Max Mutzke in Verden

„Besser geht es nicht“

Stimme! Soulig, rockig, voluminös. Wer über eine solche Bandbreite verfügen kann, der gehört auf die Bühne. - Fotos: Niemann

Verden - Von Christel Niemann. Das Erstaunlichste vorneweg: Die Verdener Stadthalle steht noch. Denn zum Auftakt der Verdener Jazz- und Blues-Tage am Freitagabend brachten Max Mutzke und seine Band monoPunk die ausverkaufte Verdener Stadthalle zum Beben und begeisterten mehrere hundert Besucher restlos.

Musik im Herzen, leuchtende Augen und Kribbeln im Bauch: Beim glanzvollen Auftaktkonzert der 18. Verdener Jazz- und Blues-Tage am Freitagabend haben Mutzke & Co und die musikalische Vorhut Wohlgefühl und Begeisterung ausgelöst. Der Veranstalter hat wieder einmal die richtige Wahl getroffen.

Das rund dreistündige Konzert bot einen wunderbaren Mix aus englisch- und deutschsprachigem Jazz, Soul und Pop vom Feinsten, wobei naturgemäß der Part von Mutzke und dessen holländischer Tourband – laut Mutzke eine der besten Soul- und R’n’B-Bands Europas – im Fokus des Interesses stand.

„Wollt ihr dahin, wo es laut ist?“, fragte Mutzke und das Publikum in der rappelvollen Verdener Stadthalle war sich einig: „Jaaa!“. Danach wurde der Künstler mit wachsender Begeisterung gefeiert und die Halle von Mutzke mit Gänsehaut-Stimme und ohne großen Firlefanz gerockt. „Wir lieben das Publikum hier. Ihr seid wirklich super“, sagte Mutzke, der rund zwölf Jahre nach seinem Durchbruch einer der profiliertesten deutschen Künstler mit viel Charisma und souliger Stimme bis in höchste Töne ist.

Musik mit Leidenschaft: Max Mutzke überraschte manche Konzertbesucher. Seine Fans aber wissen, was der Mann alles kann.

Ja, er wirkte wirklich verdammt cool dieser Typ und er hatte es richtig drauf. Auch Publikumsnähe kennzeichnete das Konzert und die Arrangements der Band, die sich überwiegend mit rockigen, aber auch einigen sehr melodiösen Arrangements große Freiheiten erspielte. Abgesehen davon lebte der Auftritt von Max Mutzke selber. Da konnten sich die vier Musiker noch so ins Zeug legen, weil nichts wirklich von dem Frontmann ablenken konnte. Da ging die Post ab, wenn der Schwarzwälder mit seiner sympathischen Art und seiner umgarnenden Stimme seine Zuhörer verzauberte und ihnen die Köpfe „verdrehte“.

Schließlich verfügt der Typ über ein starkes Organ, das selbst durchschnittliche Lieder noch adelt: soulig und unglaublich voluminös. Jeder Ton saß. Da gab es kein Zittern, keine Unebenheiten, alles war rundum perfekt und angesichts dieser großen Virtuosität ging auch das Publikum groovend, fingerschnippend und sogar singend mit. Bereits nach wenigen Songs hielt es kaum einen mehr auf dem Sitzplatz. Der jüngste Fan in der Halle war vielleicht acht Jahre alt, der älteste an die 80.

Verdener Jazz und Blues Tage - Eröffnungskonzert

Die Songs zwischen groovigem Soul und gefühlvollen Balladen kamen mal auf Deutsch und mal auf Englisch daher, was sich aber oft erst im Laufe des jeweiligen Vortrags erkennen ließ – denn je lauter die Musik, umso schwerer war Mutzkes Gesang zu verstehen. Das war schon ein bisschen schade, da Mutzke in seinen Songs auch den Tod der Mutter („You are all around me“) und deren schmerzliches Dahinsiechen („Hier bin ich Sohn“) verarbeitet hat.

Jazz und Blues Nacht in Verden

„Besser geht es nicht“, war ein Herr in der vierten Reihe zu vernehmen, der den Sänger bereits anfangs bei „Welt hinter Glas“ begeistert und überaus textsicher begleitet hatte.

Bis zum Konzertende hatten die Musiker auf der Bühne noch viel mehr in petto – bis hin zu den lauthals erklatschten und erpfiffenen Zugaben, die auch Mutzkes äußerst individuelle Version von „Can‘t Wait until Tonight“ nicht vermissen ließ. Dem Song, mit dem der Künstler beim Eurovision Song Contest in Istanbul einen respektablen achten Platz erreicht hatte.

Verdener Jazz und Blues Tage - Frühstück und Workshop

Hat man noch vor wenigen Jahren Feuerzeuge oder Wunderkerzen bei Konzerten in die Luft gehalten, so sind es heute Handys.

Fazit: Nach einem tollen Konzert bleibt die Hoffnung, dass es nicht bei diesem einen Besuch des Schwarzwälders in Verden bleibt.

Abschlusskonzert "Jugend jazzt" in Verden

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