Großeinsatz der Polizei an den BBS Dauelsen / Schwerverletzter außer Lebensgefahr

14 Verletzte bei Schlägerei

Am Sonnabend, gegen 19 Uhr, griff die Polizei durch. Als einige Flüchtlinge umquartiert worden waren, beruhigte sich die Lage.

Verden - „Es scheint eine überfallartige Aktion gewesen zu sein“, sagte Jürgen Menzel als Sprecher der Polizeiinspektion Verden/Osterholz zu den Geschehnissen am Sonnabend in der Flüchtlingsunterkunft bei der Berufsschule in Dauelsen. Um kurz vor 19 Uhr soll eine bislang unbekannte Anzahl von Personen in die Sporthalle eingedrungen sein. Es soll dann eine Auseinandersetzung mit rund 50 Beteiligten gegeben haben und am Ende musste ein 14 Jahre alter Afghane mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik geflogen werden. Die Polizei richtete eine 15-köpfige Mordkommission ein.

Ob der Junge, dem es inzwischen offensichtlich besser geht, an der Auseinandersetzung aktiv beteiligt war oder nur hilfloses Opfer ist, konnte noch nicht ermittelt werden. Zu einer Aussage gegenüber der Polizei stand der 14-Jährige noch nicht zur Verfügung. . „Er hat durch massives Schlagen oder Treten schwere Kopfverletzungen davon getragen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Wie bereits bei einer Auseinandersetzung am Freitag in der selben Notunterkunft sollen sieben Personen verletzt und teilweise in Krankenhäuser eingeliefert worden sein. Am späten Freitagabend sollen bis zu 30 überwiegend männliche Bewohner unterschiedlicher Ethnien aneinander geraten sein, weil sich zunächst zwei Bewohner um eine angeblich gestohlene Lautsprecherbox gestritten hatten. Dabei soll unter anderem mit Eisenstangen und Feuerlöschern aufeinander eingeschlagen worden sein.

Sieben Verletzte mussten mit Rettungswagen in verschiedene Krankenhäuser gebracht werden, gegen neun Personen im Alter zwischen 14 und 43 Jahren wird unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs und Körperverletzung ermittelt. Zwei 14 und 16 Jahre alte Jugendliche mussten die Nacht im Polizeigewahrsam verbringen.

Die Polizei vermutet, dass die Geschehnisse am Freitag Motiv für die Tat am Sonnabend waren. „Um kurz vor 19 Uhr drang eine bislang unbekannte Zahl von Personen gewaltsam in die Notunterkunft ein und schlug mit Schlagwerkzeugen auf Anwesende ein. Zeugenangaben zufolge sollen zeitweilig bis zu 50 Personen an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen sein“, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei.

Es gibt zwar einen Sicherheitsdienst in der zur Notunterkunft umfunktionierten Sporthalle, doch die Mitarbeiter sollen auf Grund des überfallartigen Eindringens nicht in der Lage gewesen sein, dem entgegenzutreten. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes sei selbst leicht verletzt worden, informierte Polizeisprecher Jürgen Menzel.

Zeitweise wurde die Neue Schulstraße gesperrt. Vor Ort war ein Großaufgebot der Polizei im Einsatz und so ziemlich alles,was der Rettungsdienst im Landkreis Verden zu bieten hat. Die Polizei war noch lange nach dem Abtransport der Verletzen und zur Beruhigung der Situation mit zahlreichen Beamten vor Ort. Immer wieder rückten neue Kräfte an. Mit gezückten Schlagstöcken und Hundeführern begaben sich Beamte zur Sporthalle, mussten aber offenbar nicht einschreiten. Durch die Oberlichter der Halle waren Kinderstimmen zu hören. Kein Geschrei oder Tumult, alles wirkte sehr ruhig.

Um weiteren Auseinandersetzungen vorzubeugen, wurde ein Teil der Flüchtlinge noch in der Nacht zum Pfingstsonntag in andere Notunterkünfte gebracht. Beim Transport half unter anderem die Feuerwehr.

Ein 19-Jähriger, der am Samstagabend zunächst in Gewahrsam genommen worden war, steht als Tatbeteiligter fest, wurde jedoch inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt. Nach weiteren Beteiligten wird noch gesucht. Die Ermittlungen des Zentralen Kriminaldienstes wurden über die Feiertage fortgeführt. Insgesamt sind 14 Verletzte zu beklagen.

Gegen neun Personen wurde wegen der Auseinandersetzung am Freitag Ermittlungen eingeleitet und diese teilweise in Gewahrsam genommen. Die Mordkommission bittet Zeugen, die am Samstagabend, zwischen 18 und 20 Uhr, verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Umfeld der Dauelser Notunterkunft beobachtet haben, sich unter der Telefonnnummer 04231/8060 bei der Polizei Verden zu melden. - wb

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