Ehemaliges Kaufhallen-Gelände

Hohes Investoren-Interesse an Verdener Stadtkante

Blume vor Baustelle.
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Noch freie Sicht, aber offenbar sehr begehrt: Das Gelände der ehemaligen Kaufhalle mit dem einstigen Gaswerk im Hintergrund.

Das Verdener Millionenprojekt Stadtkante nimmt tatsächlich Fahrt auf. Innerhalb von sechs Wochen seit dem Neustart Mitte Februar seien an die 30 Anfragen von Investoren, Architekten und Bauunternehmen eingegangen, sagt Jörn Ackermann vom Planungsbüro BPW-Stadtplanung in Bremen.

Verden - Einige Interessenten haben bereits die zweite Runde angeschoben. Sie beginnen ihre Projektidee konkret in die Stadtsilhouette am Allerufer einzupassen. „Das ist bemerkenswert. Ein sehr ordentliches Zwischenergebnis“, urteilt Ackermann, „die Stadtkante läuft rund.“

Inzwischen wagt der BPW-Immobilienexperte sogar einen Ausblick. „Nach Abschluss der Bewerbungsfrist wird die Verdener Jury etwas zu tun bekommen. Sie dürfte unter mehreren Varianten auswählen können.“ Sicher war das beim Neustart nicht. Und, zugegeben, auch jetzt lauern noch Fallstricke auf dem Weg zum Anrollen der ersten Bagger. Ein Projekt in einer solchen Form auszuschreiben, wie es die Stadt Verden jetzt getan habe, das sei Neuland auf dem Immobilienmarkt. Nicht für Oberzentren wie Bremen oder Hamburg, dort werde eine solche Praxis schon seit längerem immer mal wieder angewandt, aber für Mittelzentren wie Verden. „Die Stadtkante hat den Charakter eines Pilotprojekts.“

Genährt werden die Hoffnungen der Initiatoren durch eine Wortschöpfung namens Einsatzplatte. Gemeint ist damit die 7 500 Quadratmeter große Grundfläche des ehemaligen Kaufhallengeländes im Miniaturformat. Investoren können darauf ihren Bauplänen Gestalt verleihen. „In diesem Wettbewerb erwarten wir ein einfaches städtebauliches Modell“, so Ackermann. Der Clou: Die „bebauten“ Einsatzplatten lassen sich dann in ein Gesamtmodell der Verdener Norderstadt einsetzen, sie erlauben der Jury schon jetzt einen Blick auf das kommende Aussehen des Allerufers zwischen Nordbrücke und Reeperbahn, zwischen Fluss und Haupteinkaufsstraße. Ackermann: „Es wurden schon mehrere Einsatzplatten versandt.“ Bis zum 29. April haben Investoren noch die Möglichkeit, ihre Vorschläge einzureichen.

Das Interesse am Verdener Filetgrundstück komme nicht völlig überraschend. „In den Großstädten gehen die Flächen endgültig zur Neige, aber der Bauboom hält unvermindert an“, so Ackermann. Man weiche also auf die Landschaft drumherum aus, wobei nicht alles in Frage komme. Regionen in Südniedersachsen oder in Hessen verzeichneten schon jetzt deutlich rückläufige Attraktivität, andererseits wachse der Druck auf die Mittelstädte in den Ballungszentren. Die Verdener Stadtkante beschreibe nun einen neuen Weg. Bisher seien Innenstadtflächen meistbietend angeboten worden. „Das führte oft zu einem Verscherbeln der Kronjuwelen ohne die Chance, die Zentren wirklich weiterzuentwickeln.“ An der Allermündung gehe es jetzt zunächst mal um gute Ideen für eine attraktive City und erst in zweiter Linie um einen möglichst hohen Erlös fürs Grundstück. „Diese Initiative wird überregional interessiert beäugt“, so Ackermann.

Allerdings kommt auch die Verdener Offerte nicht ohne Anpassungen aus. Wie berichtet reagiere man kulant in Sachen Hotel. Hier könne sich der Investor Zeit nehmen. Dafür bleibe es in Sachen Wohnungsbau bei den Daumenschrauben. Jede fünfte Wohnung müsse der Kategorie bezahlbar angehören.

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