Verkauf auf dem Weihnachtsmarkt zu Gunsten des Kindergartens

Domstollen muss noch reifen

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Der Verdener Domstollen, stilecht verpackt in einem Karton, der die Kirche darstellt.

Verden - Talar gegen Schürze tauschte Pastor Dieter Sogorski, um gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Kirchenvorstandes der Domgemeinde den Verdener Domstollen zu backen. Bäckermeister Horst Rotermundt aus Holtum-Geest stellte 50 Kilo Teig bereit, der gemeinsam vollendet und zu knapp 90 Stollen verarbeitet wurde.

Weil der Vorteig nach der Zubereitung noch eine Dreiviertelstunde ruhen musste, hatte Rotermundt diesen alleine vorbereitet. Danach überließ er seinen hochmotivierten Gästen die Hauptarbeit. Gemeinsam wurde der Teig mit Zutaten wie Rosinen, viel Marzipan und in Kirschwasser eingelegten Cranberries verfeinert. „Der Alkohol verfliegt beim Backen. Es bleiben die Geschmacksstoffe“, erklärte der Bäckermeister.

Als der Teig fertig war, ging alles ganz schnell. Abwiegen der für kleine und große Stollen erforderlichen Mengen, Kneten und Befüllen der Formen – alles ging wie am Fließband. Bei so vielen fleißigen Helfern konnten die Stollen schnell in den Ofen geschoben werden.

Die bibelfesten Bäcker hatten richtig Freude an der Zubereitung der „süßen Sünden“. Doch heißt es bei Matthäus: „...und führe uns nicht in Versuchung“? Pastor Sogorski winkte lachend ab und verwies darauf, dass der Stollen ursprünglich eine „Fastenspeise in der adventlichen Fastenzeit“ gewesen sei. Dafür wurde er jedoch ganz ohne Zucker, Butter, Rosinen und sonstige Zutaten gebacken, die ihn so lecker, aber auch kalorienreich machen. „Der Brotlaib wurde von außen mit Mehl bestäubt und stand als Bild für das Christuskind“, erklärte Sogorski. „Mit Erlaubnis des Papstes kamen erst später die weiteren Zutaten dazu.“

Kirchenvorstand backt Domstollen

Der Verdener Domstollen, übrigens mit Patent geschützt, braucht eine würdige Verpackung und so probierten sich die „Backmeister“ schnell als „Dombaumeister“. Zur Stärkung gab es zwischendrin einen Imbiss, dann wurde das Backwerk vollendet. Jeder Stollen wurde mit Butter und Mehl versiegelt, wie es Rotermundt nannte. „Stollen werden nicht so schnell schlecht. Je länger er liegt, um so besser ist dann das Aroma“, erklärte der Bäckermeister. Auf den guten Geschmack hat auch der Gewölbekeller des Doms einen positiven Einfluss, wo die Stollen vier Wochen lagern. Als Grund sieht er die konstanten Temperaturen.

„Das hat mir sehr gut gefallen, nächste Woche geht es weiter“, scherzte der Holtumer Bäcker, der nicht nur mit dem Verkauf des Domstollens bei der Eröffnung des Verdener Weihnachtsmarktes den Dom-Kindergarten unterstützt. Er spendet für die Kinder zudem 50 Cent von jedem Stollen, den er bis Weihnachten in seinen Geschäften verkauft wird.

Ein Grund für die Leiterin der Kita, Dorit Nörmann, sich an dem gemeinschaftlichen Backen zu beteiligen, das allen viel Spaß gemacht hat.

wb

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