Bei Verhaftung Adrenalin pur

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Ein Foto von der Pressekonferenz des "Maskenmanns". 

Wer denkt, jetzt kommt die x-te Folge des „Tatorts“, der irrt. Was aber dann? Viel besser: die Realtität, die reine Wirklichkeit. Die Autoren schreiben: „Das Verbrechen lauert überall.“ Selbst im stillen Verden, wie es unlängst die Nachrichtenagentur dpa formulierte. Herausgekommen ist jetzt ein Buch mit dem Titel „Wahrheit – Tote haben Recht(e)“.

Verden – Autoren des Werks sind Dr. Annette Marquardt, Erste Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Verden, Martin Erftenbeck, ehemalige Leiter der Verdener Mordkommission, und Professor Klaus Püschel, Leiter des Hamburger Instituts für Rechtsmedizin. Zwei von ihnen präsentierten gestern bei der Kreissparkasse das Buch, natürlich nicht ohne Grund. Am Dienstag, 22. Oktober, werden sie um 19.30 Uhr „ihre Fälle“ der breiten Öffentlichkeit im Rahmen einer Lesung präsentieren. Anmelden müssen sich dafür Interessenten über die Website der KSK Verden.

Ach ja, eine Pressekonferenz gab es auch noch. Vorstandsmitglied Matthias Knak stellte die Fragen, die versammelte Presse, einschließlich eines ZDF-TV-Teams, durfte zuhören und mitschreiben. Ende des vergangenen Jahres sei Klaus Püschel mit der Idee, spektakuläre Kriminalfälle in Buchform zu schildern, auf sie zugekommen, sagte Staatsanwältin Marquardt. Schnell hatten sie auch Martin Erftenbeck im Boot. Die Spezialisten einigten sich bald darauf auf zwölf Bluttaten, die über die Jahrzehnte sowohl von der Presse als auch der Bevölkerung intensiv wahrgenommen wurden.

Matthias Knak, Manfred Erftenbeck, Beate Patolla und Annette Marquardt (v.l.). 

Höhepunkt war sicherlich die Jagd nach dem so genannten Maskenmann, der immer und immer wieder in Jugendherbergen und Schullandheime eingedrungen war und insgesamt drei Kinder auf brutale Weise ermordet hatte. Ein Jugendlicher war in den Verdener Dünen gefunden worden. Erst Zeugenhinweise im Jahre 2011 brachten die Ermittler auf die Spur des Verdächtigen. Im April jenen Jahres gab es im Verdener Kreishaus eine vielbeachtete Pressekonferenz mit der Bekanntgabe: „Wir haben ihn“. Erftenbeck heute: „Da hatte ich Adrenalin pur.“

Ansonsten haben auch die anderen im Buch geschilderten Fälle reichlich Aufmerksamkeitswerte. Marquardt dazu: „Die Realität ist viel brutaler als in den meisten Filmen.“ Erftenbeck, seit 2017 pensioniert, könnte nach eigenem Bekunden viel erzählen. „Wir haben eine gute Mischung gefunden“, so seine Einschätzung. Überdies legen die Autoren wert auf die Feststellung, dass, um letztendlich die Wahrheit aufzuzeigen, der Weg zum Ziel für sie eine Triebfeder zur Realisierung des Buchprojektes gewesen sei.

Manfred Erftenbeck im Jahr 2011 vor der Presse. 

„Der Erfolg der Ermittlungsbehörden bei Kapitaldelikten lebt im Wesentlichen von der Hartnäckigkeit und dem Engagement der Ermittler“, heißt es weiter. Die Staatsanwältin sagte rückblickend: „Alpträume hatte ich nach den Taten nie, aber begleitet haben sie mich schon.“ Und weiter: „Als wir das Buch schließlich in der Hand hatten, war es eher ein komisches Gefühl.“ Das Buch sei spannend zu lesen, zeige aber gleichzeitig eine erhebliche Portion Elend auf.

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