Deutsche Erdöl AG (Dea) erfährt breite Ablehnung

Verlagerung der Panzenberg-Bohrung kommt nicht in Betracht

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Ein Betriebsstättenmodel unter Plexiglas wird von Scharnhorster Einwohnern skeptisch betrachtet.

Scharnhorst - Auf große Ablehnung in der Bevölkerung stoßen die Pläne der Deutschen Erdöl AG (Dea), eine weitere Bohrung im Wasserschutzgebiet Panzenberg niederzubringen. Was dabei passiert und warum aus Sicht des Konzerns keine Gefahr für das Trinkwasser besteht, erklärte die Dea am Sonnabend bei einem „Info-Markt“ auf ihrem Betriebsgelände in Scharnhorst.

An der Kreisstraße 28, etwa auf halber Strecke zwischen der Ortschaft Scharnhorst und dem Wasserwerk Panzenberg ist die Bohrung „Völkersen Z12“ geplant. In direkter Nähe zu der seit 1998 bestehenden Bohrung „Völkersen Z4“. Ob es zu der Bohrung Z12 kommen wird, ist aber noch offen. Aktuell wird beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie des Landes Niedersachsen (LBEG) geprüft, ob für das Genehmigungsverfahren eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist.

In einem beheizten Zelt konnten sich die Besucher an mehreren Ständen über unterschiedliche Themen informieren. „Der ganze Prozess der Erdgasförderung ist komplex“, sagt Unternehmenssprecher Heinz Oberlach. „Wir wollten keine typische Vortragsveranstaltung“, erklärt er. „Die Besucher können sich so informieren, wie sie ihre Schwerpunkte setzen.“ Wie viele Besucher es gestern waren, ist nur schwer zu schätzen.

DEA will Bohrplatz nicht verlagern

Vier Stunden standen beispielsweise Lagerstätteningenieure und Geophysiker zur Beantwortung von Fragen bereit. Es gab technische Details zur Bohrung und der Verrohrung mit Stahlrohren, die zusätzlich mit Zement verfüllt werden. Oberlach hatte übrigens bei einem früheren Termin das Prinzip der Verrohrung mit einer zusammenschiebbaren Autoantenne verglichen, die verkehrt herum im Boden steckt.

In der oberen wasserführenden Ebene bis 223 Meter werde mit einem zusätzlichen Sicherheitsrohr gearbeitet. Etwa in 3 500 Meter Tiefe soll die Bohrung etwas Richtung Osten abschwenken. Eine Verlagerung des Bohrplatzes kommt für das Unternehmen nicht in Betracht. „So können wir die vorhandene Infrastruktur nutzen“, erklärte eine Mitarbeiterin der Rechtsabteilung. Die bestehende Anlage werde zu über 90 Prozent genutzt. 

Erhöhung der Gefahr für Erdbeben befürchtet

Kritiker fürchten durch eine weitere Bohrung auch eine Erhöhung der Gefahr für Erdbeben. Am Sonnabend wurde erklärt, dass die Ebene „Rotliegend“, aus der das Erdgas gefördert wird, von anderen Gesteinsarten unterbrochen wird. Diese unterschiedlichen Bereiche verglich Lagerstätteningenieur Dirk Mooren mit Zimmern.

Das „Zimmer“, in dem es Erdbeben gegeben hat, sei etwa 20 Mal so groß wie das „Zimmer“, aus dem man in Scharnhorst fördern will, erklärte sein Kollege Christoph Koch: „Es bebt nicht im Zimmer, sondern an der Wand.“ In Scharnhorst sei alles kleiner, deshalb gebe es kaum Gefahren für Erdbeben.

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