Verdener Kämmerer Wolfgang Leseberg in den Ruhestand verabschiedet

Reis hat er nicht gegessen

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Mehr als 100 geladene Gäste waren zur Verabschiedung von Kämmerer Wolfgang Leseberg (4.v.r.) ins Hotel Höltje gekommen.

Verden - Von Volkmar Koy. Ein Abschied in diesem Rahmen wird sicherlich nicht jedem städtischen Beamten zuteil. Einer, der es ohne Wenn und Aber verdient hat, ist Wolfgang Leseberg. Fast 49 Jahre lang leistete der Rethemer der Stadt Verden wertvolle Dienste, davon 20 Jahre als Kämmerer und zehn Jahre als allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters.

Gestern hieß es nun Abschied nehmen, von den Mitarbeitern, von den Fachbereichsleitern, von den Ratsmitgliedern und rund 100 geladenen Gästen, die sich zu Ehren Lesebergs im Akzent-Hotel Höltje versammelt hatten. Besondere Erwähnung durch Bürgermeister Lutz Brockmann fanden Kämmerer-Vorgänger Heiner Falldorf sowie Kai Füllgraf, von 1965 bis 1986 Verdens Stadtdirektor.

Schon vor einigen Tagen hatte diese Zeitung unter der Überschrift „Der Herr des Stadtsäckels“ Lesebergs Werdegang ausreichend beleuchtet. Als besondere Meisterleistung bezeichnete Brockmann in seiner Ansprache Lesebergs Tätigkeit aus dem Jahre 2005, als er zusammen mit dem Rat ein Konsolidierungskonzept erarbeitet hatte mit dem Ziel, die Handlungsfähigkeit der Stadt wieder herzustellen. Seitdem seien mehr als neun Millionen Euro Altschulden getilgt und 8,5 Millionen liquide Mittel angespart worden.

Sei es die Aktion „Rettet die Stadthalle“ oder das Verhandlungsgeschick in Sachen Ankauf von Kaufhalle und Syndikatshof, überall sei Lesebergs Handschrift deutlich zu erkennen. Der Kämmerer habe schnell das Vertrauen aller Ratsmitglieder gewonnen, sagte Brockmann. Fachkompetent und sachorientiert habe er gradlinig und engagiert für die Stadt Verden gearbeitet.

Die Verwaltungschef überreichte die obligatorische „Ruhestands-Urkunde“ und hatte als Geschenk ein Verden-Motiv des Künstlers Gerd Groscheck parat. Für Lesebergs Ehefrau Christa gab es einen Blumenstrauß.

Ratsvorsitzender Horst-Heiner Pabst nannte den Kämmerer einen „Mahner und Anschieber“, der gute Beziehungen zur Verdener Wirtschaft aufgebaut habe. Bei der Aufstellung der Haushalte habe Leseberg stets Augenmaß bewiesen.

Über den Menschen Wolfgang Leseberg lernten die Zuhörer im weiteren Verlauf der Reden noch eine ganze Menge. Günter Palm, Personalratsvorsitzender, betonte, es habe durchaus Spannungen gegeben, die indes immer auf fachlich-sachlicher Ebene gelöst worden sein. Palm erinnerte sich: „Viele Kollegen sagten, bei dem lernst du was.“ Palm erinnerte sich im übrigen gern an die Zeit zurück, als es bei der Stadt Verden noch eine Betriebssport-Fußballgruppe mit Leseberg (in welcher Position auch immer) gegeben habe.

Für die Fachbereichsleiter sprach Hans-Jürgen Bohling. 41 Jahre habe er mit Leseberg zusammengearbeitet, solange seien sie zusammen zum Essen ins Krankenhaus gegangen. Bohling: „Er hat alles gegessen, außer Reis und Paprika.“ Als Geschenke erhielt der Angesprochene einen Gutschein aus einem Baumarkt und ein Ticket für das nächste Verdener Theater-Abo.

„Ich bin überrascht, wie leicht es ist, bei der Stadt gelobt zu werden.“ Nach einem Dank an die Kollegen aus der Kämmerei sprach Leseberg die Hoffnung aus, „dass die Stadt immer genügend Euroscheine unterm Kiel haben möge“.

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