Verdener Unternehmer Gerhard Beier feiert 90. Geburtstag

Immer eine Idee im Kopf

Gut gelaunt zum Festtag: Gerhard Beier feiert 90. Geburtstag.
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Gut gelaunt zum Festtag: Gerhard Beier feiert 90. Geburtstag.

Verden-Dauelsen - Worauf kommt es an im Leben? Nur ganz kurz muss Gerhard Beier überlegen, ehe er dann sehr bestimmt, mit einem entwaffnenden Lächeln, antwortet: „Menschen, die einem zur Seite stehen und mit der Zeit richtig gute Freunde geworden sind. Dafür bin ich sehr dankbar.“ Heute wird der ehemalige Unternehmer und Kommunalpolitiker aus Dauelsen 90 Jahre alt. Und auch das soll mit Familie und natürlich Freunden gefeiert werden.

Es ist ein ereignisreiches Leben, auf das Gerhard Beier zurückblicken kann. Geboren im Sudetenland, in Troppau, zog er als 17-Jähriger in den Krieg. Ostfront, vier Jahre Gefangenschaft, dann Rückkehr nach Deutschland. In Bremen studierte der junge Mann Maschinenbau und wurde Diplomingenieur. Technik und Tüfteln, das war sein Ding. Er wusste, was er wie anpacken musste. In Verden baute er in der Ysostraße die „Tubenfabrik“ mit 400 Mitarbeitern auf, ehe er im Jahre 1964 sein eigenes Unternehmen gründete. Als Firmenchef startete Beier richtig durch, entwickelte Kunststoffartikel, technische Teile und Verpackungen. „Irgendeine Idee hatte ich immer im Kopf“, lacht er.

Und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Erfindungen, Patente und Auszeichnungen folgten. „Pritt aus Verden geht in alle Welt“, titelte in den 70er-Jahren die Verdener Aller-Zeitung. Es ist die Erfolgsgeschichte. Den Klebestift gibt‘s heute in wohl fast jedem Haushalt.

Große Firmen klopften damals an, und rissen Beier die Ideen förmlich aus der Hand. „Das war schon eine besondere Zeit“, erinnert sich der Jubilar. Namhafte Auszeichnungen wie der „Eurostar“ oder auch Ehrungen wie „Innovatives Unternehmen des Jahres“ durch Bundesforschungsminister Volker Hauff im Jahre 1979 folgten.

Auch in der Lokalpolitik hinterließ Gerhard Beier deutliche Spuren. Er saß im Ortsrat Dauelsen und neun Jahre im Rat der Stadt Verden. Im Vorstand der AOK und als Vorsitzender des Unternehmensverbandes Rotenburg/Verden zog er ebenfalls die Fäden. Geschätzt wurden sein stets „ausgleichendes Wesen“ verbunden mit „Sachverstand und Initiative“, lobten die damaligen Weggefährten.

Doch irgendwann war es genug. Im Jahre 1989 verkaufte Beier sein Unternehmen. „30 Jahre ohne Urlaub, da gab es Nachholbedarf“, so der Senior. Die beiden Kinder, Ingo und Elke, waren erwachsen, es blieb viel Zeit, gemeinsam mit seiner Frau Sigrid ferne Länder zu bereisen. Mit dem Wohnmobil quer durch Europa, Kanada und China, so die Stationen. „Das waren sehr schöne Jahre“, erinnert er sich.

Den ruhigen Gegenpol findet der 90-Jährige mittlerweile in den eigenen vier Wänden in Dauelsen. Dort genießt er, gemeinsam mit seiner Frau, den Ausblick von der Sonnenterrasse auf die Wiesen. Die alljährliche Rückkehr der Störche und deren Brutgeschäft können sie vom Wohnzimmerfenster aus verfolgen. „Immer wieder ein Erlebnis“, strahlt Gerhard Beier. Viel liegt ihm auch an seiner Familie, bei der er in all den Jahren immer Rückhalt fand: „Richtig Glück gehabt“, sagt er und hält sich an den Philosophen Aristoteles: „Angenehm ist am Gegenwärtigen die Tätigkeit, am Künftigen die Hoffnung und am Vergangenen die Erinnerung.“

mw

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