Wieder in ruhigem Fahrwasser

Verdener Tafel atmet nach Veruntreuung wieder auf

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Der Tafel-Vorstand (von links): Gisela Görz, Wilma Biedermann (Beisitzerinnen), Kirsten Tita-Henninges (Kasse), Dietlinde Intemann (Vorsitzende), Gisela Below, Horst Neumann (Beisitzer), hinten Michael Graf (2. Vorsitzender) und Wilfried Zingrosch (Beisitzer).

Verden - Von Christel Niemann. Die Verdener Tafel befindet sich wieder im ruhigen Fahrwasser. Der durch die Veruntreuung von Vereinsfinanzen stark gebeutelte Verein hat sich von dem Desaster erholt und den Blick optimistisch in die Zukunft gerichtet.

„Die Stimmung ist gut. Wir haben die unerfreulichen und ruhigen Phasen überwunden und widmen uns längst wieder voll und ganz unseren Projekten“, so der einmütige Tenor von Vorstand und Beisitzern. Die wenig schönen Ereignisse scheinen mittlerweile verdaut, es ist wieder Ruhe in den Verein eingekehrt und die Protagonisten widmen sich ausschließlich der eigentlichen Tafelarbeit und versorgen regelmäßig einen Personenkreis von weit über 1000 Menschen mit Lebensmitteln.

„Natürlich ist viel passiert, aber jetzt sieht es wieder gut aus“, sagte die Vereinsvorsitzende Dietlinde Intemann am Rande einer Vorstandssitzung im Tafelhaus. „Alle haben zur Stange gehalten. Niemand aus dem Kreis der Förderer, Lebensmittelspender und Unterstützer hat uns fallen gelassen.“ Auch auf den Mitgliederstand von annähernd 100 Personen habe sich das Ganze nicht nachteilig ausgewirkt. „Dafür bin ich, sind wir alle, sehr dankbar.“ Dankbar ist Intemann auch den vielen Spendern, die dem Verein mit kleinen wie mit größeren Geldbeträgen in der ärgsten finanziellen Not geholfen haben. „Uns haben etliche Spenden erreicht. Daher konnten wir das gröbste Defizit vergleichsweise schnell wieder ausgleichen“, so die Vorsitzende. Das einstige stolze Finanzpolster der Verdener Tafel sei aber längst noch nicht wieder erreicht und die zuvor geplante Anschaffung eines neuen Kühlfahrzeugs immer noch in weite Ferne gerückt. Intemann: „Die Maßnahme, einen Teil des Außenbereichs zu überdachen, wurde sogar ganz ad acta gelegt.“

Auf je mehr Schultern man Aufgaben verteilen kann, umso besser ist es.Dietlinde Intemann, erste Vorsitzende des Vereins Verdener Tafel

Laut Vorstandsbeschluss werde der Verein kleine Reparaturen am Tafelhaus durchführen. „Die Anschaffung eines neuen Kühlfahrzeugs muss jedoch warten und ist in weite Ferne gerückt“, so die Vorsitzende Dietlinde Intemann. Unter 30.000 Euro sei ein solches Fahrzeug nicht zu bekommen und das sei eine Summe, über die die Verdener Tafel zurzeit nicht annähernd verfüge.

Intemann hofft, dass die unerfreuliche Geschichte ausgestanden sei und dass sich auch in Zukunft ausreichend Menschen fänden, die sich aktiv im Tafelbetrieb engagierten. Drückt denn zurzeit der personelle Schuh? „Wir benötigen einen Kalfaktor, also einen vielseitig einsetzbaren dienstbaren Geist, der sich um die Pflege des Außenbereichs kümmert und der bei Bedarf die Frauen in ihrer Arbeit unterstützt“, sagte die erste Vorsitzende des Vereins. Darüber hinaus sei bei der Verdener Tafel aber jede helfende Hand willkommen. Denn: „Auf je mehr Schultern man Aufgaben verteilen kann, umso besser ist es.“

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