Neubau für Waller Wehr

Verkleidung spaltet Verdener Finanzausschuss

Das freie Grundstück, auf dem der Neubau der Feuerwehr Walle errichtet werden soll.
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Ob nun mit Klinker- oder Holzfassade, fest steht: Der Neubau der Feuerwehr Walle mit einer Halle für vier Fahrzeuge soll auf diesem Grundstück errichtet werden, schräg gegenüber dem jetzigen, viel zu kleinen Standort.

Die Zeit drängt. Schon im August, so der Plan, soll der Neubau der Waller Wehr beginnen. Bislang ist aber noch nicht einmal der Bauantrag eingereicht. Der Finanzausschuss stimmte dem Vorhaben jedenfalls schon einmal zu. Allerdings bei vier Enthaltungen von SPD und Grünen wegen des Materials für die Fassadenverkleidung.

Verden-Walle – Der Neubau der Feuerwehr Walle wird realisiert, der Bauantrag eingereicht, der Architekt mit den weiteren Planungen beauftragt. So lautet sinngemäß der Beschlussentwurf, dem sich der städtische Ausschuss für Finanzen und Vermögen am Donnerstag anschloss. Allerdings bei vier Enthaltungen von SPD und Grünen. Damit folgte das Gremium nicht der einstimmigen Empfehlung des Ortsrates für den Entwurf. Nun liegt die Entscheidung beim Stadtrat, der am 18. Mai tagt.

Bauweise soll nachhaltig und ökologisch sein

„In nachhaltiger und ökologischer Bauweise“ soll das Gebäude errichtet werden. So hat es der Stadtrat im Dezember 2020 beschlossen. „Nachhaltigkeit bedeutet ja auch Langlebigkeit“, sagte Architekt Jens Focken von der Bremer Planungsgruppe Beichler + Rohr jetzt im Ausschuss und schlug daher als Verkleidung für die Außenwände des Sozialtraktes einen – ortstypischen – roten Klinker vor. Der sei frost- und feuchtigkeitsbeständig, hergestellt aus natürlichen Rohstoffen, von unbegrenzter Lebensdauer und wartungsfrei, konnten die Ausschussmitglieder dem Vergleich mit einer Holzverkleidung entnehmen.

Ein Kompromiss zwar, aber einer, mit dem auch Verdens Klimaschutzmanagerin Lisa Pischke leben kann. Sie verwies darauf, dass die Planung des Neubaus mit der Waller Wehr abgestimmt worden sei. „Ein nachhaltiges Gebäude bezieht die Wünsche seiner Nutzer mit ein“, betonte sie.

Klinker oder Holz - was ist sinnvoller?

Mit seiner Holzrahmenbauweise, Begrünung und Photovoltaik auf dem Dach, ökologischen Dämmstoffen und der Beheizung über eine Luftwärmepumpe berücksichtigt der Neubau viele Belange des Klimaschutzes. Für die Herstellung von Klinkern wird jedoch mehr als doppelt so viel sogenannte graue Energie aufgewendet als bei Holz. Außerdem weise dieses aufgrund der Speicherung von Kohlenstoffdioxid eine günstige, weil negative CO2-Bilanz auf. Und so hatten die Vertreter von Grünen und SPD von ihren Fraktionen den Auftrag erhalten, sich für einen Neubau mit Holzfassade einzusetzen.

Architekt Jens Focke hielt dagegen, dass das Holz gepflegt werden müsse. Selbst wenn die Farben und Lasuren mit einem ökologischen Stempel versehen wären, seien ihre Bestandteile doch künstlich erzeugt. „Natur hat keinen Anstrich.“

Die eigentliche Krux liegt aber noch woanders: Der ganze Bau soll nicht mehr als drei Millionen Euro kosten. Die sind nach der aktuellen Kostenberechnung mit 2,989 Millionen Euro fast schon erreicht. Gerade beim Baustoff Holz sei aber eine Preissteigerung von bis zu 50 Prozent, gleich bis zu 35 000 Euro, zu erwarten, hatte die Verwaltung dem Gremium vorgerechnet.

Keine Zeit für eine zweigleisige Ausschreibung

Dabei hätte die Waller Feuerwehr gerne noch eine Einbruchmeldeanlage für ihr neues Domizil. Herstellungskosten: circa 15 000 Euro. Zudem soll eine Einfriedung plus Tor, zumindest aber Hecke und Schranke das Grundstück an der Waller Heerstraße/Ecke Am Schulberg einfassen. Ingo Neumann (SPD) schlug daher vor, zunächst Holz- und Klinkerfassade auszuschreiben, um auf Basis des Preisvergleichs zu entscheiden. Eine zweigleisige Ausschreibung erfordere auch eine zweigleisige Planung, sagte Wolfgang Tobias, Leiter der Abteilung Hochbau im Rathaus. „Und die Zeit haben wir nicht.“

Der Plan sieht den Baubeginn für August vor. Ein Jahr später sollen die Halle mit ihren vier Einstellplätzen und das zweigeschossige Sozialgebäude stehen. Der jetzige Standort am Schulberg ist zu klein, auch ohne die Fahrzeuge, die noch kommen werden. Eins davon steht bereits an der Lindhooper Straße und nimmt dort Platz weg, den die Verdener Wehr selber dringend benötigt.

Von Katrin Preuss

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