Verordnung des Kultusministeriums spürbar

Verdens Schulen leeren sich

Blick auf einen leeren Schulhof, auf dem lediglich zwei Schülerinnen zu erkennen sind.
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Große Pause auf dem Schulhof des Gymnasiums am Wall. Das Gelände ist verwaist, die meisten Schüler sind zu Hause.

Offiziell beginnen die Weihnachtsferien in Niedersachsen erst mit dem 23. Dezember. Die Schulen auch in Verden sind allerdings bereits jetzt schon verwaist.

Verden – Die Verdener Schulen leeren sich: Eine Verordnung des Niedersächsischen Kultusministeriums erlaubt es den Schülern, sich im Zuge der Pandemie für die letzten drei Tage vor den Weihnachtsferien von ihren Eltern vom Unterricht befreien zu lassen. Das Angebot kommt gut an.

Gymnasium am Wall zur Hälfte geleert

„Bei uns ist etwa die Hälfte der Schüler nicht mehr im Präsenzunterricht“, sagt Petra Sehrt, Schulleiterin am Gymnasium am Wall. Tendenz steigend: „Nach und nach melden sich immer mehr ab“, sagt die Schulleiterin am Dienstag. Das Genehmigungsverfahren für die Abmeldungen ist denkbar einfach: Die Eltern kündigen schriftlich an, dass ihre Kinder nicht mehr am Unterricht teilnehmen werden, und die Schulleitung nehme dies dann zur Kenntnis.

Das Betreuungsangebot der Schulen für die Schüler spiele, laut Katja Kimmig, Schulleiterin der Grundschule am Sachsenhain, eine wichtige Rolle. „Das ist gerade für die Jüngeren wichtig. Je älter die Kinder werden, desto selbstständiger werden sie und können auch zu Hause bleiben, wenn die Eltern nicht da sind“, erklärt sie. Deshalb seien die Abmeldungen an ihrer Schule hauptsächlich auf Dritt- und Viertklässler zurückzuführen. Insgesamt sei zurzeit ein Fünftel der Schülerschaft nicht anwesend.

Kein Anspruch auf Videokonferenzen

Auch am Gaw ist dieser Trend sichtbar. „Die meisten Fehlenden sind aus den oberen Jahrgängen, in den unteren bleiben weniger Schüler fern“, berichtet Sehrt. Volljährige Schüler können sich auch selber von der Präsenzpflicht entbinden. „Es kommt auch vor, dass Lehrer gar keine Schüler mehr in ihrer Klasse haben, weil sich alle abgemeldet haben“, erzählt die Schulleiterin. Von zu Hause aus müsse der Unterrichtsstoff dann selbstständig nachgeholt werden. Unter den Schülern herrsche eine gute Stimmung, sie würden laut Sehrt mit der Situation gut zurechtkommen.

Videokonferenzen biete ihre Schule allerdings nicht an. „Darauf haben die Schüler laut der Regelung keinen Anspruch“, ergänzt sie.

Unterricht und Hausaufgaben trotz Abmeldung, auch das geht. Der Schulleiter des Verdener Campus, Christian Piechot, ist dankbar für die Ausstattung mit iPads, womit die Schüler von zu Hause aus an ihren Aufgaben arbeiten könnten. Das sei hilfreich, besonders in dieser Woche. „Im Zuge der Pandemie wurde die technische Ausrüstung unserer Schule nochmals stark gefördert, wodurch mit Ausnahme der Fünftklässler jeder bis in die neunte Klasse die Möglichkeit hat, mit einem iPad zu arbeiten“, sagt Piechot. Ein Drittel der Campus-Schüler bleibt mittlerweile zu Hause. Und es werden mehr: „Wenn die eigenen Freunde nicht mehr da sind, dann bleibt man selbst auch weg“, so Piechot.

Von David Böse

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