Förderverein kümmert sich um Bau und Pflege von Gewässer / Unterstützung von Bingo und KSK-Stiftung

Satte Spende für den Storch

Der Teich auf der Schweineweide mit den Naturschützern.
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Der Teich auf der Schweineweide ist frei, die Störche können kommen: Silke Brünn mit Carsten Behr, Geschäftsführer der Bingo-Umweltstiftung, und Dr. Beate Patolla, KSK-Stiftung (v.v.re). Im Hintergrund der Vorstand und Mitglieder des Vereins zur Förderung des Weißstorchs.

Störche mögen den Landkreis Verden. Immer mehr fühlen sich heimisch. Der Verein zur Förderung des Weißstorchs kümmert sich besonders um Adebar, sorgt für feuchte Wiesen und flache Gewässer, wo Amphibien sich wohl fühlen. Die mag der Storch ebenfalls. Allerdings kosten Biotope und Teiche Geld. Die KSK-Stiftung und die Bingo-Umwelstiftung helfen gern.

Verden – Die Störche im Landkreis fühlen sich wohl. Dass dem so ist, dafür muss den anmutigen Zweibeinern aber etwas geboten werden. Dazu gehören ein intaktes Umfeld, eine attraktive Speisekarte mit entsprechenden Nahrungsmitteln. Flachteiche, Biotope, da lässt es sich gut leben. Der Verein zur Förderung des Weißstorches weiß das, war in Dauelsen, Hagen-Grinden und Langwedelermoor fleißig, hat dort mehrere Gewässer angelegt und circa 20 .000 Euro investiert. Der Storch wird sich freuen.

Wo Adebar geschickt durch nasse Wiesen stakst, stets und ständig Ausschau nach Frosch und Maus hält, muss der Mensch das passende Schuhwerk parat haben. Hatte er, und so ging es mit Landrat und Co. über die sogenannte Schweineweide in Dauelsen. Ein paar hundert Meter nur, dann tauchte in der Idylle, ein wenig verborgen hinter Busch und Strauch, ein spiegelglattes Gewässer auf. Dass dem so ist, hat eine Menge Schweiß gekostet, erklärt Silke Brünn, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde und Mitglied im Vorstand des Vereins zur Förderung des Weißstorchs. „Das Gewässer war noch bis vor ein paar Monaten komplett zugewachsen, drohte mehr und mehr zu verlanden“, erzählt Brünn. Röhricht, vor allem Rohrkolben hatten sich in den vergangenen 15 Jahren breit gemacht und den Amphibien jeglichen Lebensraum genommen, für immer mehr Ablagerungen gesorgt. Torsten Weidlich, Experte für die Anlage von Gewässern, hat mit Schwimmbagger und Schaufel den Überschuss ans Ufer gezogen, in die Böschung eingebaut und den Teich freigelegt. Flache Ufer, in der Mitte bis zu eineinhalb Meter tief, so mögen es die Amphibien. „Dann kommen sie auch bei Frost gut durch den Winter“, erklärt Diplom-Biologin Antje Mahnke-Ritoff. Den Platz dafür haben die Bewohner auf einer Fläche von circa 800 Quadratmetern. Möglichst viele der Amphibien sollen bis zum Frühjahr durchkommen und vor allem für Nachwuchs sorgen.

Unterstützung durch Landkreis Verden, KSK-Stiftung und Bingo-Umweltstiftung

Der Storch im Landkreis Verden kann’s gebrauchen. Immer mehr der gefiederten Freunde lassen sich auf den Wiesen in der Region nieder. Das Nahrungsangebot allerdings schwankt. Mal trockene Sommer, mal Starkregen, auch die Vögel haben unter dem Klimawandel zu leiden. Einen leichten Rückschlag gab es auch deshalb bei der Aufzucht des Nachwuchses. 154 Jungvögel zählte Hans-Joachim Winter im laufenden Jahr. „In 2020 waren es noch circa 200 Junge“, so der Storchenbeauftragte. „Dennoch bewegen wir uns beim Storchennachwuchs aktuell auf hohem Niveau. Da ist viel getan worden.“

Der Landkreis Verden ist, nach der Elbtal-Aue, das zweitgrößte Einzugsgebiet für Weißstörche

Landrat Peter Bohlmann weiß das aus eigener Beobachtung. In seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Weißstorches ist er häufig auf der Anlage der Storchenstation in Dauelsen. „Der Landkreis Verden ist, nach der Elbtal-Aue, das zweitgrößte Einzugsgebiet für Weißstörche“, sagt Bohlmann. „Auch ein Bio-Indikator dafür, dass es der Region gut geht“, so der Landrat.

Und die Störche scheinen sich topfit und ausgesprochen wohlzufühlen. Statt sich auf den Mast ins fertige Nest zu setzen, machen sich immer mehr Adebare eigenständig an die Arbeit. „Mittlerweile gibt es im Landkreis acht Baumhorste, die die Paare selbst angelegt haben“, berichtet Petra Müller, Leiterin der Storchenstation in Dauelsen.

Acht Baumhorste im Landkreis Verden

Das ausdauernde und ehrenamtliche Engagement der Storchenfreunde findet nicht nur regional, sondern auch überegional Anklang. Der Landkreis stellt Grundstücke und fachliche Hilfe bei der Umsetzung zur Verfügung, die Stiftung der Kreissparkasse Verden sowie die niedersächsische Bingo-Umweltstiftung beteiligten sich jeweils mit 7 400 Euro an der Aufwertung der Gewässer in Dauelsen sowie der Anlage von zwei Kleingewässern und einem Biotop im benachbarten Hagen Grinden und Langwedelermoor. „Meistens wird ja den Sponsoren gedankt. In diesem Falle gilt die Anerkennung dem ehrenamtlichen Engagement des Fördervereins“, sagte Carsten Behr, Geschäftsführer der Bingo-Umweltstiftung Niedersachsen. Die Vogelwelt dürfte es ähnlich sehen: „Im Frühjahr und Sommer sammeln sich auf der Schweineweide in Dauelsen bis zu 100 Störche. Ein beeindruckendes Naturschauspiel“, so Vogelbeobachter Hans-Joachim Winter.

Von Markus Wienken

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