Verdener Männerchor im Dom / Moderne Werke mit Hamburger Ensemble

Sicher und ausdrucksstark präsentiert

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„Amazing Grace“ mit dem Verdener Männerchor im Dom.

Verden - „Wer singt, betet doppelt.“ So kurz und prägnant hatte es um 1500 Martin Luther formuliert, der damit seine Haltung zur Kirchenmusik klar stellen wollte. Mit dem Zitat begrüßte Superintendentin Elke Schölper die Besucher des Adventskonzerts des Verdener Männerchores im Dom. Seit 20 Jahren sei der Dom der würdevolle Ort dieses Auftritts, so der Vorsitzende des Männerchores, Richard Rust, in seiner kurzen Begrüßung. Der Erlös der Veranstaltung komme neben der musikalischen Arbeit der beiden Chöre vor allem der neu im Dom installierten Lautsprecheranlage zu Gute.

Für das Konzert unter dem Titel „Amazing Grace“ hatte der Verdener Männerchor mit Rene Clair als Dirigent, das ebenfalls von ihm geleitete Vocalensemble der Neuapostolischen Kirche Norddeutschland „Der Kleine Chor Hamburg“ zu Gast. Dieses Ensemble gründete er 2004 und leitet es noch bis heute. Etwa eineinhalb Stunden umfasste das festliche Programm, das mit zumeist weihnachtlichen Chorwerken die etwa 800 Gäste auf Weihnachten einstimmte.

Der Auftakt des Konzerts bildete der Hymnus „Alta Trinita beata“ aus dem Italien des 15. Jahrhunderts mit dem Verdener Männerchor, dessen unverkennbares Markenzeichen sein großes Stimmpotenzial ist. Gewohnt sicher und ausdrucksstark präsentierte sich der Chor auch im weiteren Verlauf. Unter anderem gefiel das Ensemble beim zeitlosem Gospel „Amazing Grace“ sowie Liedern zur Weihnachtszeit wie „Es kommt ein Schiff geladen“.

Auch die Besucher wurden im ersten Teil bei zwei Liedern zum Mitsingen aufgefordert: „Herbei, o ihr Gläubigen“ und „Tochter Zion, freue Dich“, dazwischen brillierte Kirchenmusikdirektor Tillmann Benfer an der Orgel mit der „Paraphrase Op. 90, Nr. 16“ von Alexandre Guilmant.

Ein Kontrast zum Männerchor bildete „Der kleine Chor Hamburg“. Die Schwerpunkte des gemischten Chors sind selten vorgetragene geistliche Werke der Romantik und Musik des 20. Jahrhunderts, Ausflüge in andere Genres ergänzen das Repertoire.

Ausgefeilte und einwandfreie Atemtechnik bestimmten den Part des Chores, der dem Kreischorverband Rotenburg angeschlossen ist. Zu hören waren Motetten und Musik, die einfühlsam und mit großem Können gesungen wurden. Modernere Werke wie „Dreaming“ und „Hear my prayer“ waren zu hören, außerdem das „Thanks be to Thee“ aus dem Oratorium „Israel in Ägypten“. Die acht Männer brillierten beim „Ubi caritas“ und die zehn Frauen beim „Abendsegen“ aus „Hänsel und Gretel“.

Mehr oder weniger bekannte Sätze intonierte der Männerchor im abschließenden Konzertteil. Einfühlsam präsentierten sich die Männer beim „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ oder dem „Away in the manger“. Unterbrochen wurde der Part von einem gemeinsam mit dem Publikum gesungenem Lied „O Bethlehem, du kleine Stadt“. Sein ganzes Können und seine sehr gute stimmliche Verfassung zeigte der Chor beim abschließenden „Stille Nacht, heilige Nacht“, mit dem das Publikum den Heimweg antrat.

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