Engagement der Kaufmannschaft spiegel sich in Resonanz auf Echterdinge wider

Viele Aktivitäten mit stets den gleichen Akteuren

Torben Schmitting löst Sonja Hausmann als Schatzmeister des Kaufmännischen Vereins ab. - Foto: Preuß

Verden - Die Verdener Kaufleute blicken auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Der damit verbundenen Tradition fühlten sich am Dienstagabend allerdings nur sehr wenige verpflichtet. Und so saßen beim Echterdinge im Hotel Höltje, der Jahreshauptversammlung des Kaufmännischen Vereins, kaum mehr Teilnehmer im Publikum als am Vorstandstisch. Es reichte nicht einmal für die Beschlussfähigkeit. Das hatten sich die Aktiven um den ersten Vorsitzenden Harald Nienaber anders vorgestellt.

Jedes Jahr aufs Neue locken Aktionstage zahlreiche Kunden in die Innenstadt. Autosonntag, Verden frühstückt, Stallgasse und Weihnachtszauber nannte Ralf Böse, stellvertretender Vorsitzender, einige Beispiele für das vergangene Jahr. Dabei dankte er vor allem Imke Sievers und Aike-Simone Ensink für deren Engagement bei der Umsetzung.

Es gebe sicher noch Potenzial für weitere Veranstaltungen, warb Pressewartin Anke Böse nicht nur um Ideen, sondern auch um weitere Mitstreiter. Der Buchhändlerin liegt vor allem die samstägliche Öffnungszeit bis 18 Uhr am Herzen. 17 Einzelhandelsgeschäfte in der Verdener Innenstadt beteiligen sich bislang daran, einige unter ihnen allerdings nicht immer verlässlich, bedauerte sie.

Ihre Bitte, die sie auch im Namen der Stadt weitergab: Wenn am Samstag, 28. Mai, in Verden erstmals ein Bläserklassentag mit rund 3 000 Schülern stattfindet, sollten möglichst alle Geschäfte bis um 18 Uhr geöffnet haben.

Als eine, die sich lange gegen den 18-Uhr-Sonnabend gestemmt habe, outete sich Maria Mahnke. Jetzt nahm die Buchhändlerin ihre Ablehnung zurück. Seit Anfang des Jahres mache sie mit „und es läuft super gut“, freute sie sich.

„Wir müssen uns bewegen“, appellierte Mahnke an ihre Kollegen und wies auf den größten Konkurrenten des Einzelhandels hin: „Das Internet hat 24 Stunden auf.“

Mehr Engagement für die Verdener Innenstadt, die Steigerung der Attraktivität gab auch Anke Böse als Parole aus. Dazu hätte der Verein gerne mehr Leute im Boot. „Der Vorstand alleine kann das nicht stemmen“, sagte sie.

Mangels Teilnehmern blieb dieser Aufruf freilich am Dienstag so gut wie ungehört. Und glaubte man den Worten der scheidenden Schatzmeisterin Sonja Hausmann, wird das Gros der Arbeit auch in Zukunft an einigen wenigen hängen bleiben. Sie jedenfalls habe den Eindruck gewonnen, dass es in Verden Usus sei zu denken: Die Veranstaltungen finden ja sowieso statt, da müsse man sich weder engagieren noch Mitglied im Kaufmännischen Verein sein, fand Hausmann deutliche Worte.

Möglichkeiten, sich einzubringen, und sei es in Form von konstruktiver Kritik, gibt es auch über das Echterdinge hinaus. Beispielsweise bei den Stammtischen an jedem letzten Mittwoch eines Monats, 19 Uhr, im Hotel Höltje.

Diese Treffen böten eine gute Gelegenheit, gemeinsam Ideen zu entwickeln, stimmte Heike Schmidt zu. „Aber es ist mühsam, wenn immer nur die gleichen kommen“, nahm die Einzelhändliern ihre Kollegen in die Pflicht. „Es geht nur in der Gemeinschaft, einer alleine kann nie stark werden. Aber das verstehen viele nicht.“

Vielleicht mag die Idee des nunmehr ehemaligen dritten stellvertretenden Vorsitzenden Sven Sottorff den Stammtischen Auftrieb verleihen. Er regte an, die Treffen künftig in Mitgliedsunternehmen des Kaufmännischen Vereins abzuhalten.

Sottorf hatte am Dienstag nicht wieder für sein Vorstandsamt kandidiert und dies mit seiner Tätigkeit als Ratsherr begründet. Ein Nachfolger für ihn fand sich nicht. Dafür konnte der Posten des Schatzmeisters wieder besetzt werden: Steuerberater Torben Schmitting rückte für Sonja Hausmann nach.  J kp

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