Vertreter des Wochenmarktes mischen sich ein und kämpfen für ihre Interessen

„Als gäbe es uns gar nicht“

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Anne Emde und Roland Arndt gehören der Marktvertretung an. Emde ist zudem Beisitzerin im Fachausschuss.

Verden - Von Erika Wennhold. Zwischen der Stadt Verden und den Händlern auf dem Wochenmarkt lief es nicht immer rund. Kurzfristige Verlagerungen, unglückliche Standorte oder nicht nachvollziehbare Entscheidungen führten zu Ärger und Protesten. Das soll nicht so bleiben. Die Händler haben sich zusammengetan und eine Interessenvertretung gewählt. Anne Emde und Claus Gribbohm bilden eine Doppelspitze.

Stefan Schumacher und Roland Arndt stehen als Vertreter zur Verfügung. Zusammen wollen sie verhindern, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird. Dieses Ziel ist mit der Wahl von Anne Emde als Beisitzerin im Marktausschuss des Verdener Stadtrates quasi schon erreicht. Emde: „Wir haben oft das Gefühl gehabt, gar nicht in die Überlegungen mit einbezogen worden zu sein. So, als gäbe es uns gar nicht.“

Als besonders ärgerlich bezeichnete Emde, die seit 30 Jahren zweimal in der Woche mit ihrem Gemüsestand nach Verden kommt, die Ausbreitung des Weihnachtsmarktes. „Wir wollten uns dienstags anschließen und einen großen Markt bilden. Aus Platzgründen war das aber nicht mehr möglich.“

Was viele nicht wissen: Ändert sich der Standort, bleiben Stammkunden weg oder finden ihren Händler nicht. Emde: „Gerade auf die sind wir aber angewiesen, von der Laufkundschaft können wir alle nicht leben.“ Ihre Umsatzeinbußen beliefen sich zur Weihnachtsmarktzeit auf 40 Prozent. „Das bezahlt uns ja keiner, das ist ganz allein unser Problem.“

Und zu allem Überfluss nicht das einzige. Seit Jahren sinkt bei allen Händlern der Umsatz, machen sich immer weniger Menschen auf den Weg, um frisches Gemüse, Blumen, Fleisch oder Fisch direkt beim Erzeuger zu kaufen. „Ein Strukturproblem“, analysiert die Obst- und Gemüsebäuerin, das nicht hingenommen werden soll. Innerhalb einer Marketinggruppe, die sich aus Vertretern der Stadtverwaltung, Markthändlern, Geschäftsleuten und Veranstaltern zusammensetzt, soll ein Konzept erarbeitet werden, das hilft, Kundschaft zurückzugewinnen.

„Der Wochenmarkt muss mit Vielfältigkeit und Qualität interessant bleiben.“ Anne Emde bedauert, dass in den vergangen Jahren mehrere alteingesessene Standbetreiber aufgegeben oder aus Altersgründen aufgehört haben. „Aber es kommt etwas nach. Einmal im Monat wird zum Beispiel demnächst die Ölmühle aus Hagen Grinden auf dem Freitagsmarkt stehen.“ Der Bio-Käse-Stand sei leider wieder weg, aber ein Fleisch-Feinkosthändler dazu gekommen. Viele ihrer Nachbarn, ob am Dienstag in der Fußgängerzone oder am Freitag am Fuße des Doms bezeichnet die neue Marktsprecherin als Perlen im Gesamtgefüge. Der Wochenmarkt als Alleinstellungsmerkmal dürfe nicht vernachlässigt, und schon gar nicht stiefmütterlich behandelt werden. Zusammen mit Claus Gribbohm, Stefan Schumacher und Roland Arndt will Anne Emde eine neue Zeit einläuten.

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