Gutes für Gaumen und Geschichte: Kulinarische Stadtführung durch Verden

Verführung aus Küchen, Backstube und Brennerei

Ehler Bartelsen von Glander’s Kornbrennerei servierte einen Frizzante-Mix mit Quitte und Geschichten über die Schnapsbrennerei und Verdens Weinanbau. - Fotos: Bruns

Verden - Rundum gelungen und genussvoll war der Auftakt der diesjährigen Stadtführungsreihe „Köstliche VERführung“ am späten Donnerstagnachmittag. Die Karten sind begehrt, fast ausverkauft, und deshalb dachte sich vielleicht so mancher Teilnehmer: „Schwein gehabt“. Warum das Rüsseltier für Glück steht, erklärte Stadtführerin Sabine Lühning den 24 Teilnehmern gleich an der ersten Station: die Fleischerei Kaufhold.

„Schweine waren früher eine gute Investition“, erklärte Lühning. Drum habe sich jeder glücklich schätzen können, wenn er Schwein hatte. „In jedem Haus wurden früher zwei bis drei dieser Tiere fett gefüttert und später vor dem Haus geschlachtet“, berichtete die Stadtführerin. In dem Zusammenhang verriet sie auch gleich noch, dass die Bockwurst ihren Namen vom Bockbier habe. Zu diesem sei die Wurst ursprünglich gereicht worden. Bernd Kaufhold servierte lieber die Domweihbratwurst mit Kartoffelsalat. Die Teilnehmer konnten feststellen, dass sie auch schmeckt, ohne dass dreimal geböllert wird.

Unter strahlend blauem Himmel folgten dann auf dem Domplatz Informationen zu Klaus Störtebeker, der Lätare-Spende und der Rolle, die der einstige Bürgermeister Pfannkuche dabei spielte. Einmal mehr überzeugte die leidenschaftliche Stadtführerin mit ihrem enormen Wissen, dass sie gerne mit kleinen Anekdoten und unterhaltsam sprichwörtliche Zusammenhänge spickt.

Nicht nur die süße Verführung in der Konditorei sorgte bei den Teilnehmern für gute Laune.

Die nächste Verführung wartete dann in Pades Restaurant. Die zwei Dutzend Besucher lernten erst die Küche und dann den Garten kennen. Sören Eilers, stellvertretender Küchenchef, informierte über das Restaurant, und kurz darauf gab es für alle Gäste draußen eine Kostprobe: „Spanferkelbäckchen à la „Szegediner“ mit Sauerkraut wurden serviert. Der Garten zwischen Stadtmauer und dem früheren Domherrenhaus – das nämlich war das Restaurant laut Lühning einst – beeindruckte die Gäste. Etwa noch mehr als das Essen? „Beides super. Das Essen im Garten ist optimal“, fand Heidi Schröder.

Ehler Bartelsen von Glander’s Kornbrennerei hatte die Gläser für seine kulinarisch interesierten Gäste schon bereit gestellt. Zu einem Frizzante mit einem Schuss Glander’s Quitte gab es jede Menge Informationen über die Geschichte der Kornbrennerei, über Weinlagen, die bei Verden beackert wurden, und wie die Alkoholsteuer einst auch die Stadtkasse gefüllt hat.

Probieren war dann auch in der guten Schokoladenstube im Café Erasmie ausdrücklichen erlaubt und das letzte Getränk gab es schließlich, nach der zweistündigen Tour in Sottis Biergarten.

"Köstliche Verführung" in Verden

Die Teilnehmer zeigten sich begeistert von dieser genussvollen Stadtführung. Drei weitere Termine gibt es noch. Restkarten für den 26. Mai sind bei der Tourist-Information im Verdener Rathaus zum Preis von 22 Euro erhältlich.

wb

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