Verjüngt in die Zukunft

Landvolk-Kreisverband: Neuer Vorstand stellt sich Herausforderungen

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Der Vorstand des Landvolk-Kreisverbandes mit Christian Intemann, Ingrid Wortmann, Holger Meier, Rebekka Brunckhorst, Wolfang Behling, Jörn Ehlers, Cord Heinrich Renken, André Mahnken, Hilmar Vajen und Mark Schunert (v. l.). Auf dem Foto fehlt Frank Beutner.

Landkreis/Hellwege - Auf die Zukunft ausgerichtet hat sich der Landvolk-Kreisverband Rotenburg-Verden. „ Der Vorstand wird immer jünger, der Spaßfaktor immer höher“, kommentierte Wahlleiter Heiner Meyer (Stemmen) die Ergebnisse der Wahlen auf der Delegiertenversammlung in Hellwege. Aber auch inhaltlich richtet der Verband den Blick in die Zukunft. „Nutztierhaltung im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftlichen Ansprüchen – was ist zu tun?“ war das Thema von Prof. Dr. Harald Grethe von Humboldt-Universität Berlin.

„Wir legen uns für die nächsten drei Jahre weiter ins Zeug“, versprach der Vorsitzende Jörn Ehlers, der gerade selbst im Amt bestätigt worden war. Dazu passt die Klausurtagung, die in Kürze für Vorstand und Geschäftsführer ansteht, um die Zukunft des Landvolks und der Landwirtschaft zu planen. „Wir Betriebe benötigen 200 Euro pro Tag, um nachhaltig wirtschaften zu können“, sagte der Kreislandwirt. Den Mitgliedern und der Gesellschaft stelle sich die Frage, wie das bei zunehmenden Forderungen an Tierhaltung, Auflagen, Gesetzen und Konkurrenz beziehungsweise Integration internationaler Märkte funktionieren kann.

Passend dazu das Thema des Gastredners. „Wie schaffen wir das eigentlich, eine wettbewerbsfähige Produktion aufrechtzuerhalten trotz stetig steigender Anforderungen an die Prozessqualität?“ Dies sei die zentrale Herausforderung deutscher Nutztierhaltung, meinte Harald Grethe. Gleichzeitig werde alles Mögliche an die Landwirtschaft herangetragen, was sie denn alles gleichzeitig zu tun hat – außer Produkte günstig zu produzieren – vor allem in den Bereichen Tier- und Umweltschutz. Das werde nicht über den Markt entlohnt. „Darum muss die Agrarpolitik sich kümmern“, plädierte Grethe. Er empfiehlt, sich der Diskussion zu stellen, wieviel Tierhaltung (gesellschaftlich) eigentlich gewollt ist. „Wieviel brauchen wir, wieviel tierische Produkte sollten wir eigentlich konsumieren?“ Der Wissenschaftler kritisiert, dass Bauernverband und Fachministerium schweigend dieses Thema von Nichtregierungsorganisationen besetzen lassen. Deutungshoheit und Diskussion würden damit aus der Hand gegeben und Themen von anderen gestaltet.

Prof. Dr. Harald Grethe.

Grethe fordert dazu auf, „Optionen zu entwickeln, Leistungen der Landwirtschaft zu honorieren in einer offenen Marktwirtschaft. Was nämlich gar nicht so leicht ist.“ Beispiele, die er nennt, sind sowohl die Einkommensquelle als Landschaftspfleger zu erkennen, wie auch die Nische als Betrieb zu besetzen, die Milch einer muttergebundenen Kälberaufzucht zu verkaufen, wie sich das manch ein Verbraucher wünsche.

Ehlers betonte, wie wichtig Kritik und Querdenker in den eigenen Reihen sind, um sich weiterzuentwickeln: „Der Verband ist keine einheitliche Masse.“ In der weiteren Verjüngung des Vorstandes sieht Ehlers eine große Chance für die Zukunft: „Wir kommen konstruktiv zu guten Lösungen, wenn sich jeder mit seinem Wissen einbringt.“ Am Dienstag wählten die Delegierten gleich drei neue Mitglieder, Rebekka Brunckhorst (32, Bult/Scheeßel-Westerholz), Mark Schunert (37, Visselhövede) und Frank Beutner (29, Wahnebergen) in den zwölfköpfigen Vorstand.

Den Platz für den Nachwuchs machten Friederike Schloh (Hellwege), Heiner Meyer (Stemmen) und Heinrich Zeyn (Dörverden) frei. Aller drei waren mehr als 20 Jahre im Vorstand tätig.

In ihren Ämtern bestätigt wurden der erste und zweite Vorsitzende, Jörn Ehlers (Holtum-Geest) und Christian Intemann (Bothel). Im geschäftsführenden Vorstand stehen ihnen André Mahnken (37, Otterstedt) und Hilmar Vajen (44, Sothel) zur Seite. Außerdem können Ingrid Wortmann (Beppen), Wolfgang Behling (Posthausen), Holger Meier (Brammer/Kirchlinteln), Dietmar Haase (Waffensen) und Cord Heinrich Renken (Vahlde) ihre Arbeit fortsetzen. „Keiner mit einer Fünf davor ist dabei, das wird eine tolle Zusammenarbeit“, war Wahlleiter Heiner Meyer zufrieden. 

bd

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