ALV-Projekt präsentiert sich nach 18 Monaten Umbau und Renovierung

Viel mehr Platz für Gebrauchtmöbel und mehr

Auch die neue Inneneinrichtung haben Beschäftigte gebaut. Foto: Niemann

Verden – Noch bis morgen laden die bundesweit 124 kommunalen Jobcenter zu einer Aktionswoche ein, in der sie sich und ihre Leistungen präsentieren. Städtetag und Landkreistag wollen mit ihrer Kampagne „Stark. Sozial. Vor Ort.“ auf die Bedeutung kommunaler Arbeitsmarktpolitik aufmerksam machen. Eines von den 124 ist das Jobcenter von Arbeit im Landkreis Verden (ALV). In der Aktionswoche präsentiert die Einrichtung ihr wohl bekanntestes Projekt zur Integration, Qualifizierung und Beschäftigung „Gebrauchtmöbel und mehr“.

Die ALV nutzt die Gelegenheit, die erweiterten Verkaufsräume im Burgfeld 7 vorzustellen, die die Beschäftigten in 18 Monaten umgebaut und renoviert haben.

„Die Nachfrage ist anhaltend groß und das Geschäft im Burgfeld weit über Verden hinaus als Top-Adresse für gebrauchte Möbel, Haushaltswaren und vieles mehr bekannt“, unterstrich Abteilungsleiter Georg Thunert im Pressegespräch. Kunden kämen sogar aus dem Umland angereist und einige Stammkunden seien fast täglich da. Der langjährige Mitarbeiter freut sich: „Unsere Beschäftigten werden anerkannt, sie bekommen viel positives Feed-Back. Besser kann es nicht gehen.“

Zurzeit sind 100 Langzeitarbeitslose aus Berufsfeldern wie Lager, Logistik, Einzelhandel, Reinigung sowie mit Grundlagenwissen aus den Handwerksberufen Tischlerei, Malerei und Elektrik beschäftigt. Das Projekt bietet ihnen die Möglichkeit, sich binnen sechs bis zwölf Monaten neu zu orientieren und durch Betriebsabläufe nahezu in Echtzeit in den regulären Arbeitsmodus zurückzufinden.

Teamleiterin Abi Kahrs ergänzt: „Zur Qualifizierung der Teilnehmer zählt aber noch mehr. Beispielsweise können wir sogar Gabelstaplerfahrer durch unser eigenes qualifiziertes Personal ausbilden. Theoretische Schulungseinheiten zu Themen wie Arbeitssicherheit oder Deutschunterricht runden die Angebote ab.“

Dass die Qualifizierung Langzeitarbeitsloser Kern des Unternehmens ist, wissen laut Thunert nur wenige. „Die Bürger nehmen wohl wahr, dass es hier die Möglichkeit gibt, gut erhaltene Gebrauchtware abzugeben oder sie kostenlos abholen zu lassen oder selbst als Kunde das eine oder andere Schnäppchen zu entdecken. “ 20 Mal am Tag holen die Mitarbeiter Gebrauchtwarenspenden ab und 500 Mal im Jahr liefern sie aus. Hinzu kommen die Kunden im Laden. „Das können täglich 400 sein“, so Thunert.

„Die Teilnehmenden finden jetzt angemessene Arbeitsbedingungen vor. Der neue Sozialraum und die Sanitäranlagen tragen zu einem gesunden und guten Arbeitsklima bei.“ Auch die Bedingungen für die Aufarbeitung der Ware seien verbessert. Für Petra Schütte, Leiterin des Fachdienstes Arbeit im Kreishaus, ist das Angebot unverzichtbar. Es ermögliche selbst in extremen Notlagen wie nach einem Wohnungsbrand oder in einer Trennungssituation nach häuslicher Gewalt kurzfristig eine Grundausstattung zum Wohnen und Haushalten.

„Gebrauchtmöbel und mehr ist im Landkreis aus der sozialen Angebotsstruktur nicht mehr wegzudenken. In den Jahren 2015 und -16 in der großen Zuwanderungswelle war es eine wichtige Säule für die Grundausstattung der Flüchtlinge. Die Projektpädagoginnen Angela Goldbach und Martina Meinardus weisen auch auf den ökologischen Vorteil hin: „Gebraucht kaufen heißt auch Ressourcen zu schonen.“  nie

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