Verendete Kleintiere in Scharnhorster Gartenhaus: Polizei und Veterinäramt im Einsatz

Raubtier oder Vernachlässigung?

+
Unterm Gartenmöbel in Deckung gegangen. Das Kaninchen war aus dem Stall entkommen.

Verden - Sechs tote Kaninchenjunge und eine verendete Ente sorgten gestern Morgen für einen Einsatz von Polizei und Veterinäramt in Scharnhorst. Nachbarn waren durch den Gestank auf die Tiere aufmerksam geworden, der aus einem zum Stall umfunktionierten Gartenhaus kam. Als sie nachsahen, machten sie die grausige Entdeckung. Alles wirkte, als sei hier auf gravierende Weise gegen das Tierschutzgesetz verstoßen worden. Deshalb alarmierten die besorgten Anwohner die Ordnungshüter. Allerdings kommt auch ein Raubtier als Täter in Betracht.

Zunächst lag der Verdacht nahe, dass die Tiere einfach verdurstet sind. Die alarmierten Nachbarn fanden Futter- und Trinkgefäße jedenfalls leer und total verdreckt vor. Zusammen mit dem allgemeinen Zustand des Raumes wirkte die düstere Szenerie wie das Gegenteil von optimaler Tierhaltung.

Zwei Zwergkaninchen lebten noch und stürzten sich auf die Apfelstücke, die ihnen die besorgten Nachbarn als Soforthilfe in den Stall warfen. Mit den Kaninchen hockten auch noch zwei Zwergenten zwischen den toten Tieren. Die beiden Wasservögel genossen es, als sie frisches Nass bekamen. Mindestens ein weiteres Kaninchen lief frei im Garten. Was auch immer in dem Stall passiert sein mag: Die Versorgung mit Speise und frischem Nass sei offensichtlich willkommen gewesen, berichteten die Retter den Behördenvertretern, die das Veterinäramt hinzogen.

Die Tierhalter seien schon länger nicht mehr bei der gemieteten Wohnung gesehen worden, berichteten die Nachbarn. „Vollkommen richtig war es deshalb, die Polizei zu informieren“, betonte denn auch Amtstierärztin Dr. Christine Hoyer. Sie war von den Ordnungshütern hinzugezogen worden. „Lieber einmal zu viel anrufen als zu wenig“, betonte sie.

Was der Tierärztin erst bei näherer Betrachtung auffiel, war, dass die Köpfe der toten Kaninchen fehlten. „Dies würde für ein Raubtier sprechen, das möglicherweise nachts in den Stall eingedrungen seien könnte.“

„Für eine abschließende Stellungnahme müssen wir den pathologischen Befund abwarten“, sagte Dr. Hoyer später auf Nachfrage im Amt. Die toten Tiere wurden an das Veterinärinstitut Oldenburg geschickt. Eine pathologische Untersuchung soll Klärung hinsichtlich der Todesursache bringen. Dann erst wird das Veterinäramt des Landkreises entscheiden, ob es einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz sieht.

Unabhängig von dem Ergebnis der weiteren Ermittlungen erklärte die Tierhalterin ihre Zustimmung zur Weitervermittlung der Tiere. Die beiden Hoppelhasen wurden zunächst an das Verdener Tierheim übergeben und werden dort bleiben, bis sie ein neues Zuhause gefunden haben. Für die Enten wurde bereits eine neue Heimat in einem neuen Stall gefunden.

wb

Mehr zum Thema:

IS bekennt sich zu Londoner Anschlag

IS bekennt sich zu Londoner Anschlag

Südkorea setzt "Sewol"-Bergung fort

Südkorea setzt "Sewol"-Bergung fort

Elternleid und Altersliebe: Neue Hörbücher

Elternleid und Altersliebe: Neue Hörbücher

Apotheke auf dem Balkon: Heil- und Würzpflanzen für den Topf

Apotheke auf dem Balkon: Heil- und Würzpflanzen für den Topf

Meistgelesene Artikel

Glockenspiel: Zwei Jahre Pause beendet

Glockenspiel: Zwei Jahre Pause beendet

Chemieschüler-Elite des Landes zu Gast

Chemieschüler-Elite des Landes zu Gast

Schlussstrich unter angebliche Sexaffäre

Schlussstrich unter angebliche Sexaffäre

Ohne Giro-Gebühren auf Wachstumkurs

Ohne Giro-Gebühren auf Wachstumkurs

Kommentare