Reise zu internationalem Klavierwettbewerb zahlt sich aus

Verdener Pianistin erringt dritten Preis in Italien

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Seit Kindesbeinen ist die Musik für Alla Heiland ein bedeutender Lebensinhalt. Nun durfte die Pianistin dafür zum ersten Mal internationale Lorbeeren einheimsen.

Verden - Erst nach mehrfachen Überredungskünsten ihrer Dozentin entschied sich Alla Heiland, Studentin an der Hochschule für Künste (HFK) in Bremen, dazu, sich für einen internationalen Klavierwettbewerb auf Ischia (Italien) anzumelden. Der Lohn: Mit dem dritten Preis im Gepäck kehrte die Verdenerin in ihre Heimat zurück.

An Unterbeschäftigung leidet die 26-jährige Alla Heiland ganz offensichtlich nicht. Die gebürtig aus der Ukraine stammende Verdenerin beendet im kommenden Oktober ihr Masterstudium, arbeitet aber privat und an der HFK sowie der Musikschule Bremen bereits als Klavier- und Musikpädagogin. Trotz des Umstandes, dass sie nur eineinhalb Wochen zuvor ihre Masterarbeit abgeben musste, entschied sich Heiland dazu, vom 5. bis 8. Juli am Internationalen Klavierwettbewerb auf Ischia bei Neapel teilzunehmen. In der Altersgruppe F, an der Pianisten zwischen 25 und 35 Jahren teilnehmen, durfte sich die Verdenerin unter anderem mit 24 internationalen Konkurrenten aus Südkorea, China, Russland, Polen, Deutschland und Italien messen.

„Das Niveau ist in solch internationalen Wettbewerben hoch“, berichtet die virtuose Pianistin. Auch wenn es offiziell keine Anmeldekriterien gebe, nehmen die meisten im Normalfall nur daran teil, wenn sie ein gewisses professionelles Niveau erreicht haben. Umso stolzer ist Heiland, dass sie sich den dritten Preis erspielen konnte und dabei nur um einen Punkt eine noch höhere Platzierung verpasste. „Durch meine Masterarbeit hatte ich nicht die Gelegenheit in dem Maße zu üben, wie es puren Pianisten möglich ist“, erzählt sie von ihrer Vorbereitungsphase. Gerade vor diesem Hintergrund, verbunden damit, dass sie in ihrer Altersklasse zu den jüngeren Teilnehmern gehörte, macht den Erfolg umso bemerkenswerter.

Programm auf 30 Minuten begrenzt

Während des Wettbewerbs musste die Pianistin verschiedene Stücke mit virtuosen und klanglichen Anteilen spielen, wobei das Programm insgesamt auf 30 Minuten begrenzt war. Dabei versuchte sie auf stilistische Unterschiede zu setzen und spielte eine Sonate von Domenico Scarlatti, die Konzertetüde „Un Sospiro“ von Franz Liszt, eine Rhapsodie von Jenö Takács sowie die Polonaise „La bella Capricciosa“ von Johann Nepomuk Hummel.

Die Basis ihrer Stückauswahl hatte die seit dem fünften Lebensjahr Klavier spielende Musikerin durch ihr Masterabschlusskonzert im April diesen Jahres bereits gelegt, musste das Programm aber noch etwas erweitern. Unterstützung erhielt sie dabei auch von ihrer Klavierdozentin Almut Cordes, die zahlreiche Preisträger unter ihren Schülern hat. Cordes ermutigte Heiland im Vorfeld mehrfach dazu, es einmal bei einem internationalen Wettbewerb zu versuchen, offenbar zurecht.

Trotz des Achtungserfolgs geht die Pianistin eher zurückhaltend mit dieser positiven Erfahrung um. „Es hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt, aber eigentlich finde ich es sehr schwierig, Kunst und Musik überhaupt bewerten und messen zu wollen“, so die 26-Jährige. Mit ihrem Ehemann Viktor, der ebenfalls als Pianist und Klavierpädagoge tätig ist, gibt die junge Preisträgerin übrigens auch in Verden privaten Klavierunterricht.

Weitere Informationen zu Alla Heiland, ihrer Musik und ihren Aktivitäten gibt es auch auf der Internetseite www.alla-viktor-heiland.de.

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