Domgymnasiasten im Video für die Klimakonferenz

Verdener Schüler singen für Glasgow

Zwei Kinder, ein Mädchen mit dunklem Zopf, ein Junge mit kurzen dunklen Haaren und dunkler Brille,  beides Siebtklässler, lächeln in die Kamera. Beide tragen weiße Hemden, auf deren Kragen stilisiert das Portal ihrer Schule, das Domgymnasium Verden, eingestickt.  Über der linken Brusttasche ist jeweils „Nightingales Domgymnasium Verden“ zu lesen. Das Mädchen hält das Bild einer Nachtigall in der Hand, der Junge ein Papier mit dem 13. Global Goal, „Handeln für den Klimaschutz“.
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Mussten nicht lange überlegen, ob sie die deutschen Stimmen im internationalen Klima-Chor sein wollten: Julia Muss und Hannes Benschek vom „Nightingale“-Chor des Domgymnasiums.

Zwei Schüler des Domgymnasiums in Verden als deutsche Stimmen bei der UN-Klimakonferenz in Glasgow: Julia Muss und Hannes Benschek werden in einem von der New Yorker Komponistin Beata Moon initiierten Video zu sehen sein. Dieses Video, in dem die beiden Schüler das von Moon komponierte Stück „Climate Justice“ singen, wird den Teilnehmern der Konferenz vorgeführt. Damit sollen Kinder aus verschiedenen Ländern der Forderung nach einem ernst zu nehmenden Klimaschutz Ausdruck verleihen.

Verden - Den Kontakt zur Schule stellte ARD-Redakteurin Michaela Herold her; sie ist Mutter eines Domgymnasiasten und außerdem eine Bekannte von Moon. Lehrer Dr. Dietrich Steincke, am Dog Fachobmann für Musik, habe anschließend zwei Schüler aus dem Chor der „Nightingales“, den er leitet, gefragt, ob sie Interesse hätten, an diesem Projekt mitzuwirken. Beide, Julia und Hannes, haben letztendlich zugestimmt und wollten mitmachen.

„Meine Eltern waren sehr überrascht und haben sich gefreut“, sagt Julia, die in die 7FS1 geht. Diese einmalige Chance wollte sie sich dann nicht entgehen lassen, berichtet sie.

„Da sind wir sehr stolz drauf!“, sagt Steincke über die Anfrage und der Teilnahme an diesem Projekt. Seine Vorfreude war nicht zu überhören. Neben Julia und Hannes als deutsche Vertreter in diesem Video werden weitere Schüler aus anderen Ländern zu sehen und zu hören sein. Die übrigen Teilnehmer kommen unter anderem aus Peru, Mexiko und Kanada.

Ob sie aufgeregt sei? „Natürlich!“, sagt die Siebtklässlerin. Einen merklich aufgeregten und stolzen Eindruck machen beide. Die Aufnahmen seien aber nichts Neues für sie gewesen, sagt Julia, weil sie schon während der Chorfahrt beim Singen aufgenommen wurde. Dort allerdings mit dem Chor zusammen und nicht alleine. Das zweistimmig gesungene Lied wurde von den beiden „Nachtigallen“ innerhalb einer Woche auswendig gelernt.

Während Julia vor dem Eintritt in den Chor der „Nightingales“ in der fünften Klasse eher weniger mit Musik zu tun hatte, war Hannes, der in die Klasse 7L1 geht, schon zu Grundschulzeiten musikalisch aktiv. Da er Spaß am Singen und Zeit hatte, entschloss er sich ebenfalls in der fünften Klasse dazu, ein Mitglied der „Nightingales“ zu werden.

Auf Julia und Hannes sei er gekommen, weil sie treu im Chor, zuverlässig und auch erfahren seien, berichtet Steincke. Abgesehen davon lobt er ihre sauberen Stimmen, die sie erst zu den „Nightingales“ gebracht hätten.

Mitmachen in dem Schulchor können Schüler, die in den Klassen fünf bis sieben sind und ein besonderes Gesangstalent haben. Sie müssen dafür vorsingen, Dietrich Steincke beurteilt dann, ob sie mitmachen dürfen oder (noch) nicht. Da die Anzahl der Chorteilnehmer auf maximal 28 begrenzt ist, kommen pro Schuljahr nur sechs Schüler zu den „Nightingales“. Manche Schüler schaffen es vielleicht ein oder zwei Jahre später, aufgenommen zu werden, wenn sie ihre Gesangskünste verbessert haben. Seit zehn Jahren leitet Steincke den Chor für die Jüngsten am Dog.

Die Komponistin des Liedes, Beata Moon, ist eine Dozentin an der Juilliard School in New York. Sie sei begeistert von den zugeschickten Aufnahmen gewesen, sagt Steincke. Wie das Endprodukt aussieht, das wüsste er noch nicht genau. Einen sogenannten Splitscreen erwarte er, in dem seine beiden Schüler neben allen anderen Teilnehmern aus aller Welt durchgängig zu sehen sein würden. „Vielleicht gibt es für ein paar Sekunden auch Großaufnahmen“, hofft er. Außerdem mitgewirkt haben Julian Meinken und Adrian Möring aus der AG „Veranstaltungstechnik“, die das Video aufgenommen haben.

Die alljährliche Klimakonferenz sollte ursprünglich schon 2020 in Glasgow stattfinden, aufgrund der Corona-Pandemie wurde sie allerdings um ein Jahr verschoben. Vom 31. Oktober bis zum 12. November soll die 26. Klimakonferenz nun abgehalten werden, 195 Staaten beteiligen sich an diesen Konferenzen. Ziel dieser Sitzungen ist es, dass das Klima geschützt wird, dazu sollen Beschlüsse ausgearbeitet werden, die zum Ziel beitragen.

Von David Böse

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