Gartenprojekt im Bürgerpark Verden stellt sich vor

Wo verschiedene Kulturen gedeihen

Gute Pflege zahlt sich aus: Im Garten von Keman Osmanlioglo wächst sogar ein Feigenbäumchen.

Verden - Lasst Blumen sprechen: Zu einem „Tag der offenen Tür“ hatten die „Interkulturellen Gärten im Bürgerpark Verden“ eingeladen. Dort hat die vierte Freiluftsaison begonnen und bringt durch Gärtnern Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft zusammen. Gemeinsam säen, pflanzen, ernten oder auch nur Unkraut jäten und dabei plaudern – Idylle pur.

Und während die Sonne schien und kaum eine Wolke den Himmel trübte, lockten der Duft von frischgebackenem Blätterteig und weiteren Knabbereien zum gemütlichen Beisammensein im einstigen Schrebergarten. Interessierte konnten sich in Ruhe umsehen, das Gespräch mit Hobbygärtnern oder den Projekt-Koordinatoren Wilma-Maria Reif, Karin Weinert-Mensen, Sabine Münzberg oder Kemal Osmanlioglo suchen und sich außerdem über die Bedingungen für die Übername einer Parzelle informieren.

Im Jahr 2003 hatte der städtische Präventionsrat den „Stein ins Rollen gebracht“ und schon im Jahr darauf haben die ersten Migranten, Deutsche, Junge und Alte die ersten Gärten bestellt und miteinander Freizeit verbracht: „Denn das Miteinander der Freiluftschaffenden steht eindeutig im Vordergrund“, betonen die Verantowrtlichen. Und anders als in manchen Kleingartenanlagen üblich, gibt es keinen Wettbewerb darum, wer das schönste und größte Gartenhäuschen hat.

Und die Idee gewinnt immer mehr Anhänger: Waren vor der Veranstaltung noch einige Parzellen frei, sind nun alle 27 Flächen vergeben. Wilma-Maria Reif freut sich darüber, denn mit den neuen Bewirtschaftern für die 15 bis 20 Quadratmeter großen Parzellen wird auch die Verkrautung der bislang brach liegenden Flächen gestoppt.

Horia Abdi und Mohammed Karro, zwei syrische Asylbewerber, zählten ebenfalls zu den Interessenten. Das Paar, das in Achim wohnt und in Verden einen Deutschkurs besucht, war gleich Feuer und Flamme für das Projekt und hätte am liebsten sofort mit Harke und Schaufel losgelegt, nachdem sie Susanne Ehrlich durch die Anlage geführt hatte.

„Es geht hier um Gemeinsamkeit“, verdeutlichte auch Bürgermeister Lutz Brockmann, der die Gärten als wichtige Begegnungsstätte von Menschen unterschiedlicher Nationen, Kulturen, Religionen und Sprachen versteht. „Daher bin ich auch den Kontaktpersonen für deren Engagement sehr dankbar“, sagte er.

Die aktiven Gärtner pflanzen Gemüse, Kräuter, Obst und Blumen an. „Wir tauschen Saatgut aus und hin und wieder gedeiht auch Exotisches wie der Feigenbaum auf der Parzelle von Kemal Osmanlioglo“, erzählen die Bürgerparkgärtner, die sich immer am ersten Freitag eines Monats treffen.

Interkulturelle Gärten im Bürgerpark Verden

Übers Gärtnern hinaus sind alle gemäß ihrer Fertigkeiten gefragt, schließlich wollen auch die Facebookseite gepflegt oder Gemeinschaftsveranstaltungen wie das Sommerfest am Sonnabend, 7. August, organisiert werden. Aber so wächst die Gemeinschaft zusammen. „Jeder, der Interesse hat, ist herzlich willkommen, bei uns vorbeizuschauen. Es ist eine tolle Möglichkeit zu gärtnern und dabei neue Menschen kennen zu lernen“, sagt Weinert-Mensen.

Ein kleines Problem gebe es aber doch noch. Wilma-Maria Reif: „Wir suchen dringend einen funktionstüchtigen Handrasenmäher. Das Mähen mit unserem alten Modell wird immer schwieriger und ist ein Kraftakt.“

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