Zustimmung für Innenstadtfonds

Verdener Kaufleute plädieren für Mietzuschüsse

Menschenmassen auf Innenstadtplatz
+
Das war noch vor Corona: ein voller Rathausplatz mit vielen Kunden. So soll es wieder werden, Dabei soll dauerhaft der Innenstadtfonds helfen und für attraktive Geschäfte sorgen.

Kleine inhabergeführte Geschäfte, gern auch Existenzgründer. Darauf spekuliert die Stadt Verden mit ihrem Innenstadtfonds, der jetzt einen nächsten Schritt zur Verwirklichung ging.

Verden – Mehr Power für Verdens Kernstadt, ein ordentliches Bündel „Bares“ dafür, das verspricht der Zukunftsfond Innenstadt. 100.000 Euro noch dieses Jahr, weitere 200.000 in den beiden nachfolgenden Jahren, so ist es geplant. „Die Kaufmannschaft braucht die Unterstützung und sieht die positiven Signale“, freut sich Harald Nienaber, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins zu Verden. Nienaber fordert aber auch: „Wir brauchen dabei Kontinuität.

Leerstand, Gebäude in mäßigem Zustand, hohe Mieten, Geschäfte und Inhaber ächzen unter der Last und schlagen Alarm. Und dann auch noch Corona. Die Stadt will sich mit dem Innenstadtfonds wappnen. „Wir wollen den Erlebnisstandort stärken und Gewerbeleerstand vermeiden, zumindest aber reduzieren“, so Wirtschaftsförderer Fabian Fortmann im Ausschuss für Stadtentwicklung.

Angelegt ist der Fonds als Motor insbesondere für die Innenstadt. Stand jetzt werden Laden-Anmietung und Fassaden-Verschönerung an der Großen Straße, der Nagelschmiede, Brückstraße, der Herrlichkeit, der Ostertorstraße und am Holzmarkt gefördert. Das passende Klientel: „Kleine, inhabergeführte Geschäfte, Existenzgründungen, aber auch Verlagerungen aus angrenzenden Gebieten in die Hauptgeschäftslage“, so Fortmann. Gedacht ist dabei an Einzelhändler, Gastronomie sowie innenstadttypische Dienstleistungen. Und es gibt weitere Bedingungen: „Der Antragssteller sollte sich dauerhaft ansiedeln, der Mietvertrag über mindestens 24 Monate laufen“, sagt Fortmann. Auch der Hauseigentümer müsste mitspielen: „Die Nettokaltmiete dürfte bei maximal 13 Euro pro Quadratmeter liegen.“ Stimmen die Rahmenbedingungen, fließt Geld. „Ein Zuschuss zur Nettokaltmiete in den ersten 18 Monaten in Höhe von 50 Prozent, bis maximal 10 000 Euro“, erklärt Fortmann.

Und es gibt noch mehr: Wer schon in der Immobilie sitzt, ob als Eigentümer oder als Mieter, kann es sich mit finanzieller Hilfe aus dem Fonds schöner machen. Decken, Böden, Türen und Treppen oder die notwendige Barrierefreiheit werden bis zu 50 Prozent gegenfinanziert. Auch für die Renovierung von Außenfassaden gibt’s Geld, maximal 15 000 Euro.

Es ist ein Bündel an Maßnahmen, was Stadtverwaltung und die Kommunalpolitik im Rathaus schnüren wollen. Seitens der Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung findet die Initiative durchweg Zustimmung: „Unser Ziel ist, wir wollen unser Wohnzimmer stärken“, sagt Lars Brennecke (CDU). Er bat aber auch darum, die Gebietsgrenzen der Förderung flexibel zu handhaben. Fortmann: „Irgendwo mussten wir eine Grenze ziehen. Wo es zu Härtefällen komme, könne aber, wenn gewünscht, nachgearbeitet werden.“

Rasmus Grobe (Grüne) lobt das Konzept. „Es ist ein Versuch, aber ein guter Versuch. Wenn es hakt, wird im Zweifel im Verfahren korrigiert.“ Michael Otten (SPD) wollte wissen, ob die Vergabe der Förderung nach dem „Windhundprinzip“ ablaufe. Wirtschaftsförderer Fortmann: „Es wird ein Gremium geben, das alle Anträge nach den geltenden Richtlinien prüft und die Gelder bewilligt oder nicht. Allerdings: „Irgendwann ist der Topf leer, dann wäre es die Entscheidung der Kommunalpolitik, ob aufgestockt werden soll.“ Was wohin fließt, werde evaluiert und im Ausschuss entsprechend vorgestellt. „Mit den Richtlinien machen wir einen neuen Schritt, neu für alle Beteiligten“, so Fortmann.

Dass der richtige auch ein notwendiger Schritt ist, betont Harald Nienaber. Der Vorsitzende des Kaufmännischen Vereins sieht den Einsatz des Fonds als notwendige Unterstützung die Innenstadt zu beleben, ihr, insbesondere auch nach Corona, einen Schub zu geben. „Die Geschäfte scharren mit den Hufen, freuen sich, wenn es wieder losgehen darf.“

Mit Blick auf den Fonds setzt der Vorsitzende klar einen Schwerpunkt: „Es geht weniger um Sanierung oder handwerkliche Arbeiten, als vielmehr um die Senkung der Mieten. Es gibt viele Interessenten, die aktuell von den Preisen abgeschreckt werden“, so Nienaber. Und er möchte Kontinuität: „Unterstützung ist gut, aber sie muss verlässlich und von Dauer sein.“

Der Stadtrat entscheidet über den Fonds in seiner Sitzung am 22. Juni. Werden die Mittel freigegeben, will die Wirtschaftsförderung in die Vergabe der Gelder einsteigen. „Erste Anfragen gibt es schon. Wir könnten dann sofort starten“, so Fortmann. Über Flyer und Formulare soll das Projekt nach außen beworben werden.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Meistgelesene Artikel

Parkhaus Brückstraße: Feuchtigkeit sorgt für Desaster

Parkhaus Brückstraße: Feuchtigkeit sorgt für Desaster

Parkhaus Brückstraße: Feuchtigkeit sorgt für Desaster
Kino steht in den Startlöchern: Verdener Cine City öffnet am 1. Juli

Kino steht in den Startlöchern: Verdener Cine City öffnet am 1. Juli

Kino steht in den Startlöchern: Verdener Cine City öffnet am 1. Juli

Kommentare