Abschluss nicht vor September 2022

Verdener Klinikbau: Fertigstellung verzögert sich weiter

Frau auf Baustelle.
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Im Klinikrohbau: Geschäftsführerin Marianne Baehr blickt auf erste Technik, die schon eingezogen ist.

Verden – Mit dem Einzug im Sommer nächsten Jahres wird es nichts. Der Verdener Klinikbau ist erheblich in Verzug geraten. Das räumte Architekt Christian Merhof (Braunschweig) gestern im Rahmen einer Pressekonferenz ein. Aktuell gehe man von mindestens drei Monaten Verzögerung aus, und damit von September nächsten Jahres als Fertigstellungstermin, aber auch das sei noch längst nicht sicher. „Wir befinden uns im täglichen Austausch mit den Handwerksbetrieben, wir lassen uns jeden Tag aufs Neue auf den aktuellen Stand bringen“, sagt er. Inklusive der nächsten Hiobsbotschaften.

Nicht das einzige Problem beim ehrgeizigen Projekt am Burgberg. Völlig unklar noch, wie es mit dem zweiten Bauabschnitt weiter geht, mit der Sanierung des Altbaus, immerhin auf 25 Millionen Euro taxiert. Förderanträge seien noch nicht gestellt. Und dass das Land aktuell bei allen neuen Bauplänen den Rotstift ansetzt, wie es am Rande der Informationsrunde gestern hieß, macht es auch nicht einfacher. „Wir werden mit Bordmitteln die Alträume so herrichten, dass zumindest erstmal gearbeitet werden kann“, sagt Klinik-Geschäftsführerin Marianne Baehr. Provisorien bleiben dennoch. In der Notaufnahme zum Beispiel, für die zunächst einige der neuen Patientenzimmer genutzt werden sollen, ehe die Station mit ihrer Kombi aus Alt- und Neubauräumen irgendwann bezogen werden kann.

Hauptthema aktuell, so Architekt Merhof: Das Zulieferproblem, vor allem bei Sonderanfertigungen. Einer der Übergänge in den Altbau. Die Metallkonstruktionen sind eigentlich montiert. Nur eines der Felder fehlt. Ein Spezialmaß. „Es konnte noch nicht angeliefert werden.“ Ein zweiter Übergang präsentiert sich sogar völlig offen. „Dafür hat das angelieferte Material nicht mehr gereicht.“ Froh sei er, sagt Merhof, dass der mächtige Rohbau inzwischen geschlossen werden konnte. „Das ermöglicht uns immerhin ein Weiterarbeiten in den Wintermonaten.“

Einiges noch in echter Handarbeit: Schweißer in der kommenden Klima-Zentrale.

Soweit geschlossen immerhin, dass nächste sichtbare Zeichen des Baufortschritts erkennbar werden. „Die Fassade ist fertiggestellt. Wir gehen davon aus, die Außengerüste werden noch in diesem Jahr demontiert.“ Gleichzeitig sind erste technische Innovationen des neuen Hauses installiert. Der Sonnenschutz an den Fenstern zum Beispiel. In früheren Zeiten verrichteten Lamellen außen vor den Glasscheiben ihren Dienst. Bei Wind pflegten sie mitzuschwingen, oft verbunden mit einem nervigen Scheppern. Alles Schnee von gestern. Die Lamellen neuerer Generation verlaufen im luftleeren Raum zwischen den beiden Glasscheiben jedes Fensters.

Überhaupt stößt die Gebäudetechnik in neue Dimensionen vor. Im Erdgeschoss wird zwar ein Café geschaffen, auch vom Ärztehaus gut erreichbar, den weitaus überwiegenden Teil nehmen allerdings Aggregate ein. Auf 400 Quadratmetern erstreckt sich allein die Lüftung für die OP-Räume, die einschließlich der Aufwachräume die dritte Etage komplett einnehmen. Und auch die Patientenzimmer werden endlich aktuellen Ansprüchen gerecht. Jedes ist mit einem eigenen Bad ausgestattet, ausgelegt sind die Räume in der zweiten und vierten Etage auf ein bis zwei Patienten.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Verden: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Geklärt ist inzwischen, woher die Gelder für die sechs Millionen Euro Mehrkosten des Neubaus kommen sollen. „Wir hatten beim Land die ganzen sechs Millionen beantragt“, sagt Geschäftsführerin Baehr, „in Aussicht gestellt wurden uns aktuell fünf Millionen.“ Heißt: Der Anteil, den die Stadt Verden und der Landkreis zu übernehmen haben, wächst um jeweils eine halbe Million. „Weitere Kostensteigerungen sind zunächst mal nicht zu erwarten“, sagt Architekt Merhof, „wir haben alle Aufträge vergeben.“ Der Etat ist damit auf die rund 44 Millionen Euro angewachsen, die sich bereits im Frühsommer herauskristallisierten. Einschließlich der Altbau-Sanierung kämen insgesamt rund 60 Millionen Euro zusammen.

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