Schüler, Eltern und Lehrer berichten

Verdener Weg: Neue Schule konkretisiert

Klassenraum mit Schülern und Erwachsenen.
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Seit acht Jahren in der Planung, für die Hälfte der Jahrgänge inzwischen umgesetzt: Schüler, Eltern, Lehrer und Bürgermeister berichten über ihre Erfahrungen mit dem Verdener Weg.

Verden – Einer der größten Schulumbauten der Stadt Verden konkretisiert sich weiter. Der jetzige Hauptstandort des Verdener Campus, die ehemalige Realschule, sie solle massiv auf die Ansprüche des sogenannten Verdener Weges getrimmt werden und gleichzeitig auch die Schüler vom Meldauer Berg aufnehmen. Diese Empfehlung gab der Verwaltungsausschuss einstimmig dem in der kommenden Woche tagenden Stadtrat, erklärte gestern Bürgermeister Lutz Brockmann.

Der Verdener Campus selbst erwartet ebenfalls noch vor den Sommerferien Klarheit über seinen Status im Lande. „Wer die 20 Teilnehmer am Modellprojekt Zukunftsschule Niedersachsens sind, will der Kultusminister bis Ende des Monats bekanntgeben“, sagt Schulleiter Christian Piechot. Gleichzeitig nahmen Schüler, Eltern und Lehrer Stellung zum aktuellen Stand des Verdener Weges. Anlass ist die Halbzeit beim Einführen dieser selbstentwickelten Form des Lernens. Drei Jahrgänge sind ihn inzwischen gegangen, drei weitere Jahrgänge folgen noch.

Nach einem Kissen griff sie, hinaus auf den Flur zog es sie, nicht nur sie, sondern auch zwei weitere Siebtklässler, gemeinsam wendete sich das Trio zwischen oberster Treppenstufe und Klassentür der Mathematik zu. Gemeinsam lernten sie. Und hatten alles richtig gemacht. „Manchmal sitzen wir in den Klassenräumen auch auf der Fensterbank“, sagt Finja Kruse. Sie bezeichnet sich als „Versuchskaninchen“ und pflegt ein Schmunzeln auszulösen und weiß damit das Interesse der Zuhörer auf sich zu lenken. Kultusminister Grant-Hendrik Tonne war der prominenteste Zuhörer. Andere nennen Finja eine Schülerin des Pilotjahrganges. Auf jeden Fall ist ihr Urteil als eine der Langjährigsten unter den Beschreitern des Verdener Weges gefragt. Wer sollte besser wissen, wo das Kaninchen im Pfeffer liegt, wenn nicht sie.

Verdener Weg erfordert mehr nutzbare Räume – auch für Kleingruppen

„Räume brauchen wir“, sagt sie, und Eltern wie Lehrer nicken, „Räume, einen Differenzierungsraum zum Beispiel, das wäre cool.“ Rein rechnerisch kommen gegenwärtig je Jahrgang sechs Klassen auf acht Klassenräume. Klingt schon mal nicht schlecht, passt aber überhaupt nicht. „Wir brauchen Räume, in denen sich vielleicht zwei Schüler oder drei zurückziehen können, wir brauchen Räume, in denen der jeweilige Lehrer sich auch mal einem halben Dutzend Schülern zuwenden kann, wir brauchen Räume, in denen ein ganzer Jahrgang den Basisunterricht erhält.“ Und davon ist die gute alte Realschule mit ihrer Gebäudestruktur aus den beginnenden 1960er-Jahren weit entfernt.

Und damit ist noch keineswegs der Gesamtumfang des Raumbedarfs benannt. Wenn alles so kommt, wie es sich bisher abzeichnet, wenn also die Schüler vom Meldauer Berg ebenfalls hinter den Fassaden an der Trift einen Platz erhalten, lässt sich das ganze Ausmaß des künftigen Baus erahnen. Und der Preis auch. „Das wird nicht billig“, sagt Bürgermeister Brockmann. Aber der Aufwand lohne. „Wir investieren in die Zukunft der Menschen unserer Stadt, eine Zukunft von 80 oder vielleicht mehr Jahren.“

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Währenddessen wird Schulleiter Piechot, werden auch Eltern und Lehrer nicht müde, die Besonderheiten des Verdener Weges zu erläutern, die sich nicht nur aus dem Zusammenführen von Real-, Haupt- und Förderschule ergeben. „Hier geht es darum, jedem ein eigenes Lerntempo zu ermöglichen.“ Piechot ist Mathe-Lehrer, also berichtet er aus diesem Schulfach. „Nicht jedem ist es gegeben, Gleichungen mit drei Variablen zu lösen. Aber wichtig ist, sagen Firmenchefs, dass die Schüler den Dreisatz beherrschen und die Prozentrechnung anwenden können. Also sind Dreisatz und Prozent die Basis, die jeder anstrebt, während die Mathe-Profis unter den Schülern gern auch der höheren Mathematik nachhängen können.“ Wichtig jedenfalls: Jeder dürfe sein eigenes Leistungsspektrum wählen, müsse am Ende aber auch belegen, dass er dieses Spektrum beherrsche. Und irgendwann sei dann eine Zäsur fällig und es werde das nächste Unterrichtsthema eingeläutet, und auch hier habe jeder Schüler die Wahl und könne sich neu positionieren. „Dem einen liegen die geometrischen Formen mehr, dem anderen die Bruchrechnung.“

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