Ver.di schließt weitere Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst nicht aus

Stets steigende Herausforderungen

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Die Teilnehmer des Streikleitungstreffens der Gewerkschaft Ver.di.

Landkreis - Auf einem Streikleitungstreffen für die Landkreise Nienburg, Verden und Diepholz der Gewerkschaft Ver.di nahmen über 50 Beschäftigte aus dem Kita-Bereich teil, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Gewerkschaftssekretär Volker Selent fasste die Stimmung zusammen: „Die Bereitschaft, weiter für eine Aufwertung zu kämpfen, ist nach wie vor hoch.“

Die Arbeitsniederlegungen würden aber auf einem anderen Niveau fortgesetzt – undurchsichtiger und flexibler. Die Forderung nach einer Zehn-Prozent-Erhöhung bleibe erhalten – auch wenn allen klar sei, dass es nunmehr um die Nachbesserung des Schlichtungsergebnisses gehe. Hierzu gehöre laut Selent insbesondere eine bessere Berücksichtigung der jüngeren Erzieherinnen und Sozialassistenten in den unteren Einkommensgruppen. Auch für die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter müsse eine Aufwertung finanziell sichtbar sein – sie hätten von dem Schlichtungsangebot fast überhaupt nicht profitiert.

Ver.di moniert, dass soziale Arbeit unter ihrem erbrachten Wert bezahlt wird. So erhalten Erzieherinnen trotz vergleichbarer Qualifikation weniger als Techniker, und Sozialarbeiterinnen liegen unter dem Gehaltsniveau anderer Studiengänge. Im Ergebnis führt dies dazu, dass es zunehmend schwer bis unmöglich werde, ausreichend qualifizierte Fachkräfte für den Sozial- und Erziehungsdienst der Gemeinden und Landkreise zu gewinnen. Dabei steht die Sozialarbeit gerade unter dem Aspekt von zunehmender Migration vor stets steigenden Herausforderungen.

Zwar könnten die Streiks jederzeit wieder losgehen, jedoch wird nach den Sommerferien gerade in den Kindertagesstätten die Rücksicht auf die Eingewöhnungsphase genommen. Doch weitere Streiks sind in Planung. Bis dahin will die Gewerkschaft ver.di auch in den Landkreisen die Zeit nutzen, um auf ihr Anliegen aufmerksam machen. Selent: „Die Arbeitgeber haben die Möglichkeit, jetzt mit einfachen Nachbesserungen weitere Streiks zu verhindern. Die Bürgermeister und Landräte können bei ihrem Verband für einen vernünftigen Kompromiss werben, der den Konflikt befriedet, aber auch die Attraktivität der Berufe perspektivisch erhöht. Wer sich hinter die ablehnende Haltung der kommunalen Arbeitgeberverbände stellt und die Interessen der Beschäftigten und ihre Forderungen ignoriert, trägt Mitverantwortung für die absehbaren Entwicklungen im Sozial- und Erziehungsdienst.“

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