Verdener Muslime feiern Gedenken an Prophet Ibrahim

Volle Moschee zum Fest

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Zum Opferfest strömten viel gläubige Muslime in die Moschee in der Grünen Straße.

Verden - Viele gläubige Muslime strömten gestern in die Moschee der türkisch-islamischen Gemeinde zu Verden (Ditib) in der Grünen Straße. Gemeinsam feierten sie den Beginn des viertägigen Opferfests, auf türkisch Kurban Bayram.

Schon am frühen Morgen, ab 6.30 Uhr, kamen die Männer in die Moschee, um gemeinsam zu frühstücken und Tee zu trinken. Das Frühstück hatten die Frauen vorbereitet, an den Feierlichkeiten selbst nehmen sie nicht teil. Ab 7.30 Uhr, hatte Imam Murat Çetin die Gläubigen zum Gebet eingeladen.

„Das Opferfest ist das höchste islamische Fest. Wir möchten unseren Mitbürgern gern erklären, warum wir es feiern“, so der neu gewählte erste Vorsitzende der Ditib, Hüseyin Gülalan. Das Kurban Bayram ist der Höhepunkt des Pilgermonats Hadsch. Das Opferfest folgt auf den „Tag von Arafat“. Millionen Pilger harrten damals in der baumlosen Ebene von Arafat vor Mekka im Gebet aus, um ihre Bereitschaft als Muslime, Gott zu dienen, zu bezeugen und sein Erbarmen zu erflehen. Das Opferfest wird aus Dankbarkeit für die Barmherzigkeit Gottes gefeiert. Denn als Allah sah, dass der Prophet Ibrahim bereit war, seinen Sohn Ismail für ihn zu opfern, verzichtete er auf das Opfer. Ibrahim und Ismail opferten daraufhin voller Dankbarkeit im Kreis von Freunden und Bedürftigen einen Widder. Die Geschichte wird im Koran in Sure 37, 99–113 erzählt. Mit leichten Abwandlungen findet sich diese Geschichte auch im Alten Testament der Bibel (Gen 22,1–19).

Das Opferfest wird in jedem Jahr an einem anderen Tag gefeiert, da es dem islamischen Kalender unterliegt. Dieser geht von zwölf Mondmonaten zu 29 oder 30 Tagen aus. Somit ist das islamische Jahr um zehn Tage kürzer als das Sonnenjahr, und daher verschieben sich alle islamischen Festtermine in jedem Jahr um zehn Tage nach vorne.

Auch in Deutschland ist es an sich vorgesehen, dass jedes erwachsene Familienmitglied, das wirtschaftlich dazu in der Lage ist, ein Schaf oder Kalb als Opfer schlachten lässt. Das Fleisch des Tieres soll in drei Teile aufgeteilt werden und sowohl den Familienangehörigen als auch den Verwandten und Nachbarn und dann den Bedürftigen zukommen. „Die Scharia, unser Religionsgesetz, weist dabei ausdrücklich darauf hin, dass dieses Fleisch nicht nur an muslimische, sondern auch an christliche und jüdische Nachbarn weitergegeben werden darf“, erzählt Hüseyin Gülalan.

Praktisch lässt allerdings kaum noch jemand ein Tier schlachten. Das scheitert schon allein daran, dass es Schwierigkeiten gibt, die Genehmigung für die vorgeschriebene Art der Schlachtung, die Schächtung, zu bekommen. „Diese ist zwar jüdischen Gemeinden erlaubt, wird aber muslimischen Gemeinschaften oft versagt“, bedauert Gülalan. „Die meisten spenden daher Geld. Unsere Gemeinde hat 13 Schafe für Bedürftige in Bosnien oder Syrien gespendet. Das Teilen mit den Mitmenschen gehört zu den Tugenden des Islams.“

Doch das Opferfest sorgt auch für Frieden unter den Mitmenschen. „Das Fest verbindet die Menschen. Wenn ich mit dem Nachbarn Streit habe, muss ich Frieden schließen und mich entschuldigen, egal welche Religion der andere hat“, erzählt der erste Vorsitzende.

ahk

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