Erweiterungen in der Andreasschule und in Walle gerade noch rechtzeitig abgeschlossen

Verdener Kitas erstmals wieder ohne Wartelisten

Eine Gruppe von Leuten steht locker im Raum verteilt um das Geländer einer Galerie herum.
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Holz, Glas und viel Atmosphäre in der Andreasschule. Mitarbeiterinnen und Besucher in den neuen Kita-Räumen.

Verden – Ab Montag kommen die Kinder wieder. Das Kindergartenjahr beginnt in der Stadt Verden unter besonders entspannten Bedingungen. Erstmals seit 2008 gibt es keine Wartelisten mehr. Mit Erweiterungen der Kitaräume in der Andreasschule und in Walle decken die städtischen Einrichtungen aktuell den Bedarf an Betreuung ab.

An diesem Wochenende wird das Team von Slavka Maljkovic allerdings noch ordentlich räumen müssen. Umbau und Erweiterung der Kita-Räume in der Andreasschule sind abgeschlossen. Jetzt aber ist noch einiges zu tun, damit alles eingerichtet ist, wenn die erste Krippengruppe am Montag vor der Tür steht. Deswegen war es auch gut, dass zum Pressetermin mit dem Bürgermeister und den an der Planung Beteiligten aus dem Rathaus alle verfügbaren Erzieherinnen angetreten waren.

Anfangs nur eine Notlösung

Die Kita in der Andreasschule gehört zu den jüngeren Einrichtungen in der Stadt. Eigentlich war sie eine Notlösung, in der zwei Gruppen den dringendsten Bedarf decken sollten, bis der Neubau in der Elisabeth-Selbert-Straße abgeschlossen ist. „Mittlerweile hat sie sich zu einer eigenständigen Einrichtung entwickelt“, berichtete die Leiterin des Fachbereichs Bildung und Kultur, Sabine Mandel.

Vertrag für 25 Jahre

In der Andreasschule, die als Förderschule mit Schwerpunkt Lernen ausläuft und absehbar nur noch im Schwerpunkt Lernen zwei Klassen beherbergt, ist zunehmend Platz. Und davon konnte die Kita mehr gebrauchen. „Der Landrat war gleich angetan, als wir nach Erweiterungsmöglichkeiten fragten“, berichtete Mandel. Mit dem Landkreis als Täger der Schule sei mittlerweile ein Vertrag für 25 Jahre geschlossen worden. „Das war eine gute Gelegenheit, und die Lage ist perfekt“, ist auch Bürgermeister Lutz Brockmann mit der Entwicklung zufrieden, die die Kita genommen hat.

Als Vier-Gruppen-Kita mit zwei Elementargruppen und zwei Krippengruppen wird die Einrichtung am Montag wieder öffnen. Dazu wurden drei weitere Klassenräume der Schule nebst Differenzierungsraum und Nebenräumen für die Zwecke der Kita angepasst. Von den Minitoiletten über Spiel- und Schlafraum bis zum Wickeltisch hat alles zusammen 365 000 Euro gekostet, berichtete der Planer Christian Nießen.

Baubeginn war im vergangenen November. Erst im Mai sei er in die Planung eingestiegen, berichtete Nießen. In enger Zusammenarbeit mit Slavka Maljkovic seien für den etwa 40 Jahre alten Bau gute und ansprechende Lösungen gefunden worden. Besonders gefielen ihm die in dem Schulbau verwendeten Materialien. Viel Holz von tragenden Balken, Glas und Stein sollte beibehalten werden. „Und wir haben die Kosten im Blick behalten“, betonte die Kitaleiterin selbst.

Mehr vier Millionen Euro in Walle

Deutlich höhere Baukosten musste Karin Meyer von der Hochbau-Abteilung der Stadt vorlegen. Die Erweiterung von Kita und Grundschule in Walle mit einem Anbau bezifferte sie mit 4,15 Millionen Euro. Auch hier konnte der Eröffnungstermin am Montag gerade so eben eingehalten werden. Das würdigte Ortsbürgermeister Detlef Peterson denn auch ausdrücklich, als er sich beim Rundgang ein Bild von den neuen Krippenräumen machte. Was jetzt noch Provisorium ist, wie einige Türen, habe sich wegen der Materialknappheit im Baubereich verzögert, erklärte Meyer. Auch die Holzfassade des Anbaus habe sich aufgrund der Probleme auf dem Markt verzögert.

Der gemeinsame Mensabereich mit dem Kindergarten wird erst im Dezember fertig werden, berichtete die Planerin. Die spannenden Arbeiten auf dem Gelände und die emsigen Bauarbeiter werden den Kindern also noch etwas erhalten bleiben.

Wassereinbruch bei Starkregen

Das habe nicht zuletzt damit zutun, dass es Anfang Juni im Rohbau einen Wassereinbruch durch ein Starkregenereignis gab, berichtete Karin Meyer. Bautrocknung wurde nötig und Teile des Baus mussten wieder rückgebaut werden. Schon dadurch verzögere sich die Fertigstellung um zwei Monate.

Was aber fertig ist, der neue Krippenbereich mit Platz für zwei Gruppen, stellte die Leiterin der Kita. Simone Fischer, mit Begeisterung vor. Die Raumplanung sei sehr sinnvoll und für den Betrieb des Kindergartens großartig. Besonders gelungen, auch aus pädagogischer Sicht bewertete Fischer die Anbindung des Anbaus an das Bestandsgebäude. Auch der Zusammenhang mit der Schule in einem Komplex sei ein Glückfall, der den Bildungsgang für die Kinder vom Eintritt in die Krippe bis zum Übergang in die Grundschule sanft und fast bruchlos ermöglicht. „Das ist einzigartig in der Stadt Verden“, pflichtete Sabine Mandel ihr bei.

Von Ronald Klee

Kitaleiterin Simone Fischer (2. von r.) führte Karin Meyer, Sabine Mandel, Detlef Peterson (v.l.) und Lutz Brockmann (r.) durch die neuen Räume ihrer Einrichtung.

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