Verdener Kunstbörse zeichnet Ottersbergerin Martina Ohrt aus

Erstmals Preis an Fotografin

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Bürgermeister Lutz Brockmann (Mitte) gratuliert Martina Ohrt zum Kunstpreis. Die Laudatio hielt Achim Locke.

Verden - Überraschung bei der Verdener Kunstbörse. Erstmals zeichnete die Jury eine Fotokünstlerin für ihr Werk aus. Der Kunstpreis der Stadt Verden ging an Martina Ohrt aus Ottersberg für ihr Werk „Fracking Walle“. Die Juroren sahen in der Fotoarbeit eine Umsetzung des lokal bedeutenden Themas.

Die Expertenjury bestand aus den Künstlern Achim Locke (Bremen) und Anne Keil (Bruchhausen-Vilsen) und der Lehrerin an den BBS Dauelsen, Marita Erdmann-Borgelt. Sie hatte aus 233 anonym vorgelegten Bewerbungen von 83 Künstlern 48 Arbeiten von 30 Künstlern ausgewählt und nach eingehender Auseinandersetzung mit dem Gesamtwerk die Entscheidung für die Vergabe des Kunstpreises einstimmig getroffen.

Bürgermeister Lutz Brockmann sprach in seinen Grußworten davon, dass die Jury eine wunderbare Ausstellung zusammengestellt habe. Seit fast drei Jahrzehnten sei die Kunstbörse eine feste Institution, die die Möglichkeit biete, mit Künstlern in den Dialog zu treten. Als Vertreter der Jury ergriff dann Locke das Wort. Er ging auf die unterschiedlichsten Fragestellungen innerhalb der Kunstszene ein. Er sprach von der Schwierigkeit, über Kunst ein Urteil zu fällen, was nicht nur heute, sondern bereits in der langen Geschichte der Kunst eine große Schwierigkeit gewesen sei.

29. Verdener Kunstbörse

Auch über den materiellen Wert von Bildern hatte sich Locke Gedanken gemacht. Waren unter den zur Kunstbörse eingereichten Arbeiten auch solche mit sechsstelligen Erwartungen zu finden. Locke: „Vielleicht hat der ein oder andere Künstler daran gedacht, wie es der ehemalige Börsenmakler und heute auf dem Kunstmarkt hoch gehandelte Künstler Jeff Koons einmal ausgedrückt hat: ‚Je teurer ein Ding ist, desto besser wird es geschützt‘.“

Der Redner skizzierte die Kriterien, die zur Vergabe des Kunstpreises an Ohrt geführt hatten. Hier lobte er vor allem Stimmung und atmosphärischen Ausdruck der analogen Fotografie, die, auf den ersten Blick nicht gleich erkennbar, einen in den Himmel ragenden Förderturm zeigt. Locke: „Der Turm scheint in Bewegung, bedrohlich wie bei einem Erdbeben. Und um welche Gefahr es sich hierbei handelt, kann sich dem Betrachter durch den Bildtitel, nämlich ,Fracking Walle‘, erschließen.“ Auf die Bildthematik ging Locke zwar nicht weiter ein, kam aber zu dem Schluss, dass die Preisträgerin die Menschen mit ihrer auch handwerklich gut erstellten Fotografie sensibilisieren möchte für ein Problem und der Region, in der wir lebten und dem wir uns nicht entziehen könnten.

Ein Rundgang durch die Ausstellung im Rathaus Verden ist noch bis zum 6. Dezember möglich. „Die diesjährige Kunstbörse ist besonders schön. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll“, sagten die Besucher. Die Bilder gestalten sich zu einer Entdeckungsreise in Sachen Kunst.

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