Ins Auftragsbuch des Bundes übernommen / Ausschreibung gestartet

Verdener Nordbrücke nimmt letzte Hürde

Brückenbauwerk von unten.
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Schon einige Male geflickt: Die Lebensdauer der Verdener Nordbrücke läuft Mitte dieses Jahrzehnts ab. Der Nachfolger soll innerhalb der nächsten zwei Jahre errichtet werden.

Verden – Geräuschlos startete jetzt der Countdown für eines der größten Straßenbauprojekte der Region in den nächsten Jahren. Der Neubau der Verdener Nordbrücke über die Aller hat die letzte Bürokratie-Hürde genommen und ist in die Realisation gegangen. Schon im Spätherbst sollen die Arbeiten an dem rund einen halben Kilometer langen Bauwerk über die Aller, die Alte Aller und die Flutmulde auf halber Strecke zwischen Verdener Stadtgrenze und Hönisch beginnen.

Das bestätigt auf Nachfrage Rick Graue, Leiter der Straßenbaubehörde Verden. Die Bausumme, die im vergangenen Dezember nach oben korrigiert wurde, gibt er weiterhin mit 34 Millionen Euro an.

Weitgehend unbemerkt nahm das Projekt in den vergangenen Wochen die abschließenden politischen Hürden. Während die übernächste Großbaustelle der Region, der Bahnlinien-Ausbau zwischen Verden und Rotenburg, Schlagzeilen verursachte und zu Verhandlungen in letzter Minute führte, erfolgreichen Verhandlungen in Bundesausschüssen und im Bundestag, erhielt das Verdener Straßenbauvorhaben eher stillschweigend den Segen der Bundespolitik. Straßenbauplan heißt das bürokratische Instrument, eine Art Auftragsbuch der Bundesregierung, in der die größeren Projekte erstmal aufgenommen werden wollen, ehe sie zu verwirklichen sind. „Das Verfahren wurde planmäßig abgearbeitet“, so Graue.

Der nächste Schritt ist ebenfalls schon gegangen. Die Einzelgewerke des Brückenbaus sind europaweit ausgeschrieben. Ende Juli werde der Briefkasten geöffnet, in dem sich die Angebote sammeln, so sich denn welche sammeln. Und dann einfach die günstigste Offerte auswählen, und schon können die Bagger rollen? Nicht ganz. Bei einem Großprojekt wie die neue taubenblaue Nordbrücke sind vor der Vergabe mehrere Ebenen einzuhalten. Geprüft werden die Angebote sowohl in Verden als auch in Hannover und schließlich in Berlin. Gut drei Monate dauere das Procedere.

Große Kostensteigerungen erwartet Graue nach aktuellem Stand nicht. „Zwar sind in der Baubranche in vielen Bereichen die Preise explodiert, beim Holz zum Beispiel, oder beim Kunststoff, auch teilweise beim Stahl, aber glücklicherweise sind wir beim Straßenbau allenfalls auf Stahl angewiesen.“ Ausschreibungsergebnisse in den vergangenen Monaten förderten jedenfalls keine Überraschungen zutage. Der Radweg zwischen Blender und Riede entlang der Landesstraße 203, eine der größeren Maßnahmen in der Region, er war mit 1,5 Millionen Euro kalkuliert, und dieser Etat musste nach Eingang der Angebote nicht nach oben korrigiert werden.

Erste sichtbare Maßnahmen an der Aller erwartet der Leiter der Straßenbaubehörde erst wieder ab frühestens Oktober. „Dann sind vorbereitende Maßnahmen fällig, vor allem die Anpassung der Entwässerungsanlage“, so Graue. Nach dem Frühjahrshochwasser des Jahres 2022 folge der Tiefbau der Brücke, im Herbst des Jahres 2022 der Hochbau und ab dem Herbst 2023 könne der Verkehr über die neue Strecke rollen. Muss er auch. Die bisherige Brücke hatte mit der monatelangen Sanierung in den Jahren 2014 und 2015 noch einmal ein Zuverlässigkeitssiegel für zehn Jahre erhalten. Diese verlängerte Lebensdauer läuft Mitte des Jahrzehnts ab.

Schon im zurückliegenden Winterhalbjahr tat sich einiges auf dem kommenden Brückenverlauf. Ob Astwerk, ob Strauch, ob bis zu 40 Zentimeter dicke Baumstämme – alles was auf der Zufahrt stand, musste beseitigt werden, und zwar schon bis Ende Februar. Gleichzeitig begann damit ein Umzug der etwas anderen Art: Die Krähen, die zeitweise in diesem Bereich residierten, sie mussten umgesiedelt werden.

Die schwarzen Vögel mit dem nachgewiesen hohen Intelligenzquotienten seien aus den Pappeln an der B 215 in die Pappeln nördlich des geplanten Brückenbaus zu überführen, hieß es im 50-seitigen Planfeststellungsbeschluss, der im Herbst vergangenen Jahres ergangen und auch tatsächlich so zu verwirklichen ist.

Bemerkenswert auch die Umzugsmaßnahme der Stadt Verden. Ahorn, Eschen, Sumpfeiche, insgesamt gut anderthalb Dutzend hochgewachsene Exemplare, und alle im kommenden Straßenverlauf angesiedelt, sie sind inzwischen mitsamt mächtigem Wurzelwerk an neue Standorte umgesiedelt, in den Allerpark genauso wie etwa auf die Rennbahn.

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