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Walle: Vereinsauflösung zum 120. Jubiläum?

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Von: Florian Adolph

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Ein Mann in der Uniform der Kyffhäuser Kameradschaft Walle.
Vorsitzender André Rüttgerodt hofft darauf, einen Nachfolger für sich und für den Kassenwart zu finden. © Kyffhäuser Kameradschaft Walle

Wenn die Kyffhäuser Kameradschaft Walle die Ämter des Vorsitzenden und des Kassenwartes nicht besetzt droht ihr die Liquidierung.

Walle – „Es geht um die Zukunft der Kyffhäuser Kameradschaft Walle“, sagt Vorsitzender André Rüttgerodt. Bei den Vorstandswahlen auf der jüngsten ordentlichen Mitgliederversammlung im Juli war niemand bereit gewesen, sein Amt und das des Kassenwartes zu übernehmen.

Daher lädt die Kameradschaft laut einer Pressemitteilung alle Mitglieder am Donnerstag, 15. September, 19.30 Uhr, zu einer außerordentlichen Versammlung ins Schützenhaus in Verden-Walle ein. Sollte es dabei nicht gelingen, die beiden Posten zu besetzen, droht dem Verein die Auflösung und Liquidierung. Dazu würden schon auf der Versammlung bis zu zwei Liquidatoren gewählt, die dann unter anderem die wirtschaftliche Abwicklung des Vereins übernehmen und die Löschung im Vereinsregister beantragen würden. Sollte es zur Auflösung der Kameradschaft kommen, fällt ihr Vermögen an den Schützenverein Walle, den TSV Walle und den Waller Heimatverein zur Verwendung für gemeinnützige Zwecke.

Ähnliche unglückliche Entwicklungen gibt es auch in anderen Vereinen. Stets geht es darum, die ehrenamtlichen Posten nicht besetzen zu können. So droht auch dem Schützenverein Otersen das Aus, wenn bei der für Freitag, 23. September, angesetzten Versammlung kein neuer Vorstand gewählt werden kann. Erst vor Kurzem musste auch die Gemeinde Frankenfeld zu einer dringlichen Einwohnerversammlung laden, weil bei der Ortsfeuerwehr niemand die Verantwortung des Ortsbrandmeisters und seines Stellvertreters übernehmen wollte.

Der Kassenwart der Kyffhäuser Kameradschaft Walle, Martin Koletcek, der sein Amt seit vier Jahren innehat, und Vorsitzender André Rüttgerodt, der schon seit acht Jahren für die Belange der Waller Kyffhäuser verantwortlich ist, hatten bereits im Vorfeld angekündigt, dass sie für die Positionen nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Sie wollen aber weiterhin ihren Nachfolgern unterstützend zur Seite sein. „Wir lassen sie nicht im Regen stehen“, so Rüttgerodt, der seine Entscheidung, sich nicht wieder zur Wahl zu stellen, folgendermaßen begründet: „Irgendwann ist man einfach amtsmüde. Außerdem habe ich zwei Kinder, mit denen ich mehr Zeit verbringen möchte.“

Der Aufgabenbereich der beiden Ämter soll indes überschaubar sein, sodass es eigentlich jedem Mitglied möglich sein sollte, sie zu übernehmen.

Die Kyffhäuser Kameradschaft ist der zweitälteste Verein in Walle, nur den Schützenverein gibt es schon länger. Im kommenden Jahr könnte die Kameradschaft ihr 120. Jubiläum feiern, wenn sie dann noch existiert.

Sie ist laut Rüttgerodt mit 80 Mitgliedern und einer Jugendgruppe mit sechs Kindern die stärkste Kameradschaft im Kreisverband Rotenburg. „Wir haben eine starke Truppe, aber keiner will eine Führungsposition übernehmen“, sagt er.

Dabei ist die Kyffhäuser Kameradschaft stark in das Dorfleben eingebunden. Durch den Schießsport, auch mit Großkaliber und zum Beispiel beim Preis-, Tontauben- und Pokalschießen. Die Mitglieder stellen für die Dorfgemeinschaft jedes Jahr einen Maibaum auf und an Weihnachten ziehen sie am Kyffhäuser-Eck Walle, bei der Sporthalle, für die Kinder und die Dorfgemeinschaft einen Tannenbaum hoch. Sie nehmen auch am Schützen- und Ernteumzug sowie am Volkstrauertag teil.

„Viele Generationen waren schon in der Kyffhäuser Kameradschaft, auch mein Opa“, erzählt André Rüttgerodt. „Ich hoffe daher darauf, dass viele Mitglieder zu der Versammlung kommen und dabei helfen, Lösungen zu finden. Es wäre verdammt schade, wenn die Kameradschaft aufgelöst werden müsste.“

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