von Lego für 350 Euro zu erwerben und dafür habe ich dann prompt eine Rüge von meiner Frau kassiert.“ Lange und seine Frau verhehlen nicht, dass ihre Sammelleidenschaft neben Geld auch viel Arbeit kostet. „Vor Ausstellungen werden die Modelle zu Hause 1:1 aufgebaut. Danach müssen alle Teile wieder neu verpackt, katalogisiert und ins Depot transportiert werden.“ Aus diesem Grund wären die Eheleute auch froh, wenn sich ein Interessent für ein Lego-Museum fände, um die Exponate dauerhaft auszustellen. „Das kann gerne auch in Verden sein, sofern die Räumlichkeit wenigstens 500 Quadratmeter messen.“ Das sei wichtig, damit die Sammlung überhaupt wirke. Lange würde die Exponate sogar kostenlos zur Verfügung stellen.

In insgesamt zehn vorausgegangenen Ausstellungen hat Lange die Erfahrung gemacht, dass sich sowohl Erwachsene als auch Kinder für die Lego-Modelle interessieren und, so hofft er mit Museumsleiter Dr. Björn Emigholz, Museumspädagogin Julia Nehus und dem Ideengeber der Ausstellung, Museumsmitarbeiter Stefan Berends, auch in Verden auf viele Besucher.

Die Museumspädagogik lädt im Beiprogramm zur Ausstellung und im Rahmen der Aktion „Verden frühstückt“ am Sonnabend, 28. Mai, Kinder bis zwölf Jahre zu einer Lego-Bauaktion ins Domherrenhaus ein. Nehus: „Die Kinder bekommen eine Führung durch die Ausstellung und sie werden gebeten, einen Schuhkarton mit Legosteinen mitzubringen, um aus den Steinen zu einem vorgegebenen, noch geheimen, Thema ein Objekt zu bauen.“

Die drei besten Ergebnisse werden von einer Jury prämiert und mit einem Warengutschein eines Spielwarengeschäftes über 25, 15 und zehn Euro ausgezeichnet. Die Teilnahme an der Aktion ist kostenlos, um eine Anmeldung unter der Telefonnummer 04231/2169 wird allerdings gebeten.

Die Ausstellung „Stein auf Stein – Bausteinwelten aus Lego-Bausteinen“ ist bis zum 27. Juli im Domherrenhaus zu sehen.

nie

Mehr zum Thema:

Kims Halbbruder starb durch Nervengift VX

Kims Halbbruder starb durch Nervengift VX

Die schönsten Bilder vom Wiener Opernball 2017

Die schönsten Bilder vom Wiener Opernball 2017

"Holiday on Ice" in Bremen

"Holiday on Ice" in Bremen

"Auf der Suche nach Peer Gynt" am GaW

"Auf der Suche nach Peer Gynt" am GaW

Meistgelesene Artikel

Siegerfaust für Madame

Siegerfaust für Madame

Anstecknadeln und Rosen überreicht

Anstecknadeln und Rosen überreicht

Radfahrer schwer verletzt

Radfahrer schwer verletzt

„Unternehmer des Jahres wird man nicht alleine“

„Unternehmer des Jahres wird man nicht alleine“

Kommentare