Vorfall im November

Versuchter Totschlag: Streit um Rap-Video auf dem Bahnhof Verden

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Der Hauptangeklagte. 

Verden - Ein Streit um ein Rap-Video, über das sich eines der Opfer zuvor in sozialen Netzwerken lustig gemacht haben soll, gilt als Auslöser einer Messerstecherei am 23. November 2017 im Verdener Bahnhof. Gedreht haben sollen das Video drei Angeklagte, die sich seit gestern vor dem Landgericht Verden verantworten müssen. Alle wegen gefährlicher Körperverletzung. Einem 31-Jährigen aus Langwedel wird zudem versuchter Totschlag vorgeworfen.

Der erste Verhandlungstag beschränkte sich im wesentlichen auf das Verlesen der Anklageschrift. Anschließend äußerten sich die 21 und 33 Jahre alten Angeklagten zu ihren persönlichen Verhältnissen. Der 21-Jährige wohnt in Verden, der 33-Jährige war zuletzt in Achim wohnhaft, hat aber derzeit keinen festen Wohnsitz. Beide sind auf freiem Fuß. Ihnen wird gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der 33-Jährige soll bei der Tat selbst auch mit einem Messer verletzt worden sein.

31-Jähriger in Haft

Der 31 Jahre alte Angeklagte äußerte sich gestern noch gar nicht. Seit dem 30. November 2017 sitzt er in Haft. Ihm wird neben dem versuchten Totschlag, gefährliche Körperverletzung und Beihilfe zur gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung vorgeworfen.

Gegen 19 Uhr sollen sich die Angeklagten mit weiteren Personen auf dem mittleren Bahnsteig des Verdener Bahnhofs befunden haben. Eine andere Gruppe, zu der die beiden später Verletzten gehörten, auf dem Bahnsteig des Gleises eins.

Zunächst soll diese Gruppe von den Angeklagten mit Steinen beworfen worden sein. Eines der späteren Opfer soll über die Gleise zum mittleren Bahnsteig gegangen und dort von dem Angeklagten mit „gezücktem Messern“ empfangen worden sein.

Laut Anklageschrift soll zunächst der 33-Jährige auf den Mann eingeschlagen haben. Der 21-Jährige „würgte ihn mit beiden Händen und stach mit einem Messer dem Opfer mindestens zweimal in das Bein“, heißt es in der Anklageschrift. Die Stichverletzungen seien „potenziell lebensgefährlich“ gewesen.

Fortsetzung am 4. Juli

Das nächste Opfer soll versucht haben, den 21 Jahre alten Angeklagten wegzuziehen. Der Mann sei dann selbst von dem 31-Jährigen angegriffen worden. „In Kenntnis der Gefährlichkeit seines Tuns“, verlas Erste Staatsanwältin Dr. Annette Marquardt, habe der Langwedeler dem Mann einen Stich in den Thorax verpasst. Es sei ihm „egal“ gewesen, ob der Mann verstirbt. Als jemand gerufen habe, dass die Polizei kommt, seien die Angeklagten weggelaufen.

Durch den Stich sei bei dem zweiten Opfer eine Arterie verletzt worden. Die Folge: ein massiver Blutverlust. Nur durch eine Not-Operation habe der Todeseintritt verhindert werden können. Wohnort und Alter der Opfer wurden gestern noch nicht genannt.

Die 3. Große Strafkammer hat eine umfangreiche Beweisaufnahme vorgesehen und dafür zehn weitere Verhandlungstage eingeplant. Fortgesetzt wird der Prozess am 4. Juli. 

wb

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