Malerbetrieb Kurz feiert 90. Geburtstag

„Corona konnte uns bisher nichts anhaben“

Mann vor Baugerüst in der Sonne.
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Zuweilen verträgt auch die Fassade des Firmensitzes eine Frischzellenkur: Rainer Kurz (vorn) mit Teilen seines Teams bei der Arbeit in Borstel.

Er sei stolz auf die hohe Zahl von Stammkunden vor allem in Verden. Rainer Kurz nennt eines der Erfolgsgeheimnisse des Malerbetriebs aus Borstel. Jetzt feiert das Unternehmen den 90. Geburtstag. Und es bereitet sich schon auf den 100. vor.

Verden – Die Tapete zum Beispiel. Einem ständigen Wechsel ist sie erlegen. Mal mausetot, mal wieder im Kommen, wie jetzt mit edlen Ausführungen. Die Trendwechsel gehören zu seinem Alltag, die ständigen Wechsel, die im Laden zu sehen und gern auch anzufassen sind. Der Betrieb indes selbst, er basiert auf Kontinuität, dauerhaft und zuverlässig. Jetzt feiern die beiden widersprüchlichen Komponenten einen runden Geburtstag.

Auf 90 Jahre kann der Malerbetrieb Werner Kurz zum 1. April zurückschauen. Und der Blick geht bereits in die Dreistelligkeit. „Bis zum Hundertsten möchte ich die Firmengeschichte auf jeden Fall weiterbegleiten“, sagt Rainer Kurz. Er ist gemeinsam mit seinem Bruder Matthias die dritte Generation des Unternehmens.

Wer 44 Jahre für einen Betrieb einsteht, Rainer Kurz trat 1977 ins väterliche Familiengeschäft ein, der verfolgt Prinzipien. Eines davon: eine Mitarbeiterschaft, die überschaubar ist. In den 60er Jahren standen bis zu 35 Menschen bei Kurz in Lohn und Brot, jetzt sind es seit Jahrzehnten rund 15. Sie allerdings langjährig, und manchmal über die Pensionierung hinaus.

Dieter Marquardt, zum Beispiel, ist nach 50 Jahren vor einiger Zeit in den Ruhestand getreten. „Wenn Not am Mann ist, steht er uns zur Verfügung“, sagt Rainer Kurz, „gleichzeitig gehört er dem Prüfungsausschuss an.“ Womit eine zweite Säule angerissen wäre, eine nächste tragende Säule. Die Ausbildung. „Ob im Büro oder bei unseren Arbeiten vor Ort, wir haben immer junge Leute im Einsatz. Auch für diesen Sommer ist ein erster Ausbildungsvertrag schon unterschrieben.“ Eine nachwachsende Generation. „Ziel ist es natürlich, sie zu halten, angesichts des demografischen Wandels.“

Bisher sei es gelungen. Darauf sei er stolz, sagt Rainer Kurz. Die Kontinuität komme auch bei den Aufträgen zur Wirkung. Er pflegt, den Stammkunden zum Jahresende einen Weihnachtsgruß zuzusenden. Wohlgemerkt: den Stammkunden. An die 500 Briefe gehen inzwischen in die Post, und es werden immer mehr. „Darüber freuen wir uns natürlich sehr, gleichzeitig ist es uns aber auch Verpflichtung.“ Längst hat der Betrieb eine Sonderentwicklung genommen. Gut 90 Prozent der Aufträge stammen aus der Stadt Verden, viele Privathaushalte darunter, aber auch eine Reihe von Institutionen und Behörden, sagt Kurz. Auch wenn das Einzugsgebiet bis nach Bremen reiche, er ist der Verdener Malermeister. Eine angenehme Entwicklung: Von gnadenlosen Ausschreibungs-Verfahren mit zig Marktteilnehmern, die sich gegenseitig unterbieten, sei der Malereibetrieb Kurz weitgehend verschont. Auch die Pandemie habe der Betrieb bisher unbeschadet verknust. „Beim ersten Lockdown gab es zwar Einbußen, aber die haben wir im Jahresverlauf wieder aufgeholt.“

Begonnen hatte Firmengründer Robert Kurz am 1. April 1931 noch an der Lindhooper Straße unweit des Bahnhofs. Sohn Werner, geboren 1928, bekam das Malerhandwerk in die Wiege gelegt. Vor 53 Jahren zog man nach Borstel. Rainer Kurz stieg 1977 in den Betrieb ein, sein Bruder Matthias 1993. Beide absolvierten ihre Meisterprüfung. Inzwischen vervollständigt Matthias" Ehefrau Leonie die Familientradition im Betrieb. Gelegentlich schaut aus der zweiten Generation auch Erika Kurz mit ihren 90 Jahren nach dem Rechten. Und die vierte Generation steht ebenfalls fast schon in den Startlöchern. Clemens (11), Clara (8) und Marietta (4) haben aber noch etwas Zeit.

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