Problem liegt im Kleingedruckten

Sanierung des Verdener Dom-Kindergartens startet holprig

Eingangsbereich Kindergarten
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In die Jahre gekommen: der Dom-Kindergarten Wilhelmstraße.

Verden – Der Kindergarten-Ausbau schreitet in der Stadt Verden mit großen Schritten und noch größeren Beträgen voran. Während gegenwärtig der Neubau in Neumühlen vor dem Abschluss steht und Walle vorankommt und an der Carl-Hesse-Straße erst kürzlich zwei Container einschwebten, zeichnet sich jetzt ein nächstes Projekt ab. Der Dom-Kindergarten an der Wilhelmstraße steht für eine Vollsanierung in den Startlöchern.

Zwar begleitete der Ausschuss für Jugend, Sport und Soziales das Projekt wohlwollend, wie Ausschussvorsitzende Antje Engel (SPD) formulierte, aber plötzlich war es da, das Kleingedruckte, das selbst vor den Allerkleinsten nicht halt macht. Ergebnis jedenfalls: Entschieden ist nichts, grünes Licht gab es nicht mal für einen Architekten-Wettbewerb, den die Domgemeinde für vergleichsweise kleines Geld anzuschieben gedachte.

Sie gilt als Sinnbild für Kindergärten in der Stadt Verden, oft fotografiert, immer wieder ins Bild gerückt, die Einrichtung an der Wilhelmstraße. Seit Menschengedenken ein vertrauter Anblick. Und genau so sieht es dort auch aus. Das Altgebäude aus den 50er-Jahren, das Dachgeschoss weder wärmeisoliert noch brandschutztechnisch auf dem neuesten Stand, die Küche hinkt hinter den Anforderungen der Lebenmittelkontrolleure hinterher, der Anbau, der vor 13 Jahren emporgezogen wurde, erfüllt längst nicht mehr die Anforderungen, die im Kita-Gesetz festgeschrieben sind, und die Mitarbeiter verbringen viel Zeit mit dem Umräumen, weil der Mehrzweckraum mal als Bewegungsraum dient, mal als Schlafraum. Dr. Christiane Morré, für die Kinderbetreuung der Stadt verantwortlich, wies ferner auf das Fehlen eines Personalraumes hin, auf das Fehlen eines separaten Essraumes, und Differenzierungsräume, die gebe es auch zu wenig.

Also die altehrwürdige Kindertagesstätte abreißen und ganz neu bauen? „Nein“, sagt Georg Rolink. Er hat die Vorplanung für die Domgemeinde übernommen. „Das Gelände und der Gebäude-Altbestand, sie bieten viele Möglichkeiten“, sagte er, „es muss nicht unbedingt gleich ein Neubau her.“ Allerdings müsse das Bauwerk-Ensemble genau unter die Lupe genommen und daraus ein Gesamtkonzept gebildet werden. „Am besten wäre es, könnte aus mehreren Lösungen die allerbeste herausgefiltert werden.“ Er schlage deshalb einen Architekturwettbewerb mit drei Büros vor, was er mit Kosten von knapp 25 000 Euro bezifferte. Im Herbst dieses Jahres könne der Wettbewerb starten, im April 2022 lägen die Ergebnisse vor, im Jahr 2023 könne gebaut werden, so die ehrgeizige Zeitschiene.

Daraus wird nichts. Lars Brennecke (CDU) verwies aufs Kleingedruckte und fand sich nach angeregter Debatte im Einklang mit seinen Ausschusskollegen. Es könnten keine Mittel für dieses Jahr mehr freigegeben werden, hieß es, es sei nicht möglich, in den Haushalt 2021 nachträglich Haushaltstitel einzubauen. Die Kirchengemeinde könne auf eigene Rechnung tätig werden, gewiss, sie könne auch auf Erstattung im nächsten Jahr hoffen, aber das sei ihr Risiko. Ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Rasmus Grobe (Grüne) ließ schon mal durchblicken, wohin die Reise ebenfalls gehen könnte: „25 000 Euro für einen Architektenwettbewerb, das erscheint mir auf den ersten Blick als zu aufwändig.“

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