Folgenreiche Entscheidung im Stadtrat 

Der Verdener THW-Standort ist infrage gestellt

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Marek Symanczyk, Michael Rolf, Andreas Lindhorst und Michael Schwers (v. l.) in der Fahrzeughalle, die dringend ersetzt werden müsste. 

Verden - „Wenn der Rat die Veränderungssperre beschließt, ist die Ortsgruppe tot.“ Existenzängste irritieren die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) in Verden. Die Entscheidung heute Abend im Stadtrat könnte weitreichende Folgen haben und Einsatzleiter Andreas Lindhorst befürchtet das Schlimmste.

Stadtentwicklerin Birgit Koröde geht allerdings mit Zuversicht in die Sitzung. Eine Lösung werde sich finden, ob die Katastrophenschützer allerdings an ihrem Standort am Clüversweg bleiben können, erscheint zumindest fraglich.

Aus Sicht der Stadt sind die Pläne sinnvoll, die der Rat heute festklopfen soll. „Wir wollen den Industriestandort weiterentwickeln“, erklärte Koröde. Für das Technische Hilfswerk wäre eigentlich eine Gewerbefläche ausreichend. Und für die Ortsbeauftragten Michael Rolf und seinen Stellvertreter Michael Schwers, Einsatzleiter Andreas Lindhorst und Pressesprecher Marek Symanczyk ist das okay. Sie sehen aber praktische Probleme auf den Ortsverband zukommen. Und die könnten ihre gesamte Arbeit infrage stellen.

„Wir brauchen dringend eine Fahrzeughalle“

Nicht nur die Firma Freitag, die gleich in der Nachbarschaft zum THW-Standort ihre Kekse produziert, auch die Katastrophenschützer haben Baupläne. „Wir brauchen dringend eine Fahrzeughalle“, erklärte Lindhorst im Pressegespräch. Auf dem Anwesen stehen zwar zwei Hallen, aber die seien marode. Eine habe bereits keine Betriebserlaubnis mehr und die andere nur mit dem Vorbehalt, dass bald ein Ersatz geschaffen wird.

„Die neue Halle ist bereits durchgeplant und Mittel in Berlin stehen bereit“, fasste Michael Rolf zusammen. Es könnte also bald losgehen und jetzt schwebt die Veränderungssperre wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Katastrophenschützer. Natürlich lasse sich eine Halle auch an andrer Stelle errichten, wissen sie. „Sinnvoll ist das aber nicht, wenn Fahrzeuge und Einsatzkräfte nicht an einem Ort sind.“ Lindhorst rechnet mit deutlich längeren Zeiten, bis seine Truppe die Arbeit am Unglücksort aufnehmen kann.

„Die Motivation ist am Boden“

Ein kompletter Umzug könnte für den Ortsverband die direkte Folge des Ratsbeschlusses heute sein. Allerdings erwarten die THW-ler, dass das 2,5 Millionen Euro kosten würde, und nicht die veranschlagte eine Million für die Halle. Allein bis man mit der neuen Planung wieder etwa den gegenwärtigen Stand erreicht habe, würden Jahre vergehen, befürchten sie. Und was ist in der Zwischenzeit? Die Fahrzeuge würden enorm leiden, wenn sie dem Wetter über Jahre ausgesetzt werden müssten.

„Die Motivation ist am Boden“, sagte Lindhorst, dabei bereitet sich der Ortsverband gerade auf den Einzug einer neuen Fachgruppe vor. „Niemand will das THW vertreiben“, stellte Birgit Koröde klar. Dass der Austausch mit der Stadt zu dürftig gewesen sei, kann sie allerdings nicht nachvollziehen: „Wir sind seit einem Jahr im Gespräch und suchen nach einer Lösung.“ Wie alle anderen im Geltungsbereich des neuen Bebauungsplans habe auch das THW Bestandsschutz.

Ein stadtnaher Standort wäre allein schon wegen der Jugendarbeit der THW-ler wichtig. Das sieht Koröde wie Andreas Lindhorst. Sie setzt darauf, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) als Besitzerin eine schnelle Umsetzung vorantreiben werde, wenn denn ein passender Standort gefunden ist. Für die nötigen Baugenehmigungen und dergleichen habe die Behörde selbst die Kompetenz. 

 kle

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